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Portugal's soccer player Cristiano Ronaldo arrives with his girlfriend Georgina Rodriguez to appear in court on a trial for tax fraud in Madrid, Spain, January 22, 2019. REUTERS/Susana Vera

Hatte bei seinem Gerichtstermin gut lachen: Steuersünder Cristiano Ronaldo. Bild: reuters

"Du bist ein erbärmlicher Mensch" – Cristiano Ronaldo löst mit Tweet Shitstorm aus 

Wegen Steuerhinterziehung ist der portugiesische Stürmerstar Cristiano Ronaldo in Spanien zu einer Millionenstrafe verurteilt worden – er entging aber dem Gefängnis. Ronaldo akzeptierte am Dienstag eine Strafzahlung von 18,8 Millionen Euro und eine zur Bewährung ausgesetzte Gefängnisstrafe von zwei Jahren.

Die Staatsanwaltschaft in Madrid hatte dem Superstar vorgeworfen, über ein Geflecht aus Briefkastenfirmen auf den britischen Jungferninseln und in Irland 14,7 Millionen Euro am spanischen Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Der Juve-Stürmer reagierte gelassen auf das Urteil.

Nach dem Gerichtstermin postete der Steuersünder auf Twitter ein Foto aus einem Privatjet. Eigentlich nichts Spezielles – schließlich stellen millionenschwere Sportler ihr Luxusleben immer wieder zur Schau. Allerdings stieß einigen Fußballfans der Zeitpunkt sauer auf.

Das hat zwei Gründe. Einerseits zeigt sich der lächelnde Ronaldo an jenem Tag, an dem er wegen Steuerhinterziehung gerade zu knapp 19 Millionen Buße verurteilt wurde und dazu noch einer Gefängnisstrafe entgeht – andere Menschen hätten wohl kaum eine Bewährungsstrafe erhalten.

Unter anderem der Präsident des Verband der Steuerexperten des spanischen Finanzministeriums, Carlos Cruzado, hatte massive Kritik an dem geplanten Steuerdeal zwischen Cristiano Ronaldo und der spanischen Staatsanwaltschaft geäußert. Er könne nachvollziehen, dass "Bürger das Gefühl haben, dass solche Vergehen nicht ausreichend bestraft werden", sagte er dem "Spiegel". Zudem sprach er von Vorteilen für Prominente in Spanien bei Steuervergehen. So erklärte er, dass Ronaldo an sich eine Strafe von mindestens sieben Jahren Haft sowie eine Strafzahlung von mehr als 28 Millionen Euro zu erwarten gehabt hätte.

Andererseits warfen die Fans dem Juve-Star mangelndes Fingerspitzengefühl wegen #PrayForSala vor.

Das Foto aus einem Privatjet erscheint an jenem Tag, an dem bekannt wurde, dass Fußballprofi Emiliano Sala höchstwahrscheinlich bei einem Flugzeugabsturz in einem Privatjet ums Leben gekommen ist.

"Es ist nicht der Tag für solch einen Tweet. Wirklich nicht"

Die britische Fußball-Ikone Gary Lineker war "not amused".

Der Tweet von Ronaldo wurde mehr als 4.500 Mal kommentiert – und in vielen Fällen kritisiert. Der Zeitpunkt sei wahrlich taktlos und unangemessen. Hier ein paar Beispiele: 

"Unglaubliche Gefühlslosigkeit und Eigennützigkeit."

"Ich glaube kaum, dass dieser Tweet zur richtigen Zeit kommt, außer du hast die News nicht gelesen."

"Wer auch immer von seinem Social-Media-Team das gepostet hat, sollte entlassen werden. Schreckliche Gefühlslosigkeit."

"Unangebracht und unhöflich!!! Die Welt betet, dass Sala gefunden wird und du lädst dieses Bild hoch! Du magst viel Geld besitzen, aber du bist immer noch ein armer und erbärmlicher Mensch. Respekt für die Eltern, die solche Schmerzen durchleben müssen #PrayForSala"

"Er ist einfach ein Witz... #PrayForSala"

"Toller Jet! Konntest du den erwerben, weil du keine Steuern bezahlst? ... und wirklich ein taktloser Zeitpunkt ... trauriger Auftritt." 

(vom/mit afp)

Wenn Fußballer im Büro arbeiten würden

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Video: watson/Marius Notter, Lia Haubner

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