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Das macht Kölns Jonas Hector zu einem außergewöhnlichen Fußballprofi

ralf meile

Fußballprofi zu werden, das ist der Traum von Millionen Kinder. Der kleine Jonas Hector bildete da keine Ausnahme. Der etwas größere Jonas Hector spielte mit 18 Jahren aber noch in der Mannschaft seines Heimatdorfs – dem SV Auersmacher, sechste Liga. Nicht direkt ein Hinweis darauf, noch eine große Karriere zu machen.

Rückblickend gibt Hector zu, damals mit dem Traum vom Fußballprofi abgeschlossen zu haben: "Damit hatte ich mich abgefunden und das war auch in Ordnung so", sagte er einst dem Magazin "11 Freunde". Hector war die große Karriere also nicht in die Wiege gelegt worden.

"Ich bin hier glücklich. Ich fühle mich in der Stadt und im Verein sehr wohl."

Jonas Hector

Eine Karriere legte Hector etwas später dennoch hin. Als 20-Jähriger holte ihn der 1. FC Köln für seine Reservemannschaft. Er arbeitete sich hoch. Zwei Jahre lang machte der Verteidiger seinen Job so gut, dass er es zu den Profis schaffte. Mit diesen stieg er 2014 in die Bundesliga auf.

Er wurde besser und besser, wurde zum Nationalspieler. Zu seinen bislang 36 Länderspielen werden weitere dazu kommen, Hector gelangt an der WM in Russland mit großer Wahrscheinlichkeit zum Einsatz. Mit bald 28 Jahren steht Jonas Hector vor einem Höhepunkt seiner Karriere.

Wie FC-Trainer Stefan Ruthenbeck vor einigen Wochen verriet, leckten sich die ganz Großen aus Europa die Finger nach ihm: "Jonas hat letztes Jahr dem FC Barcelona abgesagt. Wenn er nun nach einem Abstieg gehen würde, wäre das das Normalste der Welt", sagte Ruthenbeck während eines Kölner Fan-Talks. In dieser Saison sollen Borussia Dortmund und der FC Bayern angeklopft haben. (Goal/Spox).

Doch Hector will selbst bei einem Abstieg bleiben.

Jonas Hector

Jonas Hector im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Bild: dpa

"Für mich fühlte sich das nicht richtig an"

Am Montag wurde bekannt: Obwohl der 1. FC Köln so gut wie abgestiegen ist, wird Jonas Hector seinem Klub auch in der nächsten Saison treu bleiben. "Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln, aber für mich fühlte sich das nicht richtig an", so Hector nach der Unterzeichnung eines neuen Vertrags, der bis 2023 gültig ist.

Was für eine Entscheidung in einer Zeit, in der andere Fußballer in den Streik treten, um einen Wechsel zu einem anderen Klub mit einem noch besser dotierten Vertrag zu ergattern! "Für mich fühlte sich das nicht richtig an", sagte also Jonas Hector. Richtig hingegen fühlte es sich für ihn an, nicht nur zu nehmen, sondern auch etwas zurück zu geben. "Der 1. FC Köln hat mir den Weg von der Regionalliga bis in die Nationalmannschaft ermöglicht. Ich bin diesem Klub sehr verbunden und dankbar und fühle mich in Köln sehr wohl."

Der FC hat bei 8 Punkten Rückstand und nur noch 9 zu vergebenen Punkten nur noch eine theoretische Chance auf den Relegationsplatz:

Das Restprogramm im Abstiegskampf:

14. VfL Wolfsburg – 30 Punkte (Tordifferenz: -10)
Hamburger SV (H), RB Leipzig (A) 1. FC Köln (H)

15. 1. FSV Mainz 05 – 30 Punkte (-17)
RB Leipzig (H), Borussia Dortmund (A), Werder Bremen (H)

16. SC Freiburg – 30 Punkte (-25)
1. FC Köln (H), Gladbach (A) 12.5. FC Augsburg (H)

17. Hamburger SV – 25 Punkte (-24)
VfL Wolfsburg (A), Eintracht Frankfurt (A), Gladbach (H)

18. 1. FC Köln – 21 Punkte (-30)
SC Freiburg (A), Bayern München (H), VfL Wolfsburg (A)

Nach längerem Nachdenken und einigen Gesprächen sei im klar geworden: "Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen." Außer Frage, dass er bei den Anhängern der "Geißböcke" nun noch höher im Kurs steht.

Jonas Hector ist aufgrund seiner Spielweise ("Ich versuche keine Überdinge, fokussiere mich auf das, was ich kann") und seinem Naturell keiner für die ganz großen Schlagzeilen. Dass sie ihm nun genau deshalb gehören, findet er möglicherweise seltsam. Doch mit seinem Entscheid zum Bleiben fällt er – positiv – aus dem Rahmen. "Jonas ist ein außergewöhnlicher Spieler und ein besonderer Mensch, wie es sie im heutigen Profifußball selten gibt", lobte ihn Kölns Geschäftsführer Armin Veh.

FANS Team 1.FC Koeln Fussball Bundesliga Fussball Liga Saison 2017-2018 Spiel 1.FC Koeln-Mainz 05 1 : 1 am 07.04.2018 in Koeln *** FANS Team 1 FC Koeln Soccer Bundesliga Soccer League Season 2017 2018 Game 1 FC Koeln Mainz 05 1 1 on 07 04 2018 in Koeln PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxSWExNORxDENxFINxLUXxONLY

Im Schnitt kommen über 48.000 Fans zu den Kölner Heimspielen – trotz Tabellenplatz 18. Bild: Laci Perenyi/imago

Dem Vernehmen nach lässt sich Veh die Treue des Führungsspielers auch etwas kosten. Hectors Gehalt soll gemäß der "Bild" auf drei Millionen Euro jährlich angehoben worden sein – trotz des drohenden Abstiegs.

Hector kümmerte sich auch um seine Mitspieler:

In Köln hoffen sie möglicherweise darauf, dass Hectors Verbleib eine Signalwirkung auf andere Stammspieler hat und dass vielleicht auch sie mithelfen, nächste Saison wieder in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Der nächste, der ebenfalls beim "Effzeh" bleiben könnte, ist Torhüter Timo Horn. Der sicherlich auch andernorts begehrte Schlussmann kündigte an, sich schon bald mit Veh auszutauschen.

11 nachdenkliche Markus-Anfang-Wortspiele gleich zu Anfang:

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