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In einer "Hart aber fair"-Sendung im August wies Frank Plasberg George Weinberg in die Schranken. Screenshot ARD

Zu wenig Redezeit für Trump-Supporter: "Hart aber fair" reagiert auf Kritik

Am Montagabend hatte Moderator Frank Plasberg in seiner Sendung "Hart aber fair" natürlich vor allem ein Thema: die anstehende US-Wahl. Mit seinen Gästen, unter anderem saß auch der US-Amerikaner und Trump-Supporter George Weinberg in der Runde, sprach Plasberg über die aktuelle Stimmung in den USA sowie die Chancen einer Trump-Wiederwahl. Dabei machte nicht nur der aus den USA zugeschaltete ARD-"Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni deutlich, dass die Chancen einer zweiten Amtszeit des Präsidenten weniger schlecht stehen als oft in Deutschland angenommen wird – was sich angesichts des weiterhin knappen Wahlausgangs bewahrheitete.

George Weinberg, Aufsichtsratsmitglied der Republicans Overseas Germany, zweifelt sogar gar nicht erst an Trumps Wiederwahl. Doch hören wollte diese Meinung nicht jeder. Moderator Frank Plasberg unterbrach Weinbergs Wortbeiträge mehrfach, was Weinberg offenbar gar nicht in den Kram passte.

Es ist nicht das erste Mal, dass Weinberg in der Sendung zu Gast ist – und auch nicht das erste Mal, dass Plasberg ihn hart angeht. Bereits im August unterbrach der Moderator den Amerikaner deutlich entschiedener, öfter und aggressiver als er es häufig bei seinen anderen Gästen tut.

George Weinberg kritisiert Umgang mit Trump-Unterstützern

Weinberg erklärte bereits kürzlich im Interview mit watson, dass er nicht verstehe, "warum die deutsche Presse sich so sehr auf Donald Trump eingeschossen" hätte und kritisierte auch die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender:

"Ich hätte nie vermutet, dass in der freien Presse eine derartige Hetze gegen den US-Präsidenten stattfinden könnte. In jeder Zeitung, aber auch den Öffentlich-Rechtlichen wird über Donald Trump hergezogen. Das ist hier sehr einseitig."

Das sagt "Hart aber fair" zur Kritik

Allgemein lässt sich durchaus beobachten, dass in den gängigen Polit-Talks von "Anne Will" bis "Hart aber fair" die Fraktion der Trump-Vertreter entschieden in der Minderheit ist. Wie am 2. November, als auf fünf Gäste einer kam, der Trump-Anhänger war. Plus noch ein neutraler Beobachter. Das machte insbesondere auch die Schlussrunde deutlich, als Plasberg fragte, wer denn nun Präsident werde: 4 zu 1 für Biden.

Watson fragte bei der ARD und der Redaktion von "Hart aber fair" nach, was sie zu Weinbergs Kritik und dem generellen Umgang von Frank Plasberg mit Trump-Unterstützern in der Sendung sagen. Die Redaktion der Talk-Sendung teilt watson mit, dass man diese Sicht nicht verstehen könne:

"Die Kritik an der Sendung vom 2. November 2020 und an Moderator Frank Plasberg können wir nicht nachvollziehen. Weder hat Frank Plasberg unseren Gast George Weinberg unverhältnismäßig oft unterbrochen, noch hat er ihn anders befragt oder behandelt als andere Gäste am Panel."

Frank Plasberg ordnet Kommunikation zwischen den Gästen

In dem Statement der "Hart aber fair"-Redaktion heißt es weiter, das Ziel der Sendung sei es, "Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen auf gesellschaftliche Entwicklungen miteinander ins Gespräch zu bringen, relevante Ereignisse zu analysieren und damit zur politischen Meinungsbildung beizutragen". So war die Gästerunde auch dieses Mal zusammengestellt". Und die Verantwortlichen stellen klar:

"In unserer Sendung haben wir Argumente beider Seiten im US-Wahlkampf auf hohem Niveau infrage gestellt und debattiert. In seiner Rolle als Moderator fragt Frank Plasberg die Meinungen des Panels ab, unterstützt und ordnet die Kommunikation zwischen den Gästen – alles im Sinne eines demokratischen Prozesses der Meinungsbildung. Dabei dienen kritische Nachfragen oder Einwürfe des Moderators dem Fluss der Sendung und sollten nicht mit einer eigenen inhaltlichen Stellungnahme verwechselt werden."

(jei)

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