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Bild: imago/montage

7 der teuersten Serienflops der TV-Geschichte

Pascal Scherrer / watson.ch

Es ist das, wovon jedes Produktionsstudio träumt: den nächsten großen Serienhit zu landen und dann richtig abzukassieren. Doch wer im Seriengeschäft satte Gewinne einfahren will, muss zuerst großzügig investieren – und manchmal geht das dann eben richtig übel nach hinten los.

Hinweis: Es geht hier nur um finanzielle Serienflops – nicht um inhaltliche. Eine Serie kann auch floppen, wenn sie gut ist.

"Camelot" (2011)

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starz entertainment

2011 feierte mit "Camelot" eine der dazumal ambitioniertesten TV-Serien Premiere. Für die Geschichte der Artussage hatte der Sender Starz unter anderem Eva Green und Joseph Fiennes engagiert. Pro Episode soll der Sender laut Insidern rund sieben Millionen Dollar ausgegeben haben. Das machte "Camelot" 2011 mit seinen zehn Folgen zu einer der aktuell teuersten Serien.

Nach dem Start konnte die Serie aber nicht wirklich überzeugen. Bei Kritikern kam "Camelot" nur durchwachsen an und die Zuschauerzahlen waren von Beginn an nicht sehr berauschend. Als nur gerade zwei Monate später "Game of Thrones" startete, brach dies "Camelot" das Genick. Die Zuschauerzahlen sanken immer weiter und die Serie wurde nach der ersten Staffel eingestellt. Offiziell wegen "erheblichen Produktionsproblemen".

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Video: YouTube/Universum Film

"Marco Polo" (2014–2016)

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netflix

Nach dem riesigen Erfolg von "Game of Thrones" investierten viele Studios in teure Monumental- und Fantasy-Serien, um auf den Erfolg aufzuspringen. Der Beitrag des Streaming-Dienstes Netflix hieß "Marco Polo" und erzählte die Geschichte der gleichnamigen, historischen Figur.

Für die Serie hatte Netflix keinen Aufwand gescheut. Gedreht wurde rund um den Globus, unter anderem in Italien, Kasachstan und Malaysia. Alleine in Malaysia standen 51 Sets, an denen gedreht wurde. Teilweise baute man Requisiten wie Kriegsgerät in Originalgröße nach, um die Serie möglichst authentisch zu gestalten. Alleine für den Produktionsaufwand der zehn Episoden der ersten Staffel soll Netflix 90 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt haben.

Obwohl "Marco Polo" bei den Zuschauern gut ankam, generierte die Serie zu wenig Wirbel, um für Netflix die hohen Kosten weiterhin zu rechtfertigen. Nach zwei Staffeln und rund 200 Millionen Dollar Verlust war darum Schluss.

"Vinyl" (2016)

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hbo

"Vinyl" spielte in der New Yorker Musikszene der 1970er-Jahre. Auf dem Papier war die Serie eine sichere Sache: Mick Jagger war als Berater an Bord, genauso wie Regielegende Martin Scorsese. Dieser liess es sich dann auch nicht nehmen, die erste Folge gleich selbst zu inszenieren. Ihm zur Verfügung stand ein Cast von erfahrenen, aber unverbrauchten Talenten wie etwa Olivia Wilde, Juno Temple oder Jack Quaid.

HBO erhoffte sich Großes, entsprechend groß war auch das Budget: 100 Millionen Dollar soll die erste Staffel mit ihren zehn Episoden gekostet haben. Ausgezahlt hat sich das nicht. Mickrige 1,1 Millionen Zuschauer schalteten in den ersten drei Tagen ein, um "Vinyl" zu gucken. Für HBO, die 36 Millionen Pay-TV-Abonnenten haben, ein Desaster. Dass der Sender das vermeintliche Prestigeprojekt kurze Zeit später absägte, hat dann niemanden mehr überrascht.

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Video: YouTube/John Smith

"The Event" (2010–2011)

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nbc

Nachdem "Lost" 2010 auf sein Ende zugesteuert war, dachte sich der konkurrierende Sender NBC wohl, man könne die fehlende Lücke füllen. Das Ergebnis war "The Event", eine Mysteryserie um Aliens, die entweder unerkannt unter uns lebten oder von der US-Regierung gefangen gehalten wurden. Alleine für das Marketing hat NBC angeblich 15 Millionen Dollar ausgegeben. Weitere 15 Millionen Dollar soll die Pilotfolge gekostet haben.

Und tatsächlich schaffte es die erste Folge von "The Event", Zuschauer als auch Kritiker zu überzeugen. Ein neuer Serienhit schien geboren. Doch je länger die 22-teilige Staffel voranschritt, desto verwirrender wurde die Story. Nebenhandlungen, Rückblenden und plötzliche Wendungen warfen mehr Fragen auf, als beantwortet wurden. Darauf hatten die Zuschauer nach der Enttäuschung bei "Lost" wohl keinen Bock mehr und kehrten "The Event" den Rücken. Für NBC wurde die Serie damit zu einem finanziellen Flop, der nach einer Staffel endete.

Trailer:

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Video: YouTube/Maven Mavens

"Supertrain" (1979)

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nbc

"Supertrain" wurde im Jahr 1979 ausgestrahlt und gilt noch heute als einer der teuersten Serienflops der TV-Geschichte. Dabei hatte NBC mit der Serie große Pläne. Den Produzenten verkaufte man "Supertrain" als "'Love Boat' in einem futuristischen Zug". "Love Boat" war zu dieser Zeit eine äußerst populäre TV-Serie über ein Kreuzfahrtschiff. In jeder Episode wurden die Erlebnisse einer fixen Crew mit den wechselnden Passagieren erzählt.

NBC bewilligte unter anderem allein zehn Millionen für aufwändige Zugmodelle, die für Außenaufnahmen verwendet wurden. Diese Kosten wurden noch in die Höhe getrieben, weil die Modelle oft kaputtgingen. Dennoch pumpte NBC angeblich eine enorme Summe ins Marketing, um die Serie zu pushen. Doch die Kritiker zerrissen die Show und auch die Zuschauer mochten die Serie nicht. Nach gerade einmal neun Folgen wurde das Projekt beendet, denn NBC hatte inzwischen ernsthafte finanzielle Probleme.

Die USA hatten angekündigt, die Olympischen Sommerspiele 1980 zu boykottieren, was bei NBC zu enormen Werbeeinbussen führte. Durch die zusätzlichen Verluste durch "Supertrain" musste der Sender sogar beinahe Konkurs anmelden. Der Konkurs konnte schlussendlich abgewendet werden und "Supertrain" gilt bis heute als eine der am schlechtesten geschriebenen TV-Serien.

Intro von "Supertrain":

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Video: YouTube/Tony Cook

"Terra Nova" (2011)

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20th century fox

2011 wollte 20th Century Fox Television mit der Science-Fiction-Serie "Terra Nova" einen Serienmeilenstein setzen. Inhaltlich hatte die Serie alles: Umweltthematik, Zeitreisen, futuristische Designs und natürlich Dinosaurier. Und mit Stephen Lang hatte man sich einen Schauspieler geangelt, der zu dieser Zeit dank "Avatar" weltbekannt war. Und da es im Bereich Science-Fiction keinen Platzhirsch à la "Game of Thrones" gab, schien ein Erfolg unausweichlich.

Diesen hatten die Produzenten auch dringend nötig, denn nur so hätten sie die immensen Kosten rechtfertigen können. Alleine die Pilotepisode soll fast 20 Millionen Dollar gekostet haben, jede weitere der insgesamt 13 Episoden verschlang durchschnittlich vier Millionen. Die hohen Kosten entstanden vor allem durch aufwändige Sets und den hohen Einsatz von Visual Effects.

Die Hoffnungen der Produzenten erfüllten sich leider nicht. Trotz solider Einschaltquoten reichte das nicht aus, um Fox dazu zu bringen, weiterhin so viel Geld in "Terra Nova" zu investieren. Nach Staffel eins war Schluss.

Trailer:

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Video: YouTube/seriennewstv

"Viva Laughlin" (2007)

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Ebenfalls in die zweifelhafte Ruhmeshalle der schlechtesten Serien der TV-Geschichte darf sich "Viva Laughlin" einreihen. Wobei das alleine noch nichts Besonderes ist, zumal es Dutzende richtig mieser Serien gibt. Speziell macht "Viva Laughlin" erst das enorme Budget, das man für die Musical-Serie aufwendete – und Hugh Jackman.

Die Serie war eine Adaption der britischen Serie "Blackpool" und wurde als Musical-Comedy-Drama beschrieben. Darin versucht ein Geschäftsmann ein Casino in Laughlin, Nevada, zu eröffnen. Die Vorlage war ein Hit und mit Hugh Jackman, der 2007 äußerst populär war, schien Viva Laughlin eine sichere Sache zu sein. Fast sieben Millionen hatte CBS alleine in die Pilotepisode investiert. Als diese dann endlich gesendet wurde, war die Ernüchterung groß. Die Pilotfolge war so schlecht, das Kritiker schon fast einen Sport daraus machten, die Serie zu diskreditieren.

Doch auch die Zuschauer konnten mit "Viva Laughlin" nichts anfangen. Nach der ersten Folge brachen die Zuschauerzahlen ein – und zwar so drastisch, dass CBS die Serie nach zwei Folgen nicht mehr sendete. Bis heute wurden die verbleibenden fünf Folgen nicht gesendet.

Ein kleiner Eindruck, warum die Leute die Serie so so schrecklich fanden:

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Video: YouTube/msvictoriaparsons

Stranger Things – Behind the Scenes der 3. Staffel

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