Was den "Pussy Riot"-Aktivisten nach ihrer WM-Flitzer-Aktion droht

16.07.2018, 12:0116.07.2018, 12:04

In der 52. Minute des WM-Finales liefen vier Flitzerinnen und Flitzer auf das Feld. Die drei Frauen und ein Mann trugen dabei Polizei-Uniformen – und wollten damit wohl eine politische Botschaft senden.

Nachdem eine der Flitzerinnen sogar mit Frankreich-Star Mbappé abklatschen konnte, wurden sie vom Platz getragen.

Die Moskauer Polizei hat gegen die vier Flitzer jetzt Verwaltungsstrafen beantragt. Ihnen werde vorgeworfen, gegen die Vorschriften für Zuschauer bei Sportveranstaltungen verstoßen und sich unrechtmäßig Uniformen beschafft zu haben, meldete die Agentur Interfax am späten Sonntagabend.

Was droht den Flitzern jetzt?

Die Höchststrafe für den Verstoß gegen die Regeln für Zuschauer liegt laut Agentur Interfax bei einer Geldstrafe von 200.000 Rubel (etwa 2700 Euro) oder 160 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Für das Beschaffen einer Uniform beträgt die Strafe dem Bericht zufolge zwischen 1000 und 1500 Rubel (ca. 20 Euro). 

Wer steckt hinter der Aktion?

Die kremlkritische Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot reklamierte die Aktion für sich und verband sie mit politischen Forderungen wie etwa nach mehr politischem Wettbewerb in Russland. Zudem forderte die Gruppe ein Ende von Festnahmen bei friedlichen Protesten und die Freilassung aller politischen Gefangenen.

Nicht trauric sein, liebe Kroaten:

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Nicht trauric sein!
quelle: ap / petr david josek
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Das folgende Video soll nach der Festnahme auf einem Polizeiposten aufgenommen worden sein. Es sei schade, dass das Jahr 1937 vorüber sei, sagte ein aufgebrachter Polizist. Damit spielte er wohl auf die politische Säuberung von Stalin an. In jenem Jahr ließ er 1,5 Millionen Menschen verhaften – der Großteil davon starb.

Pussy Riot ist vor allem bekannt für eine Protestaktion 2012 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale: Dort hatten sie ein "Punk-Gebet" aufgeführt, in dem sie Putin offen kritisierten. Wegen "Rowdytums" und "Aufwiegelung zu religiösem Hass" wurden drei Bandmitglieder zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, sie kamen jedoch vorzeitig frei.

(bn/dpa/vom)

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