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SV Werder Bremen vs 1.FC Koeln 27.06.2020 Nach dem Spiel gegen den 1. FC Koeln jubelten die Spieler zum erreichen der Relegationsspiele, Yuya Osako Werder Bremen 08 Milot Rashica Werder Bremen 07 nphgm001: Fussball: 1. Bundesliga: Saison 19/20: 34. Spieltag: SV Werder Bremen vs 1.FC Koeln 27.06.2020 Foto: gumzmedia/nordphoto

Werder Bremens Stürmer Milot Rashica (l.) und Josh Sargent trinken Wasser. Für die Union-Profis, die Schützenhilfe für Werder leisteten, damit Werder nicht direkt absteigt, gibt's bald Bier. Viel Bier. Bild: gumzmedia/nordphoto/Pool / imago images

Geniale Werder-Fan-Aktion: 100 Kisten Bier für Union Berlin

Der SV Werder Bremen hat es geschafft. Mit einem 6:1-Sieg gegen den 1. FC Köln am vergangenen Samstag hat das Team von Trainer Florian Kohfeldt noch den Relegationsrang erreichen können.

Die Hanseaten können jetzt eine verkorkste Saison in zwei Spielen gegen den 1. FC Heidenheim, Dritter der 2. Bundesliga, retten.

Das haben sie auch der Schützenhilfe von Union Berlin zu verdanken, die gleichzeitig mit 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf gewann. So landete der mit Europapokal-Ambitionen in die Saison gestartete SV Werder Bremen mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur einem Punkt vor der Fortuna auf dem 16. Platz.

Werder Bremen dank Union Berlin in der Relegation: Sorgte ein Werder-Fan für die entscheidende Motivation?

Eventuell hat der Sieg von Union Berlin gegen den Bremer Abstiegskonkurrenten aus Düsseldorf auch damit zu tun, dass ein Werder-Fan namens Jan Siegert (@WorumRondu) vier Tage vor dem dramatischen Abstiegsfinale folgenden Tweet in die große weite Welt des Internets hinausschickte, um die Köpenicker Profis, darunter auch die Ex-Werderaner Felix Kroos und Anthony Ujah, entscheidend zu motivieren.

Ein verlockendes Angebot:

Hashtag Strohhalm.

Die Social-Media-Abteilung von Union Berlin reagierte auf den Tweet, antwortete mit der Lieferadresse "An der Wuhlheide 263, 12555 Berlin" und einem Gif, das Felix Kroos zeigt, wie dieser wartend auf seine imaginäre Uhr am Handgelenk schaut.

Und dann nahmen die Dinge ihren Lauf – in für Jan ungeahnter Dimension.

Jans Idee der Bier-Belohnung rührt aus guten alten Kreisliga-Zeiten

Dabei war der Tweet eigentlich nur als launiger Gedanke gedacht, als Jan nach der deprimierenden 1:3-Niederlage gegen den FSV Mainz am vorletzten Spieltag auf dem Sofa saß und sich beim Studieren der Tabellenkonstellation dachte: "Union muss am finalen Spieltag liefern, auch wir müssen gewinnen. Und dann, analog zur Kabinen-Bierkiste, die ich noch aus meiner Kreisligazeit kenne, entstand die Idee, dass man Union doch mit Bier belohnen könne, falls sie Düsseldorf schlagen", sagt Jan zu watson.

Es ist nicht seine erste Werder-Aktion auf Twitter, die die große Runde macht

Moment mal. Werder-Fan Jan Siegert, eine deprimierende Niederlage seiner Bremer sowie ein Mutmach-Tweet, der aus einer Laune heraus entsteht und dann die große Social-Media-Runde macht – da war doch was? Richtig! Jan war es auch, der im Februar auf Twitter den Hashtag #Aufwerdern etablierte. Schon damals steckte Werder tief im Abstiegskampf. Sein Neologismus "Aufwerdern" ist eine Mixtur aus "Aufbäumen" und "Werder". Das Wort war als Impuls gemeint, aus der Lethargie herauszukommen, sagte er damals im Interview mit watson.

Viele Fans sprangen damals auf dieses Hashtag an, – aber längst nicht so viele wie jetzt auf Jans neue Aktion. Innerhalb kürzester Zeit seien – auch weil sich der Account von Union Berlin eingeschaltet hatte – "so viele Leute drauf angesprungen". Es gab kein Zurück mehr.

Aus einem Witz, dass man Union für einen Sieg gegen Fortuna Düsseldorf mit Bier besticht, wurde Ernst.

Felix Kroos sagte bei Sky über das Bier-Angebot nach dem Düsseldorf-Spiel sogar: "Das habe ich gehört. Deshalb haben wir auch so gut gespielt! Ich bin froh, dass wir helfen konnten."

Als Dankeschön für die Schützenhilfe von Eisern Union startete Jan gemeinsam mit einem Freund unter dem Hashtag #IhrLiefertWirLiefern eine Spendenaktion auf der Plattform "Betterplace". "Die Aktion ist mit dem Ziel 100 Kisten Bier gestartet", erklärt Jan.

Spendenaktion: "Aber dass wir vorm Wochenende möglicherweise die 10.000-Euro-Marke reißen? – Alter!"

"Wir haben Pi mal Daumen ein bisschen mehr als 20 Euro pro Kasten veranschlagt und wollten daher 2200 Euro erreichen." In weniger als einer Stunde hatten sie das Geld beisammen. "Das hat mich aus den Schuhen gehauen. Als kleine Motivationsspritze für alle Spender hatten wir gesagt: Alles, was über die 2200 Euro hinausschießt, spenden wir für den guten Zweck." Zum Beispiel an die Obdachlosen-Initiative "Bremer Suppenengel" und die Kulturszene in der Hansestadt. "Aber dass wir vorm Wochenende möglicherweise die 10.000-Euro-Marke reißen? – Alter!"

Jan kann es selbst kaum glauben. So wie er auch "absolut nicht" mehr damit gerechnet hat, dass sein Herzensverein die Relegation noch erreicht.

Dass sein Tweet und seine Hashtags von #Aufwerdern bis #IhrLiefertWirLiefern einen Anteil am nun möglichen Klassenerhalt haben, glaubt Jan übrigens nicht: "Nein, null Prozent. Ich würde mir niemals anmaßen, zu behaupten, dass das in irgendeiner Form Einfluss auf die Motivation von Profifußballern gehabt haben könnte."

Dafür hat sich ein Sponsor von Union Berlin motiviert gefühlt, die Aktion zu unterstützen. "Eine große Berliner Brauerei hat angeboten, unser Angebot auf 120 Kisten Bier aufzustocken", sagt Jan. – Das sind vier ganze Paletten. "Wir müssen jetzt einen signifikant kleineren Anteil zahlen, damit wir noch mehr von dem gespendeten Geld für soziale Zwecke spenden können."

Am Donnerstag findet wahrscheinlich die Übergabe der flüssigen Belohnung statt

Dass sich der Sponsor beteiligt, kommt Jan und seinem Kumpel entgegen: "Dann müssen wir nicht mit einem ganzen Lkw voll mit Bier quer durch die Republik kacheln." Jan und sein Kumpel werden also mit dem Privat-Pkw voraussichtlich am Donnerstag zum FC Union nach Berlin-Köpenick fahren und die Bier-Belohnung übergeben – die Spendenseite bleibt dann aber noch weiter geöffnet. Deadline ist der Abend des Relegationsrückspiels gegen Heidenheim am Montag.

Und wann kommt die nächste Hashtag-Aktion aus der Twitter-Feder von Jan? Vielleicht schon zu den Duellen um den verbleibenden Platz in der Bundesliga? Jan lacht. "Nein, da ist nichts geplant. Ich werde wahrscheinlich nach den Relegationsspielen ohnmächtig zusammenbrechen und erstmal zwei Wochen schlafen. Rechnet bitte nicht mit einem neuen Hashtag."

Dabei ist es ihm sogar erstaunlich egal, wie die beiden Spiele gegen den FC Heidenheim ausgehen. "Ich bin einer der Fans, die den Abstieg natürlich dramatisch und traurig fänden, aber darauf klarkommen würden. Ich werde, falls wir absteigen, nicht mit Schaum vorm Mund fordern, dass man diesen Klub jetzt von links auf rechts drehen muss. Werder hat es jetzt selbst in der Hand. Wenn sie es dann nicht schaffen, sind sie selbst schuld."

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