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imago/ULMER Pressebildagentur

Wo ist der Betriebsrat, wenn man ihn braucht? Wie der DFB mit Özil umgeht

10.07.18, 10:07
Gunda Windmüller
Gunda Windmüller

Stell dir vor, du kommst zur Arbeit und der Chef hält gerade vor der Belegschaft eine Rede. Plötzlich geht es um dich. Dein Chef so: 

"Wir hätten überlegen müssen, auf ihn zu verzichten."

"Er hat viele Menschen enttäuscht."

"Er muss sich bei allen entschuldigen." 

"Aber wir wünschen ihm erstmal einen schönen Urlaub!"

Fühlt sich absurd an, oder? Dann fragt mal Mesut Özil. Denn der hat diese Reaktion erfahren. Von seinen Vorgesetzten beim DFB.

Und ja, Özil hatte zuvor einen Fehler gemacht. Er konnte also mit einer kritischen Reaktion des DFB rechnen.

Aber die Art und Weise, wie die Reaktion auf seinen Fehler ausfiel. Damit hätte er nicht rechnen können. 

Fehlerkultur? Fehlanzeige!

Wenn Mitarbeiter Fehler machen, müssen Vorgesetzte reagieren, klar. Den Umgang mit Fehlern nennt man Fehlerkultur. Und die ist entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Denn gutes Management weiß: Mitarbeiter, die Angst vor Fehltritten haben, sind nicht innovativ. Sie haben Angst, ihre Motivation geht flöten, sie trauen sich irgendwann gar nichts mehr zu.

Der Umgang mit Özils Fehler allerdings offenbart nichts von einer guten Fehlerkultur. Stattdessen:

Ein nachhaltiges Krisenmanagement sieht anders aus. Das Verhalten von Teammanager Bierhoff und DFB-Chef Grindel macht daher vor allem eines deutlich: Fehler entstehen nicht im luftleeren Raum. Wer den Fehler eines Mitarbeiters bemerkt, muss sich daher zuallererst fragen, was er selber getan hat, um diesen Fehler zu verhindern. Oder was er hätte tun können.

Schuld ist nämlich nie nur einer, lieber DFB.

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