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Eine Person spaltet die USA: Ein Nike-Werbeplakat mit Colin Kaepernick in San Francisco. bild: ap

Die Trumps machen sich mit Fotomontage über Nike lustig – doch der Werbeclip schlägt ein 

Nike veröffentlicht den neuen Werbeclip mit Colin Kaepernick. Die View-Zahlen steigen sofort in die Millionen. War der Deal doch nicht so "dumm", wie es die US-Präsidentenfamilie im Netz verkündet?

Corsin Manser / watson.ch

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Nike gab diese Woche bekannt, dass Superstar Colin Kaepernick das neue Aushängeschild der Werbekampagne zum 30-jährigen Bestehen des Unternehmens ist. 

Und das ist hochbrisant. Denn Kaepernick ist in den vergangenen zwei Jahren für viele Rechtskonservative in den USA zum Landesverräter avanciert. Der Footballer startete im September 2016 die "Take-a-Knee"-Bewegung und weigerte sich fortan bei der Hymne vor den Spielen aufrecht zu stehen.

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Er ist das Gesicht der Take-a-Knee-Bewegung: Quarterback Colin Kaepernick Bild: imago sportfotodienst

Der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers machte damit auf soziale Ungerechtigkeit und Polizeigewalt gegen Schwarze aufmerksam. 

Dies provozierte Donald Trump derart, dass er die Footballspieler, welche sich Kaepernick anschlossen, indirekt als "Hurensöhne" bezeichnete.

Und Trump ist mit seiner Wut auf die Sportler nicht alleine. Als Nike den Deal mit Kaepernick Trump bekannt gab, vernichteten zahlreiche Personen ihre Produkte des Sportartikelherstellers. Auf Twitter teilten aufgebrachte Footballfans, wie sie Socken zerschneiden, T-Shirts in den Müll werfen oder Schuhe verbrennen. Das alles unter dem Hashtag #boycottnike. 

Trump und Trump Jr. reagieren

Der US-Präsident seinerseits zeigte sich darüber sehr erfreut. Nike werde durch die Boykotte "absolut getötet", jubelte der US-Präsident auf Twitter. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Zuschauerzahlen der NFL ebenfalls gesunken seien. Was übrigens nicht unbedingt auf die "Take-a-Knee"-Proteste zurückzuführen ist.

Auch Donald Trump Jr. konnte das deutliche Statement von Nike nicht auf sich sitzen lassen. Am Mittwoch veröffentlichte der Sohn des Präsidenten auf Instagram eine Fotomontage auf Grundlage der Nike-Kampagne.

Zu sehen ist jedoch nicht Colin Kaepernick, sondern Donald Trump. Darüber geschrieben steht ebenfalls: "Glaube an etwas. Selbst wenn es bedeutet, alles dafür zu opfern." Auch das Nike-Logo und der Slogan "Just do it" sind an Ort und Stelle.

Unter das Bild schreibt der Präsidentensohn: "Hier, habe es für euch repariert."

Hier zum Vergleich das Original: 

Bereits wenige Stunden zuvor machte sich Trump Jr. auf Instagram über Nike lustig. Der Gipfel der Dummheit im "Anti-America-Movement" sei erreicht, stellte er fest.

Werbevideo geht sofort viral

Ob die Aktion von Nike jedoch wirklich so "dumm" war, wie von den Trumps verbreitet wird, daran darf gezweifelt werden. Denn die Zahlen sprechen zumindest teilweise eine andere Sprache.

Alleine in den ersten 24 Stunden nach Bekanntgabe der Kaepernick-Kampagne erhielt Nike eine Medienpräsenz im Wert von 43 Millionen US-Dollar, wie Bloomberg schreibt. Demnach war rund die Hälfte davon positiv, je ein Viertel neutral oder negativ.

Die Aktie sank bis Mittwochabend zwar deutlich, doch am Donnerstag zeigte sie bereits wieder einen Aufwärtstrend. Trotz des präsidialen "Getting-absolutely-killed"-Tweets.

Grund für den positiven Trend könnte das Werbevideo sein, das gestern veröffentlicht wurde. Alleine auf Youtube hat es in den ersten Stunden bereits über sechs Millionen Views erreicht. Auf Facebook und Instagram steigen die Shares ebenfalls rasant an.

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Der neue Werbeclip von Nike. Video: YouTube/Nike

Die Aufmerksamkeit hat Nike mit dem neuen Werbedeal jedenfalls auf sicher. Auch wenn teilweise negativ über die neue Kampagne berichtet wird, muss das nicht unbedingt schlecht fürs Unternehmen sein. Und das sollte eigentlich niemand besser wissen als Donald Trump selber. So gesehen könnten letzten Endes beide Parteien als Sieger vom Platz gehen.

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