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Bildnummer: 50855553  Datum: 01.07.1999  Copyright: imago/Lem
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Bild: Lem/Tagesspiegel/Imago Images/ARD/Montage watson

Sido entsetzt Jauch bei Mauerfall-Diskussion – ARD-Moderatorin bricht ab

Sido polarisiert schon seit er mit seiner Single „Mein Block“ erstmals in den Charts war. Damals schockte er mit seinen Texten. Heute ist er etwas zurückhaltender geworden – zumindest wenn es um Musik geht. Denn im vom Rundfunk Berlin-Brandenburg produzierten und in der ARD ausgestrahlten Talkformat "Hier spricht Berlin" zeigt er, dass man auch anderweitig polarisieren kann.

Bei "Hier spricht Berlin" geht es – wie der Name schon vermuten lässt – um Berlin. Themen wie Politik, Trends oder Ost-West-Geschichte dominieren dabei den Abend. In der ersten Folge ging es unter anderem um "30 Jahre Mauerfall". Für den Rapper Sido ein schwieriges Thema.

Er fragte, ob die Menschen wirklich regelmäßig an den Mauerfall erinnert werden müssten und stieß damit eine Diskussion an. Die Moderatorinnen Eva-Maria Lemke und Jessy Wellmer würgten diese allerdings schnell ab. Dabei hatte die Runde sonst nicht viel zu bieten.

Ob Quizmaster Günther Jauch, Schauspielerin Petra Schmidt-Schaller, Opernsäger Thomas Quasthoff, Autorin Else Buschheuer oder Tattoo-Artist Daniel Krause – die Gäste gaben kaum spannende Anregungen. Und das obwohl das Thema „Mauerfall“ ausreichend Diskussionsstoff hergeben würde. Erst Sidos Frage sorgte für etwas Aufregung.

"Man soll den 9. November nicht feiern, weil dass die Mauer nicht mehr da ist, heißt ja, dass sie mal da war."

So gibt Moderatorin Jessy Wellmer den Rapper in der Show wieder.

Für die Anwesenden klingt das nach einer verqueren Logik. Sido selbst ist der Meinung, dass man Negatives wie die Mauer einfach vergessen könne. Die Jugend interessiere es ohnehin nicht.

Sido fragt: Sollte Menschen Geschichte aufgezwungen werden?

"Wer wird Millionär"-Moderator Günther Jauch sieht das etwas anders und antwortet sichtlich empört: "Wenn sie geschichtslos aufwachsen, können Menschen kaum verstehen, was Freiheit, Demokratie oder Gewaltenteilung für sie bedeutet." Außerdem regt er an, dass Schüler ein Konzentrationslager besuchen sollten. Sido hakt nach, ob man gezwungen werden sollte, sich mit Geschichte zu beschäftigen. Schließlich interessiere sich nicht jeder dafür.

Dass Eva Maria-Lemke den Wortwechsel kurz darauf stoppte, war ernüchternd. Watson fragte beim zuständigen Sender, dem rbb, nach, wieso es zu dem Abbruch kam. Ein rbb-Sprecher sagte:

Die thematische Wende war ganz allein der Zeit geschuldet. Die Diskussion entspann sich ja zwischen der 80. und 85. Sendeminute. Es gab im Vorfeld aber die klare Absprache, dass wir nach der Aufzeichnung nicht in den Schnitt gehen, sondern "Live on Tape", also möglichst authentisch senden wollen, entsprechend musste nach 90 Minuten Schluss sein.

Das ist insofern verwunderlich, da jedem Kandidaten immerhin 15 Minuten Sendezeit zustanden – Sido hatte knapp 13. Zwei Minuten sind nicht viel, aber dennoch genug, um ein paar Argumente hin und herspielen zu lassen. Gerade Jauch und Sido geben ein gutes und konträres Meinungspaar ab. Vielleicht wäre die Diskussion rund um den Mauerfall dann nicht ganz so unbefriedigend geendet.

Findest du, dass an die Mauer erinnert werden sollte oder teilst du Sidos Meinung? Schreib's in die Kommentare!

(tkr)

Ab jetzt AfD-Osten? So ein Quatsch!

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