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Bild: imago sportfotodienst

Unvergessen

Vor den Kardashians: Als Caitlyn Jenner noch Bruce hieß und ein Olympiamärchen schrieb

Ralf meile

Vor dreieinhalb Jahren gab es Caitlyn Marie Jenner noch gar nicht. Heute ist sie eine Figur der Popkultur: Mit eigener Fernsehserie und als Bestandteil der Kardashian-Familie, einer bunten Mischung Prominenter. Stieftochter Kim Kardashian rückte den Clan einst mit einem Sex-Video ins Rampenlicht, seither begleiten uns sie und ihre Schwestern und Halbschwestern mit seichten News durch den Alltag.

Das Leben im Scheinwerferlicht kennt Caitlyn Jenner jedoch schon seit Jahrzehnten – obwohl sie erst seit dem Jahr 2015 existiert. Denn bis dahin ist Caitlyn noch ein Mann, der Bruce William Jenner heißt und Olympiasieger im Zehnkampf wird.

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ESPN-Dokumentation über Bruce Jenners Sportlerkarriere. Video: YouTube/Athlete Sport

Ein fabulöser zweiter Tag

1976 in Montreal tritt Jenner, der den Weltrekord hält, als Favorit an. Einen Monat vorher hat er an den US-Meisterschaften seine eigene Bestmarke noch einmal verbessert.

Nach dem ersten Tag des olympischen Zehnkampfs liegt Jenner in Lauerstellung. Er hat als Dritter 35 Zähler Rückstand auf den führenden Westdeutschen Guido Kratschmer (Guido Kratschmer, nicht Kretschmer). Noch ist gar nichts entschieden. Jenner weiß: Die Disziplinen des zweiten Tages liegen ihm. Über 110 m Hürden büßt er zwar noch ein wenig an Terrain ein, doch danach schleudert er den Diskus weiter als alle anderen. Und nach der achten Disziplin, dem Stabhochsprung, reißt der 26-jährige Amerikaner die Führung an sich.

Im Speerwerfen baut er diese weiter aus, so dass er sich im abschließenden 1.500-m-Lauf darauf beschränken könnte, Platz 1 zu verwalten. Doch daran denkt Bruce Jenner nicht. Er läuft die zweitschnellste Zeit aller Teilnehmer und gewinnt souverän Gold. 200 Punkte und mehr hat er letztlich Vorsprung auf seine Gegner, mit einem Total von 8.618 Zählern stellt er noch einmal einen neuen Weltrekord auf.

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Nach 1500 Metern ist es geschafft: Jenner überquert die Ziellinie als Olympiasieger.

Der Wunsch, auszubrechen

Jenner wird damit zu einem der großen Stars der Spiele. Während des Kalten Kriegs kommt sein Erfolg gelegen: "Ich war wohl der richtige Typ, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit", sagte er später. Renommierte Firmen wie Coca-Cola oder Visa werben mit ihm, er versucht eine Zweitkarriere als Schauspieler. Zu diesem Zeitpunkt ist der Olympiasieger verheiratet und bereits Vater zweier Kinder.

Doch in ihm drin schlummert der Wunsch, aus dem auf Gold getrimmten Körper auszubrechen. Jenner will kein Mann mehr sein, sondern eine Frau. In den 80er-Jahren beginnt er deshalb, Hormone zu nehmen.

Konsequenter wäre ja der Name Kaitlyn gewesen

Als Bruce Jenner jedoch Kris Kardashian kennenlernt, ist er wieder der Mann. Die beiden heiraten, gemeinsam haben sie zwei Kinder, die Töchter Kendall und Kylie. Die Familie ist gross: Kris hat aus erster Ehe bereits die drei Mädchen Kourtney, Kim und Khloé sowie Sohn Rob.

In der Reality-Soap «Keeping Up with the Kardashians» lernt die Welt all die Kinder kennen und auch Vater Bruce kommt immer wieder vor. Doch im Dezember 2014 ist es Aus mit der Liaison von Bruce und Kris: Das Paar lässt sich scheiden.

Die Kardashians schlagen alles

Am 24. April 2015 ist Bruce Jenner zurück im Fokus der Weltöffentlichkeit. Er gibt bekannt, dass er ab sofort eine Frau sei und nicht mehr Bruce, sondern Caitlyn heisse. In sexy Pose wird diese Botschaft auf der Titelseite des Modemagazins "Vanity Fair" verkündet.

Caitlyn Jenner Vanity Fair magazine hits the newsstands A copy of the latest Vanity Fair magazine at a newsstand in New York, featuring Caitlyn Jenner, formerly Bruce Jenner on the cover and in a photo spread inside. ( PUBLICATIONxNOTxINxUSAxUK RichardxB.xLevine

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Caitlyn Jenner neben ihrer Stief-Tochter Kim Kardashian. Bild: imago stock&people

Nur ein Promi wird 2015 noch öfter gegoogelt: Lamar Odom. Aber natürlich nicht, weil er ein ehemaliger Basketballer ist – sondern der Ehemann von Khloé Kardashian.

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Ohne Gewähr: Weil wir längst keinen Überblick mehr haben. bild: bustle

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