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Inter-Fans stehlen einen Roller und werfen ihn im San Siro über die Brüstung

ralf meile / watson.ch

In der Rubrik "Unvergessen" blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein großes Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

Heute: 6. Mai 2001. Das hat die Welt noch nicht gesehen. Beim Serie-A-Spiel zwischen Inter Mailand und Atalanta Bergamo klauen Inter-Hooligans den Roller des gegnerischen Capos, zünden ihn an und werfen ihn im Stadion einen Stock tiefer.

3:0 gewinnt Inter Mailand gegen Atalanta Bergamo. Schon nach zehn Minuten und einem Doppelpack von Christian Vieri ist die Partie vorentschieden. Doch nach dem Spiel spricht kaum jemand vom Resultat.

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Hö? bild: imago sportfotodienst

Dafür ist ein Roller in aller Munde. Inter-Fans werfen ihn im San-Siro-Stadion über ein Geländer. Das sieht so ungeheuerlich aus, wie es klingt:

Der Roller gehört offenbar dem Anführer der Atalanta-Gruppierung BG. Diese hat sich entschieden, im Korso mit Rollern zum nur rund 50 Kilometer entfernten Mailänder Stadion zu reisen.

Der Skalp, den man dem Feind unter die Nase halten muss

"Sie sind viele und sie kommen dem Stadion, geschlossen, immer näher", schreibt der Autor Giorgio Specchia in seinem Buch "Il Teppista", einer Biographie des Inter-Schlägers Nino Ciccarelli. "Die Polizei ist aufgestellt, aber einen Korso aus Scootern aufzuhalten, ist praktisch unmöglich. Nino und seine Gruppe machen sich bereit."

Fäuste fliegen, es blitzen Messer, mit Stangen dreschen die Tifosi aufeinander ein. Rasch ist der Spuk vorbei, die Polizei löst die Schlägerei auf. Zurück bleiben einige Roller – von denen einer dem BG-Capo gehört. Er wird für die Inter-Anhänger "zum Symbol für die Flucht der Rivalen, zum Skalp, den man dem Feind unter die Nase halten muss", wie es Specchia formuliert.

"Als ob das arme Gefährt ihre Mütter vergewaltigt hätte"

So taucht der Roller während des Spiels wieder auf, im Herzen der Kurve. Die Sicherheitskontrollen müssen an diesem Tag äußerst scharf gewesen sein, wenn man so ein Gefährt ins Stadion schmuggeln kann… Der Roller wird angezündet und mit den Füßen traktiert. "Sie bearbeiten das Moped mit Tritten und Schlägen, als ob das arme Gefährt ihre Mütter vergewaltigt hätte", beschreibt der Autor im Kapitel "Der Mopedwurf".

Dann heben sie den Roller an, stemmen ihn über das Geländer und lassen ihn abstürzen. Er purzelt durch den zweiten Rang des San Siro. Beinahe stürzt er gar bis in den Unterrang, zwanzig Meter durch die Luft wären dies, doch an der Brüstung bleibt das "Motorino" hängen. So wird niemand verletzt – außer der Stolz des Atalanta-Capos.

Der Roller vom San Siro ist mit Sicherheit einer der kuriosesten Wurfgegenstände in der Geschichte des Fußballs.

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