Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Von den Erdogan-Fotos bis zum Rücktritt: Der Fall Mesut Özil in 26 Zitaten

Die Fotos der deutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und der Umgang mit dem Thema haben lange über die Fußball-WM in Russland hinaus für heftige Diskussionen gesorgt.

Um diese Bilder ging's:

Mesut Özil hat nun Konsequenzen gezogen und ist aus der DFB-Auswahl zurückgetreten.

"Ich habe das deutsche Trikot mit so viel Stolz und Begeisterung getragen, aber jetzt nicht mehr... Rassismus sollte niemals akzeptiert werden."

In 3 Tweets hatte er am Sonntag mit dem DFB, den Medien, rassistischen Anfeindungen und Sponsoren abgerechnet:

Wie konnte es dazu kommen? Wer sagte noch mal was? Und wann wurde die Diskussion eigentlich so giftig?

Die Eskalation in Zitaten:

14. Mai:

"Der DFB respektiert und achtet selbstverständlich die besondere Situation unserer Spieler mit Migrationshintergrund. Aber der Fußball und der DFB stehen für Werte, die von Herrn Erdogan nicht hinreichend beachtet werden. Deshalb ist es nicht gut, dass sich unsere Nationalspieler für seine Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen. Der Integrationsarbeit des DFB haben unsere beiden Spieler mit dieser Aktion sicher nicht geholfen." (DFB-Präsident Reinhard Grindel bei Twitter)

FILE - In this file photo dated Tuesday, March 27, 2018, showing Reinhard Grindel, President of the German Soccer Association (DFB), during a soccer match against Brazil, in Berlin.  Speaking about the upcoming election of the 2026 World Cup host country, FIFA Council member Reinhard Grindel tells The Associated Press Tuesday April 24, 2018, the decision-making power must stay with more than 200 member federations, saying “If there are only two (candidates), the congress must have the chance to vote.” (AP Photo/Michael Sohn, FILE)

DFB-Präsident Grindel Bild: AP

"Ich habe nach wie vor überhaupt keine Zweifel an Mesuts und Ilkays klarem Bekenntnis, für die deutsche Nationalmannschaft spielen zu wollen und sich mit unseren Werten zu identifizieren." (DFB-Teammanager Oliver Bierhoff)

"Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen." (Ilkay Gündogan)

15. Mai:

"Menschen können Fehler machen, und wir müssen das Maß wahren. Ich glaube, dass beide wissen, dass sie einen Fehler gemacht haben." (Reinhard Grindel)

"Das war keine glückliche Aktion. Wenn man für Deutschland spielt, dann vertritt man das Land und die deutschen Werte." (Bundestrainer Joachim Löw)

Es sei eine Situation gewesen, "die Fragen aufwarf und zu Missverständnissen einlud". (Regierungssprecher Steffen Seibert im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel)

19. Mai:

"Um es in Fußballersprache auszudrücken, haben sie einen groben Fehlpass gespielt und was macht man, wenn man einen Fehlpass gespielt hat? Man versucht, den Ball zurückzugewinnen." (Der langjährige Nationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm)

"Heimat gibt es auch im Plural. Ein Mensch kann mehr als eine Heimat haben, und neue Heimat finden. Das hat die Bundesrepublik für Millionen von Menschen bewiesen und es hat uns bereichert." (Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei Facebook nach einem Treffen mit Ilkay Gündogan und Mesut Özil)

"Mesut Özil hat mir heute gesagt: 'Ich bin hier aufgewachsen und stehe zu meinem Land.'" (Frank-Walter Steinmeier)

"Es gab ein Gespräch und von daher denke ich, dass wir jetzt so langsam über andere Themen reden können." (Joachim Löw in der ARD)

24. Mai:

"Beide Spieler kamen auf uns zu und wollten es mit uns klären. Mir war es recht, gerade vor Beginn des Trainingslagers. Beide Spieler wollten uns klar machen, dass es keine politische Botschaft war. Es war die Idee von Ilkay, den Bundespräsidenten zu besuchen. Daher sind diese Dinge besprochen und für mich geklärt." (Joachim Löw)

Frankfurt National-, Bundestrainer Joachim Jogi Loew im Gespraech mit Mesut Oezil (FC Arsenal) Deutschland vs Polen, Fussball, EM-Qualifikationsspiel, 04.09.2015, Copyright: Schueler/Eibner-Pressefoto EP_JSE

Joachim Löw und Özil Bild: imago sportfotodienst

1. Juni:

"Innerhalb der Mannschaft war es überhaupt kein Problem." (Joachim Löw in einer Zwischenbilanz des WM-Trainingslagers über die Auswirkungen des umstrittenen Fotos)

03.06.2018, Italien, Eppan: Gruppenbild mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, M) vor dem Hotel Weinegg. Angela Merkel besuchte die Mannschaft in ihrem Quartier in Eppan. Foto: Markus Gilliar/GES-Sportfoto POOL/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bundeskanzlerin Merkel mit der Nationalmannschaft im Trainingslager Bild: GES-Sportfoto POOL

5. Juni:

"Die Reaktionen haben mich getroffen, vor allem auch die persönlichen Beleidigungen. Weil ich schon der Meinung bin, dass einige Vorwürfe, die jetzt gegen Mesut und mich aufgekommen sind, nicht zu 100 Prozent stimmen." (Ilkay Gündogan)

"Wir haben aufgrund unserer türkischen Wurzeln noch einen sehr starken Bezug zur Türkei. Das heißt aber nicht, dass wir jemals behauptet hätten, Herr Steinmeier sei nicht unser Bundespräsident oder Frau Merkel nicht unsere Bundeskanzlerin. Deshalb war es auch nie ein Thema, ein politisches Statement zu setzen." (Ilkay Gündogan)

7. Juni:

"Was hätten wir noch mehr machen sollen? Ich bin der Meinung, wir haben sehr viel gemacht - und jetzt reicht es dann auch." (Oliver Bierhoff zu Vorwürfen gegen den DFB zum Umgang mit dem Thema)

10. Juni:

"Ich glaube, die beiden Spieler haben nicht bedacht, was das Foto auslöst mit dem Präsidenten Erdogan." (Angela Merkel in der ARD)

12. Juni:

"Mündig heißt ja, dass man selbst entscheidet und verantwortet, wie man reagiert. Und das tut Mesut. Ob es in diesem Fall richtig und gut für ihn ist, steht auf einem anderen Blatt." (Oliver Bierhoff zur Entscheidung von Özil, sich bei der WM nicht zum Treffen mit Erdogan zu äußern)

FUSSBALL WM 2018 Vorrunde Gruppe F 27.06.2018 Suedkorea 2-0 Deutschland Enttaeuschung Deutschland; Teammanager Oliver Bierhoff (re) und Mesut Oezil *** FIFA World Cup 2018 Preliminary Round Group F 27 06 2018 South Korea 2 0 Germany Disappointment Germany Team Manager Oliver Bierhoff re and Mesut Oezil PUBLICATIONxNOTxINxAUTxSUIxITA

Oliver Bierhoff mit Özil Bild: imago sportfotodienst

17. Juni:

"Am Anfang hat das schon ein bisschen gestört in der Mannschaft, war sogar belastend." (Nationaltorwart Manuel Neuer zum Einfluss des Wirbels um Özil und Gündogan auf die Nationalmannschaft in der WM-Vorbereitung)

Kasan, Russland, 27.06.2018, FIFA Weltmeisterschaft, Gruppe F, Suedkorea - Deutschland, Torwart Manuel Neuer (GER) enttaeuscht ( DeFodi507 *** Kazan Russia 27 06 2018 FIFA World Cup Group F South Korea Germany Goalkeeper Manuel Neuer GER disappointed DeFodi507

Manuel Neuer Bild: imago sportfotodienst

5. Juli:

"Wir haben Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft bislang noch nie zu etwas gezwungen, sondern immer versucht, sie für eine Sache zu überzeugen. Das ist uns bei Mesut nicht gelungen. Und insofern hätte man überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet." (Oliver Bierhoff in einem Interview mit "Die Welt")

6. Juli:

"Es tut mir leid, dass ich mich da offenbar falsch ausgedrückt habe und diese Aussagen missinterpretiert werden. Sie bedeuten in keinem Fall, dass es im Nachhinein falsch gewesen sei, Mesut mitzunehmen." (Oliver Bierhoff in der "Bild"-Zeitung zu seiner Aussage vom Vortag)

8. Juli:

"Diese Aussage ist eine Frechheit. Sie dient meiner Meinung nach nur dazu, die eigene Haut zu retten." (Mesut Özils Vater Mustafa Özil in der "Bild am Sonntag" zu den Äußerungen von Oliver Bierhoff)

"Es stimmt, dass sich Mesut bisher nicht geäußert hat. Das hat viele Fans enttäuscht, weil sie Fragen haben und eine Antwort erwarten. Diese Antwort erwarten sie zu Recht. Deshalb ist für mich völlig klar, dass sich Mesut, wenn er aus dem Urlaub zurückkehrt, auch in seinem eigenen Interesse öffentlich äußern sollte." (Reinhard Grindel in einem Interview des "Kicker")

"Daneben müssen wir die sportliche Analyse abwarten und schauen, ob Joachim Löw weiter mit ihm plant." (Reinhard Grindel in einem Interview des "Kicker")

11. Juli:

"Jetzt ist die Zeit zu analysieren: die Leistungen auf dem Platz, den Umgang mit dieser Affäre. Und danach muss man mit seiner Haltung an die Öffentlichkeit gehen. Das wäre die richtige Aufarbeitung." (Ex-Kapitän Philipp Lahm in einem Interview der "Zeit")

19. Juli:

"Das katastrophale Krisenmanagement des DFB infolge der Erdogan-Fotos hat Raum gelassen für Angriffe von rechts und die überwunden gehoffte Debatte, ob hier geborene Deutsch-Türken wirklich Teil unserer Gesellschaft sind oder für immer Ausländer bleiben. Das wirft uns um Jahre zurück." (Der frühere Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung")

22. Juli:

"Mit schwerem Herzen und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen, so lange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre." (Mesut Özil)

(dpa)

Viele teilen gerade das Video der schwedischen Nationalmannschaft. Message: So geht man mit Rassismus gegen Team-Mitglieder um!

Play Icon

Video: watson/Lia Haubner

Mehr Fußball auf watson:

7 Dinge, die du zu Ronaldos Transfer von Real zu Juventus wissen musst

Link to Article

Marktwert gesunken: Diese 2 Bundesliga-Spieler sind die größten WM-Verlierer

Link to Article

Alisson Becker: Das ist Loris Karius' brasilianisch-deutscher Albtraum

Link to Article

++ BVB verlängert mit Shooting-Star Sancho ++

Link to Article

Die Legende tritt heute ab – Buffon schreibt unglaublich emotionalen Abschiedsbrief

Link to Article

Magdeburger Horror und Eintracht-Joints – Wir zeigen die 10 besten Pokal-Choreos

Link to Article

Das ist mein sechster Abstieg mit dem 1. FC Köln. Dabei fing alles ganz harmlos an...

Link to Article

"For the nation, by the nation" – so gibt man ganz ohne Hologramm sein Team bekannt

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Das Einzige, das nach dem WM-Aus leid tun muss: Marco Reus

Toni Kroos sagte nach seinem Kunstfreistoß gegen Schweden in die Kamera: "Man hat das Gefühl, dass es viele Leute in Deutschland gefreut hätte, wenn wir heute rausgegangen wären.“ Das ist schon komisch, dass der amtierende Weltmeister im eigenen Land so viele Hater hat.

Nur, der Weltmeistertitel scheint wie eine Ewigkeit her zu sein. Deutschland war im Juli 2014 ein anderes Land. Der erste Flüchtlingsstrom war noch ein Jahr entfernt, die AfD lag in Umfragewerten bei 5 Prozent und RB Leipzig …

Artikel lesen
Link to Article