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Mario Balotelli. Der Italiener, geboren in Siziliens Metropole Palermo, war schon häufig Opfer rassistischer Beleidigungen. Bild: www.imago-images.de

Serie A will härter gegen Rassisten vorgehen – mit Bodycams und Geräuschradar

In italienischen Stadien werden dunkelhäutige Fußballer immer wieder rassistisch beleidigt. Mario Balotelli vom Serie-A-Klub Brescia beispielsweise wurde Anfang November im Spiel gegen Hellas Verona von gegnerischen Fans mit Affenlauten beleidigt. Die Polizei ermittelte mittels Kameras, die im Stadion installiert waren, einen Fußballfan, der die Gesänge initiiert haben soll. Der Ultra-Anführer Luca Castellini darf nun fünf Jahre lang europaweit kein Stadion mehr betreten.

Um mehr Täter zu erwischen, will Italiens Minister für Jugend und Sport bald mit einer neuen Technologie gegen Rassismus im Fußball vorgehen. Teil der Technik sollen ein Geräuschradar und die Videoüberwachung mit Gesichtserkennung sein.

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Balotelli wurde im November in Verona rassistisch beleidigt. Video: YouTube/DAZN_DE

In den nächsten Wochen soll die Technik landesweit zum ersten Mal in den wichtigsten Stadien ausprobiert werden, wie Minister Vincenzo Spadafora sagte. Dies könne den Sicherheitsleuten bei der Arbeit helfen und werde voraussichtlich schon beim EM-Eröffnungsspiel zwischen Italien und der Türkei am 12. Juni im Olympiastadion in Rom eingesetzt werden können.

Serie A: Bodycams sollen helfen, Rassisten zu identifizieren

Bereits einen Schritt weiter ist man in Verona. Dort, wo Balotelli im November mit Affenlauten beleidigt wurde, wird das Sicherheitspersonal am Wochenende beim Spiel zwischen Hellas und Juventus Turin erstmals offiziell mit Bodycams ausgestattet. Die Kameras, die an der Brust befestigt werden, sollen helfen, allfällige rassistische Zuschauer zu identifizieren. Im Heimspiel gegen Lecce Ende Januar wurde das neue Kamerasystem erstmals und erfolgreich getestet.

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Kameras wie bei Polizisten kommen nun auch bei den italienischen Stadion-Ordnern zum Einsatz. Bild: dpa

Verona-Geschäftsführer Francesco Barresi erklärte gegenüber der "Gazzetta dello Sport", dass Hellas der erste Klub in Italien sei, der solche Bodycams einsetzt. Gemäß "Verona Sera" werden acht Stewards eine Kamera tragen. In welchen Sektoren die neue Technologie zum Zug kommt, wurde aber nicht kommuniziert.

Manche Fans sind skeptisch: "Verona ist orwellsches Versuchskaninchen"

Hellas versucht mit der Identifizierung mehr Rassisten zur Verantwortung ziehen zu können. Die Antwort auf die Einführung der Bodycams von Seiten der Fans ließ aber nicht lange auf sich warten: "Verona ist also das erste orwellsche Versuchskaninchen bei Big Brother: Fortan müssen wir unter ständiger Überwachung leben, die nicht nur die Privatsphäre verletzt, sondern auch politische Opposition und soziale Proteste verhindert. Aber die ersten Sklaven werden auch die ersten Rebellen sein", schrieb der gesperrte Castellini auf Twitter.

(pre)

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