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Langläufer Max Hauke wurde in flagranti beim Blutdoping erwischt. Bild: imago sportfotodienst

Video zeigt Langläufer beim Blut-Doping – sind auch Profi-Fußballer involviert?

So etwas gibt es selten zu sehen. Ein Video, das am Donnerstagabend von Voralberg Online veröffentlicht wurde, zeigt den verhafteten Langläufer Max Hauke beim Blut-Doping.

Die Ermittler stürmten dessen Wohnung, als der Sportler die Infusion im Arm hatte. "Ist sonst noch jemand da im Haus?", hört man einen der Ermittler im Video rufen. Ob auch der zweite verhaftete Österreicher, Dominik Baldauf, in der Wohnung war, wird im neunsekündigen Clip nicht ersichtlich. Hauke jedenfalls gibt keine Antwort, die Situation ist ihm sichtlich unangenehm.

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Erwischt: Max Hauke, hier bei den FIS Weltmeisterschaften am 25. Februar in Seefeld. Bild: www.imago-images.de

Das Video wurde mittlerweile von dem offiziellen Kanal von Vorarlberg Online gelöscht. Es kursiert aber weiter in zahlreichen Kopien im Internet.

Noch im Januar sagte Hauke über seinen Ex-Kollege Johannes Dürr, der bereits 2014 des Dopings überführt wurde: "Den schönen Sport lasse ich mir durch die Dopingproblematik nicht kaputtmachen. Ich mache das sauber, das ist meine Linie".

Bis zu drei Jahre Haft

Bei einer Razzia des österreichischen Bundeskriminalamtes bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld waren am Mittwoch sieben Verdächtige verhaftet worden. In Erfurt wurde parallel dazu der Arzt Mark S. und ein mutmaßlicher Komplize festgenommen. Offiziell bestätigt sind die Namen der beiden österreichischen Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke.

Ob sie in Untersuchungshaft kommen, müsse bis spätestens Freitagmittag entschieden werden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, welche das Ermittlungsverfahren durchführt. Es sei aber möglich, die Verfahren gegen die ausländischen Athleten an ihre jeweiligen Heimatländer abzutreten. Betroffen sind auch Sportler aus Estland und Kasachstan. Es drohen bis zu drei Jahre Haft.

Spuren führen nach Deutschland

Bisher gibt es keine Hinweise, dass deutsche Athleten involviert sind. "Wir sind zuversichtlich, dass deutsche Athleten und Athletinnen von diesem Vorgang und von dieser Praxis nicht betroffen sind", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Aber ich betone immer wieder: Stand heute. Ganz am Ende wird das weitere Verfahren zeigen, wie die Gesamtgemengelage aussieht." Denn auch viele Spuren führen nach Deutschland.

Der in Erfurt festgenommene Sportmediziner Mark S. versorgte die fünf Langläufer mit den Blutkonserven. Er wurde dort einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Es sei möglich, dass ein Haftbefehl gegen den Mann erlassen werde, sagte ein Sprecher des zuständigen Zollfahndungsamts München am Donnerstag.

So funktioniert Eigenblut-Doping

Beim Eigenblut-Doping wird einem Sportler einige Wochen vor einem Wettkampf etwa ein Liter Blut abgenommen, im Idealfall nach einem Höhentrainingslager. Dann besitzt das Blut mehr rote Blutkörperchen und ist damit leistungsfähiger, weil mehr Sauerstoff transportiert werden kann.

Kurz vor dem Wettkampf wird dieses Blut wieder eingeführt, womit der dopende Sportler dank mehr Blut mit mehr roten Blutkörperchen mehr leisten kann. Experten rechnen mit einer erhöhten Leistung von fünf bis zwölf Prozent – was in Sportarten, wo Hundertstel entscheiden können, viel helfen kann.

Die Methode ist seit den 1970er-Jahren vor allem in Ausdauersportarten beliebt, da sie nur schwer nachzuweisen ist.

watson.ch

Der einstige Mannschaftsarzt aus dem Radsport (Team Gerolsteiner) ist in Dopingkreisen kein Unbekannter. Der überführte Bergfahrer und Kronzeuge Bernhard Kohl belastete ihn 2009, nachdem er positiv auf ein Epo-Mittel getestet worden war und auch Blutdoping einräumte. Vier Jahre später belastete der frühere Gerolsteiner-Fahrer Stefan Schumacher den Arzt und erklärte, dass dieser ihm beim Dopen geholfen habe. ("MDR")

Laut seinem Anwalt will S. kooperieren – er könnte also weitere Sportler verraten und auch in anderen Sportarten ein Doping-Beben verursachen. ("Bild")

Weitere Sportarten betroffen

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass in den aufgedeckten Dopingskandal auch noch andere Sportarten als Langlauf betroffen sind.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wurden in der Praxis des Sportmediziners in Erfurt auch regelmäßig 50 bis 60 Fußballer, Schwimmer, Radsportler, Handballer und Leichtathleten behandelt. Das heißt natürlich nicht, dass diese auch mit Blutdoping-Praktiken zu tun gehabt haben müssen. Die Verwicklung von anderen Sportarten ist aber dennoch sehr wahrscheinlich.

"Es werden sicherlich auch noch andere Sportarten betroffen sein", sagte Dieter Csefan vom österreichischen Bundeskriminalamt und sprach von einem seit Jahren weltweit agierenden Netzwerk und einer "kriminellen Organisation".

(bn/sid/dpa)

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