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Als Rache für den Bürsten-Eklat: Türkische Hacker legen Flughafen-Webseite lahm

Riesenwirbel um das türkische Gastspiel in der EM-Qualifikation auf Island: Weil die türkische Nationalmannschaft bei der Einreise am Flughafen Keflavik laut eigenen Angaben rund drei Stunden bei der strengen Sicherheitskontrolle warten musste, herrscht seit Sonntagabend eine angespannte Stimmung. Erdogan-Sprecher Ibrahim Kalin sprach von "inakzeptablen" Bedingungen und "Mangel an Respekt".

Dass dem türkischen Kapitän Emre Belözoglu beim Verlassen des Flughafens statt eines Mikrofons eine Reinigungsbürste vor die Nase gehalten wurde, trug auch nicht zu Entspannung bei.

Das türkische Außenministerium prüft derzeit die Angelegenheit und Präsident Recep Tayyip Erdogan rief höchstpersönlich den Präsidenten der türkischen Fussball-Föderation (TFF) an und ließ der Mannschaft ausrichten, dass das türkische Volk ihr zur Seite stehe.

Die Spieler aus dem Team von Nationaltrainer Senol Günes beklagten sich in sozialen Medien und türkischen Zeitungen vor allem über die intensiven Sicherheitschecks bei der Personenüberprüfung und über penible Durchsuchungen ihres Gepäcks.

"Warum schütteln die Flughafen-Mitarbeiter meinen Pass?", fragte Günes auf der Pressekonferenz anklagend. "Sie haben alle meine Sachen durchsucht. Ich bin seit 53 Jahren im Fussball und wurde noch nie zuvor so behandelt."

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Die komplette Medienkonferenz mit Senol Günes (mit englischem Übersetzer). Video: YouTube/Ajansspor

Das passierte am Flughafen:

Gemäß der Flughafen-Betreiberfirma "Isavia" waren die strengen Sicherheitschecks allerdings notwendig. Ihre Mitarbeiter seien aufgrund internationaler Regeln dazu verpflichtet gewesen, alle Passagiere einer genauen Sicherheitsprüfung zu unterziehen.

"Die Sicherheitskontrollen sind in der Regel schnell, aber sie waren in der letzten Nacht etwas länger, da viele elektronische Geräte und Flüssigkeiten in den Taschen der Passagiere gefunden wurden, die nicht im Voraus entfernt wurden", teilte "Isavia" mit.

Auch weil der Flughafen von Konya, von welchem die türkischen Spieler gestartet waren, nicht von der internationalen Luftfahrtbehörde zertifiziert sei, hätten strengere Kontrollen durchgeführt werden müssen. Das Prozedere sei aber so schnell wie möglich durchgeführt worden. "Das türkische Flugzeug ist um 19.40 Uhr gelandet und um 21 Uhr verließen die letzten Passagiere den Zollraum", erklärte Isavia. Ein Antrag der Türken auf eine beschleunigte Abwicklung sei erst rund zehn Stunden vor der Ankunft des Teams eingetroffen. Der türkische Konsul auf Island entgegnete, der Antrag sei bereits drei Tage zuvor eingegangen.

Darauf teilte der isländische Fussballverband mit, die isländischen Spieler hätten nach der Rückkehr von einem Spiel in der Türkei vor rund zwei Jahren ähnliche Kontrollen durchlaufen müssen.

Die Rache der Hacker

Die Wogen konnten mit diesen Erklärungen nicht geglättet werden – im Gegenteil. Die türkische Hacker-Gruppe "Anka Neferler Tim" antwortete auf die Verzögerungen in Keflavik mit zwei Hacker-Angriffen auf die Webseite des Flughafens. Laut türkischen Medien war diese in der Folge stundenlang nicht erreichbar.

"Wir schauen nicht untätig zu, während unsere Mannschaft respektos behandelt wird", kommentierte die Hacker-Gruppe auf Twitter und erklärte, dass jede weitere Beleidigung der türkischen Mannschaft einen "Cyberkrieg" eröffnen könnte. Sogar von einer totalen Internet-Blockade gegen Island ist die Rede.

Da war doch noch was mit Fußball?

Das Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft 2020 gegen die Isländer findet am Dienstagabend statt. Die Türkei führt ihre Gruppe H mit drei Siegen aus den ersten drei Spielen aktuell an und besiegte dabei unter anderem Weltmeister Frankreich mit 2:0. Mit einem weiteren Vollerfolg könnte bereits der Grundstein für die zweite EM-Teilnahme in Folge gelegt werden.

(pre)

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