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Bildnummer: 55116738  Datum: 02.07.2004  Copyright: imago/EntertainmentPictures
2004 - Dodgeball: A True Underdog Story - Movie Set Jul 02, 2004; Hollywood, CA, USA; Directed by Rawson Marshall Thurber, Dodgeball: A True Underdog Story stars CHRISTINE TAYLOR as Kate Veatch, STEPHEN ROOT as Gordon, VINCE VAUGHN as Peter La Fleur, ALAN TUDYK as Steve the Pirate, CHRIS WILLIAMS as Dwight, and JUSTIN LONG as Justin, battling to save their gym with an intense game of dodgeball. !ACHTUNG NUTZUNG NUR BEI FILMTITEL-NENNUNG! PUBLICATIONxINxGERxONLY People Entertainment Film kbdig 2004 quer 

Bildnummer 55116738 Date 02 07 2004 Copyright Imago EntertainmentPictures 2004 Dodgeball a True Underdog Story Movie Set JUL 02 2004 Hollywood Approx USA Directed by Rawson Marshall  Dodgeball a True Underdog Story Stars Christine Taylor As Kate Veatch Stephen Root As Gordon Vince Vaughn As Peter La Fleur Alan Tudyk As Steve The Pirate Chris Williams As Dwight and Justin Long As Justin battling to Save their Gym With to intense Game of Dodgeball Regard Use only at FILMTITEL ANSWER PUBLICATIONxINxGERxONLY Celebrities Entertainment Film Kbdig 2004 horizontal

Die absurde Komödie "Dodgeball - Voll auf die Nüsse" nahm den Schulsport 2004 satirisch aufs Korn. bild: Imago images/entertainment pictures

Meinung

Deshalb MUSS Völkerball aus dem Lehrplan verschwinden! UNBEDINGT! SOFORT!

Patrick Toggweiler / watson.ch

Endlich haben wir es schwarz auf weiß: "Völkerball ist Mobbing", sagt die kanadische Professorin Joy Butler und fordert Konsequenzen. Das Spiel müsse aus dem Lehrplan entfernt werden.

Sie und ihr Team haben Interviews mit Kindern geführt und herausgefunden, dass einige davon das Ballspiel "hassen". Weiter beschreibt sie in der Washington Post eine Spielsituation: "Ich stelle mir das kleine Mädchen am Seitenrand vor, das flüchtet, um nicht beworfen zu werden. Was lernt dieses Mädchen dabei?"

Frau Butler hat recht. Wenn ich mir das kleine Mädchen am Seitenrand vorstelle, kocht bei mir auch gleich die Wut hoch.

Die Wut auf das kleine Mädchen. Bei uns trug sie die Initialen N.P.

Ich erinnere mich noch gut, wie N.P. verzückt auf der Grundlinie hin und her wippte, mit ihren fröhlichen Augen, genau wissend, dass sie uns mit ihrer katzenhaften Agilität gleich wieder ins Leere laufen lassen würde.

Diese Hilflosigkeit, dieses Ohnmachtsgefühl. Dieses miese kleine Mädchen N.P. war einfach nicht zu treffen. Matrixmoves Jahre vor "The Matrix".

Mit jedem Fehlwurf wurde das Gejohle am Seitenrand lauter, Anfeuerungsrufe für N.P., Gespött für die Werfer. Wie kann man nur so unmenschlich jemandem seine Grenzen aufzeigen.

Und dann dieser Druck. Dieser enorme Druck für uns, die über einen anständigen Wurf verfügten, endlich zu treffen. Nicht nur N.P., sondern auch ins Bullseye der Genderstereotypisierung. Wer kann unter einer solchen Belastung designierte Opfer ihrer Bestimmung zuführen?

Völkerball sei "dehumanisierend" und fördere aggressives Verhalten, sagt die kanadische Forscherin. Ich kann das nur bestätigen.

Sogar unserem feinfühligen Lehrer gelang es nicht, den kriegerischen Aspekt von Völkerball unter das muffige Linoleum der Turnhalle in Greifensee (Schweiz) zu kehren. Kaum kramte er die rosaroten Schaumstoffbälle hervor, verwandelten wir uns ins mordlustige Monster. Völkerball war nicht einfach nur ein lustiges Spiel. Es war Vorspiel für die obligate Messerstecherei danach auf dem Pausenplatz.

Es gehe beim Völkerball darum, den Gegner zu zerstören – und die Kinder würden absichtlich unfaire Teams bilden und die Siege wirklich genießen, erklärt Butler weiter. Wo denn da die echte Freude sei? Ich weiß es nicht mehr. Der Blutrausch hat mir die Erinnerung geraubt.

"Was lernt dieses Mädchen dabei?", fragt Joy Butler nochmals in Bezug auf ihr Opfer. Vielleicht, wie man die eigenen individuellen Stärken erkennt und sie strategisch geschickt einsetzt? Oder Misserfolgserträglichkeit? Eine Eigenschaft, die im Berufsleben so wichtig ist, wie die emeritierte Professorin Margrit Stamm kürzlich in der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) schrieb.

Egal. Ich "hasse" die "NZZ" (ein bisschen), und deshalb streiche ich sie aus meinem Lehrplan.

Mein Learning ist vielmehr: Kinder dürfen keinen Widerständen und schon gar nicht Wettbewerben ausgesetzt werden. Dinge, die sie möglicherweise nicht mögen könnten, eventuell unter Umständen in gewissen Situationen, sind tabu und gehören verboten.

Ich werde es bei der Erziehung meiner Kinder ab heute auch so handhaben: Pünktlich ins Bett gehen, Gemüse und Zähneputzen war gestern.

Alles total dehumanisierend.

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