Bushidos Villenensemble in Brandenburg wurde im Juni versteigert.
Bushidos Villenensemble in Brandenburg wurde im Juni versteigert. Bild: picture alliance / Stefan Gregorowius | Stefan Gregorowius

Geldwäsche? Ermittlungen wegen Bushido-Villa – Identität des Käufers wirft Fragen auf

11.07.2022, 11:39

Geldwäsche-Verdacht nach der Versteigerung der Bushido-Villa: Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt nach Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit der Zwangsversteigerung des millionenschweren ehemaligen Anwesens von Rapper Bushido und einem Clan-Chef.

Es sei ein Ermittlungsverfahren gegen eine Person aus Oer-Erkenschwick eingeleitet worden, teilte Oberstaatsanwalt Jan Oelbermann auf Anfrage mit. Die "Welt am Sonntag" hatte zuerst berichtet.

Aus Freunden wurden Feinde: Abou-Chaker wollte Cut nicht akzeptieren

Zum Hintergrund: Vor Jahren kauften der Clan-Chef Arafat Abou-Chaker und der Rapper Bushido ein riesiges Anwesen in Brandenburg. Bis es schließlich zur Wende zwischen den Freunden kam: Nachdem sich die Geschäftspartner im Streit trennten – sogar erbitterte Feinde wurden – musste das Villenensemble versteigert werden.

Im Jahr 2011: Arafat Abou-Chaker und Bushido waren gut miteinander befreundet.
Im Jahr 2011: Arafat Abou-Chaker und Bushido waren gut miteinander befreundet. Bild: picture alliance / Eventpress Schulz | Eventpress Schulz

Der Käufer, der am meisten bot: ausgerechnet Abou-Chakers Sohn. Die Vorgänge in Zusammenhang mit der Versteigerung sind offenbar fragwürdig. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Geldwäsche.

Scheinbarer Triumph für den Clan-Boss

Der Streit zwischen der Clan-Größe und dem Rapper beschäftigt das Landgericht Berlin bereits seit zwei Jahren. Abou-Chaker soll die Auflösung der Geschäftsbeziehung durch Bushido alles andere als einfach nur hingenommen haben. Der Clan-Chef und weitere Clan-Mitglieder müssen sich in diesem Zusammenhang wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung, Freiheitsberaubung und Untreue verantworten. Die Clan-Mitglieder bestreiten die Vorwürfe bisher vehement.

Arafat Abou-Chaker bei einem Gerichtstermin.
Arafat Abou-Chaker bei einem Gerichtstermin.Bild: picture alliance/dpa | Christophe Gateau

Der Zwist der beiden betrifft auch das versteigerte Anwesen. Als Bushido damals einen klaren Cut zwischen sich und Arafat Abou-Chaker machte, war er es, der die Zwangsversteigerung für die Immobilie in Kleinmachnow beantragte.

Ungewöhnlich: Da es keine anderen Bieter gab, wurde das Villenensemble Mitte Juni am Amtsgericht Potsdam an Arafat Abou-Chakers 21 Jahre alten Sohn versteigert – für 7,4 Millionen Euro. Das war die benötigte Mindestsumme und entspricht gerade einmal der Hälfte des Verkehrswerts des Anwesens.

Das Geld geht zu gleichen Teilen an Bushido und Abou-Chaker. Ein klarer Triumph für den Clan-Boss.

Ein 21-jähriger Student, der ein Luxusanwesen kauft? Fragen kommen auf

Nun drängen sich wegen des Ablaufs der Versteigerung juristische Fragen in den Vordergrund: Wie konnte etwa ein 21 Jahre alter Student aus Oer-Erkenschwiek in Nordrhein-Westfalen eine Luxus-Immobilie in Traumlage für mehrere Millionen Euro ersteigern?

Das Anwesen hat einen Verkehrswert von über 14 Millionen.
Das Anwesen hat einen Verkehrswert von über 14 Millionen.Bild: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Uwe Koch/ Eibner-Pressefoto

Laut "Welt am Sonntag" ermittelt die Staatsanwaltschaft Bochum in NRW bereits offiziell wegen des Verdachts der Geldwäsche. "Es wird geprüft, ob für den Erwerb der Immobilie Geldmittel eingesetzt worden sind, die aus rechtswidrigen Taten herrühren", sagte Oberstaatsanwalt etwa Jan Oelbermann. Auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder hatte angekündigt, den Fall zu überprüfen.

Besonders Zwangsversteigerungen an Amtsgerichten sind laut dem Bericht anfällig für Geldwäsche. Der Grund: Dort fallen weniger strenge Vorschriften an als beispielsweise bei Immobilienkäufen mit einem Notar.

(ast)

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