Fler und der Fernsehsender RTL werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr.
Fler und der Fernsehsender RTL werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Bild: Fler / Katja Kuhl

Fler schießt gegen RTL: Rapper wirft dem Sender Doppelmoral vor

04.03.2020, 08:33

Fler legt in seinem Streit mit RTL nach. Nachdem ein dreiköpfiges Team des Fernsehsenders am Montag eine unangenehme Begegnung mit dem Berliner Rapper hatte, wirft dieser dem Sender nun vor, mit zweierlei Maß zu messen.

Dabei zielt er auf die RTL-Datingshow "Der Bachelor". Bei dieser werben bekanntlich 20 junge Frauen um die Gunst eines Junggesellen. Wie in Datingshows nicht unüblich, müssen sie dafür auch immer wieder demütigende und erniedrigende Aussagen über sich ergehen lassen. Der Sendung wurde schon des Öfteren Sexismus vorgeworfen.

Und genau darauf nimmt Fler nun Bezug. "RTL stellt mehrere Frauen vor die Kamera, unter denen sich ein Mann eine auswählen kann, stellt sie somit bloß... nennen das ganze Bachelor und ich bin frauenfeindlich?" schreibt er auf Instagram.

Moment mal, Fler als Sexismus-Kritiker? Das wäre ja mal ganz was Neues. Aber natürlich hat das Ganze eine Vorgeschichte, und natürlich geht es Fler in erster Linie darum, einen Kontrahenten unglaubwürdig erscheinen zu lassen.

Was vorher geschah

Denn am Montag hatte ein Team von RTL ihn mit Sexismus-Vorwürfen gegen seine eigene Person konfrontiert. Laut eigenen Angaben kam der Rapper gerade mit seiner Freundin aus dem Luis-Vuitton-Store, als ihn ein Kamerateam gegen seinen Willen filmte. Bei der darauffolgenden Auseinandersetzung verletzte er einen der Kameraleute an der Augenbraue, die Wunde wurde im Krankenhaus behandelt. Fler warf dem Sender in einem Post am Dienstag vor, seine Persönlichkeitsrechte missachtet zu haben.

Hintergrund des Interesses seitens RTL war Flers Reaktion auf ein Video von Terre des Femmes. In diesem zitierten Frauen sexistische und frauenverachtende Rap-Zeilen, darunter auch eine von Fler: "Will keine Frauen, ich will Hoes, sie müssen blasen wie Pros". Das Motto der Kampagne lautet #UnHateWomen. Eine Darstellerin aus dem Video, die ihn unter einem Post dazu verlinkt hatte, veröffentlichte Screenshots von Nachrichten, in denen Fler sie beleidigt und bedroht.

Vielleicht können wir uns ja mal darauf einigen, dass Sexismus immer scheiße ist, ganz egal, ob er von einem Rapper oder einer RTL-Show ausgeht. Und dass es für Bedrohungen gegen Frauen keine Ausreden und Entschuldigungen gibt. Und dass beides einfach dringend aufhören muss. Das wäre doch mal was.

(om)

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Es ist das erste Mal seit seiner eigenen Zeugenaussage, dass Bushido wieder vor Gericht erscheint. In orangenem Pulli und inzwischen gewohnter Begleitung des LKA schleicht er sich in den Saal. Offenbar will er sich die Aussage des heutigen Zeugen nicht entgehen lassen. Ali Bumaye ist schon da. Er ist selbst Rapper und ein Cousin von Arafat Abou-Chaker und dessen Brüdern, den Angeklagten. Ali hat mit Bushido und Arafat jahrelang zusammengearbeitet. Seine Aussage ist daher durchaus brisant. Ganz in Schwarz gekleidet nimmt er auf dem Zeugenstuhl Platz.

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