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"Mein letztes WM-Finale" – Bela Rethy spricht über seinen Abschied 

Wenn am Sonntag Kroatien gegen Frankreich um den WM-Titel spielen, werden wir Bela Rethys Stimme hören. Der 61-Jährige kommentiert sein drittes WM-Finale für das ZDF und erzählte nun schon mal, dass es kein viertes WM-Finale geben wird und was er Kollegin Claudia Neumann für einen Ratschlag gegeben hat.

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Der Mann hinter der bekannten Stimme: Bela Rethy. Bild: imago sportfotodienst

In Sozialen Netzwerken verunglimpften etliche Unverbesserliche die Reporterin des Zweiten, denen es hauptsächlich darum ging, Hass zu verbreiten, weil Neumann als Frau WM-Spiele kommentiert. 

Das ist Bela Rethy:

Er wurde 1956 in Wien geboren nachdem seine Familie ihr Heimatland Ungarn wegen des Volksaufstands im gleichen Jahr verlassen musste. Anschließend zog es sie ins  brasilianischen Sao Paulo, im Alter von 12 Jahren zog Rethy mit seiner Familie ins Rhein-Main-Gebiet

Beruflich begann im Bereich Fußball als Assistent der Kommentatoren Rolf Kramer und Marcel Reif. Seinen ersten Auftritt bei einer WM-Übertragung hatte er 1986, als Kramer im Finale zwischen Deutschland und Argentinien ihn erwähnte: "73. Minute, sagt mir Béla Réthy an." Seit 1987 ist er fester Redakteur beim ZDF, 1991 gab es seine erste Live-Reportage bei einem Länderspiel zwischen der deutschen und irischen U16.

Rethy spricht sechs Sprachen: Neben Deutsch und Englisch auch Ungarisch, Portugiesisch, Französisch und Spanisch.

Das sagt Rethy vor dem Finale:

...über die Hetze im Netz gegen seine Kollegin Claudia Neumann:

"Ich war erschüttert. Ich finde es bedenklich, dass solche Niedertracht in unserer Gesellschaft vorhanden ist."

...zu Neumanns Arbeit:

"Claudia macht nicht nur hier bei der WM einen ausgezeichneten Job, sie hat große Kompetenz."

Das ZDF-Reporter-Team:

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Von links nach rechts: Oliver Schmidt, Bela Rethy, Claudia Neumann und Martin Schneider. Bild: imago sportfotodienst

Das ZDF als Arbeitgeber reagierte auf den Hass und stellte Strafanzeige. 

Rethy zur Strafanzeige:

"Wir befinden uns ja nicht in einem rechtsfreien Raum. Die Reaktion des ZDF habe ich sehr positiv aufgenommen."

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Rethys Ratschlag an Neumann:

"Ich habe Claudia gesagt, dass diese Aussagen keine Bedeutung haben, denn sie geben nicht die Mehrheit der Meinung in der Bevölkerung wieder, und sie haben mit dem wahren Leben nichts zu tun. Es ist eine Minderheit, die zwar sehr laut ist, aber letztendlich keine Bedeutung hat, auch wenn es für den Betroffenen natürlich sehr übel ist."

Rethy weiß aus eigener Erfahrung, dass auch seine Reportagen nicht von allen Zuschauern positiv aufgenommen werden. Er selbst ist allerdings nicht in den Sozialen Medien aktiv, sie sind für ihn "kein Thema". Ihm fehle einfach der Zugang zu dieser digitalen Welt.

Vor dem Endspiel am Sonntag hatte Rethy aber auch mit anderen Problemen zu kämpfen. Eine Erkältung machte ihm zu schaffen, mit Hausmittelchen wurde sie bekämpft, die Stimme kehrte rechtzeitig zurück. Zum dritten Mal nach 2002 in Yokohama und 2010 in Johannesburg darf Rethy ein WM-Endspiel für das Zweite kommentieren.

Als Kommentator bei EM-Finals hat Rethy beispielsweise 1996 beim deutschen EM-Triumph in Wembley durch das Golden Goal von Oliver Bierhoff Fußball-Geschichte hautnah miterlebt; 2004 und 2012 war er ebenfalls bei EURO-Finals im Einsatz.

Rethy über seine dritte WM-Finalteilnahme als Kommentator:

"Ein WM-Finale ist natürlich immer etwas Besonderes, ein drittes natürlich erst recht. Sechs Finals zusammen mit den EM-Turniere – das liegt vor allem an meinem Alter."

Warum das Finale ganz besonders sein wird:

"Es wird wohl mein letztes WM-Finale sein, denn in vier Jahren in Katar werde ich voraussichtlich nicht mehr dabei sein."

Rethy auf die Frage, zu welchem Team er hält:

"Ich bin Anhänger des guten Fußballs und freue mich auf ein schönes, attraktives Finale."

(bn/sid)

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