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MOSCOW, RUSSIA - JULY 11: Luka Modric of Croatia in action during the 2018 FIFA World Cup WM Weltmeisterschaft Fussball Russia Semi Final match between England and Croatia at Luzhniki Stadium on July 11, 2018 in Moscow, Russia. MB Media WCS, SPO, SOC PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMBxMediax

Bild: imago sportfotodienst

"Es ist an der Zeit, dass Modrić endlich Weltfußballer wird!"

Quentin Aeberli / watson.ch

Es erinnert an das Finale der EM 2016, wie der kroatische Kapitän Luka Modrić in den Schlussminuten an der Seitenlinie steht und Anweisungen gibt. Wie damals Cristiano Ronaldo gegen Frankreich, als der Portugiese nach wenigen Minuten ausgewechselt werden musste, hält es Modrić in Moskau keine Sekunde auf der Bank aus. Nachdem Kroatiens Nummer 10 wenige Minuten vor Schluss des historischen WM-Halbfinals gegen England das Feld verlassen hatte, gab er er an der Seitenlinie unentwegt weitere Anweisungen.

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Modrić (Nummer 10) gibt kurz vor Schluss Anweisungen an seine Teamkollegen bild: screenshot srf

(L-R) coach Fernando Santos of Portugal, Cristiano Ronaldo of Portugal during the UEFA EURO EM Europameisterschaft Fussball 2016 final match between Portugal and France on July 10, 2016 at the Stade de France in Paris, France. Portugal v France UEFA EURO 2016 final 2016/2017 xVIxxIVx PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxPOLxJPNxONLY 5928347

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"Trainer" Cristiano Ronaldo und der eigentliche Trainer Fernando Santos im EM-Finale 2016. Bild: imago sportfotodienst

Der Einsatz lohnte sich. Kroatien steht nach 120 Minuten unermüdlichen Einsatzes im ersten WM-Final in der Geschichte des 4-Millionen-Einwohner-Landes. Historić!

"Sie haben uns unterschätzt"

Nachdem Luka Modrić an dieser WM bereits dreimal zum "Man of the Match" (gegen Nigeria, Argentinien und Russland) gewählt wurde und einer der Hauptverantwortlichen für den Halbfinaleinzug Kroatiens war, dauerte es im zweitletzten WM-Einsatz ein wenig, bis der Dreh- und Angelpunkt der kroatischen Nationalmannschaft ins Spiel fand.

Doch auch wenn mal ein Pass nicht dort landete, wo der langjährige Akteur von Real Madrid ihn haben wollte, verlor Trainer Zlatko Dalić keinen Gedanken daran, seinen Kapitän auszuwechseln.

Croatia's Luka Modric celebrates with head coach Zlatko Dalic after advancing to the final during the semifinal match between Croatia and England at the 2018 soccer World Cup in the Luzhniki Stadium in Moscow, Russia, Wednesday, July 11, 2018. (AP Photo/Frank Augstein)

Der Trainer und sein Kapitän. Bild: AP

"Die englischen Journalisten unterschätzten uns – das war ein großer Fehler."

Luka Modrić zu einer britischen Journalistin

Modrić gab dem Trainer recht. Spätestens in der zweiten Hälfte fand der vielleicht abgebrühteste Mittelfeld-Spieler der Welt ins Spiel. Und sofort war es Kroatien, das der Partie den Stempel aufdrückte und hochverdient zum 1:1 ausglich. Die "Vatreni" verpassten es, den Sack bereits nach 90 Minuten zuzumachen und mussten bis in die 109. Minute und das Game-Winning-Goal von Mario Mandžukić warten, bis sie endlich feiern durften.

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Modrić über die überhebliche englische Presse und wie ihre Aussagen die Kroaten noch mehr motivierten, alles zu geben. Video: YouTube/Goals & Highlights Today

Apropos feiern: Ob sich Vida wohl ein Bier gönnte?

Weltfussballer Modrić?

Nun steht Luka Modrić mit Kroatien im WM-Final. "Ein Traum, der wahr wird", wie Kroatiens Nummer 10 nach der Partie zu Protokoll gibt. Und dies, nachdem Modrić dieses Jahr zum dritten Mal in Folge mit Real Madrid die Champions League gewinnen konnte.

Spieler, die sowohl Weltmeister als auch Champions-League-/ Meistercup-Sieger wurden. Erst viermal war dies der Fall.

Sollte Luka Modrić jetzt auch noch den Weltmeister-Titel in sein Palmarès aufnehmen, ist er der erfolgreichste Fussballer 2018. Die logische Konsequenz wäre die Auszeichnung zum Weltfussballer 2018.

Luka Modric of Croatia waits to take a corner kick during the FIFA World Cup WM Weltmeisterschaft Fussball 2018 Semi Final match at the Luzhniki Stadium, Moscow. Picture date 11th July 2018. Picture credit should read: David Klein/Sportimage PUBLICATIONxNOTxINxUK

Die Augen von 80'000 Zuschauern sind auf ihn gerichtet, um die Ecke zu treten. Bild: imago sportfotodienst

Modrić, der als Flüchtlingskind in einem Hotel lebend die Liebe zum Fußball entdeckte, hat mit 32 Jahren noch einmal sein ganzes Können ausgepackt und damit ein ganzes Land mit seinem Einsatz in Furore versetzt. So sehr, dass sogar der kroatische Mitspieler, der die Saison hindurch für Erzrivale Barcelona aufläuft, nach der Partie sagt: 

"Es ist an der Zeit, dass Luka Modrić endlich den Ballon d'Or gewinnt."

Ivan Rakitic über seinen kroatischen Kollegen

Modrić selbst mag – in der Manier eines Kapitäns – nicht über den Ballon d'Or reden. Diese Auszeichnung interessiere ihn im Moment nicht. Zur Zeit will und soll der 32-Jährige über den Erfolg der Nationalmannschaft sprechen. Auch wenn es viele Gründe für eine mögliche Nomination zum Weltfußballer gibt.

Aber hat Modrić die Chance, der neue Weltfußballer zu werden? Wohl nur, wenn er mit Kroatien Weltmeister wird, und selbst dann ist seine Wahl nicht selbstverständlich. Denn Modrić glänzt gewöhnlich nicht mit Toren. Nicht mit Dribblings von einem anderen Stern. Nicht mit der großen Show.

Modrić spielt einfach Fussball, wie dies ein Siebenjähriger bei seinen Anfängen in den F-Junioren tut. Simpel, unbekümmert und stets voller Leidenschaft. Dazu kommen die Ruhe und Intelligenz, die kein Zweiter so auf den Platz bringt wie der 1,72 Meter kleine Mann, der früher wegen seiner Größe noch gemobbt wurde. Seine Pässe gehen zum nächstgelegenen Mitspieler, er schafft Räume, die es auf einem Fußbalfeld gar nicht gibt und er erobert Bälle, wie es sonst höchstens noch Frankreichs N'Golo Kanté tut. Alles ohne Hektik, alles ganz abgeklärt. Als würde er gar nicht realisieren, dass 80.000 im Stadion zusehen.

Andres Iniesta war der letzte zentrale Mittelfeldspieler, der für einen Ballon d'Or nominiert war. Es war dies 2012, als er mit Spanien Europameister wurde und mit Barcelona im Halbfinal der Champions League scheiterte. Sein Spielstil kann mit jenem Modrićs verglichen werden. Und trotzdem standen ihm zwei Spieler vor der Sonne: Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Dasselbe Schicksal droht nun auch Luka Modrić.

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Sollte Luka Modrić Weltfußballer werden?

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  • 90%Ja, er hätte es verdient.
  • 8%Nein, Ronaldo oder Messi sollten es wieder untereinander ausmachen.

So ausgelassen feiert Kroatien den historischen Finaleinzug

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