Unterhaltung
Bild

Bild: Screenshot ZDF

"Heute-Show" stellt sich vor Thüringen-Wahl gegen AfD: "Null Böcke auf Höcke"

Bodo Ramelow will Ministerpräsident in Thüringen bleiben. Am Sonntag wird in Thüringen ein neuer Landtag und folglich auch eine neue Regierung gewählt.

Laut den Umfragen sieht es für Ramelow allerdings nicht ganz so gut aus – auch wenn viele Wähler noch unentschlossen sind. Die AfD sehen die Umfragen bei Werten zwischen 20 und 24 Prozent und damit teilweise gleichauf mit der CDU.

Auch die ZDF-"Heute-Show" widmete der kommenden Wahl am Freitagabend mehrere Beiträge. Zunächst kündigte Moderator Oliver Welke ein großes Erklär-Stück an: "Alles, was man über Thüringen wissen muss".

"Heute-Show" macht Thüringen-Witze

Zu sehen war in dem Video einzig eine Bratwurst, die von einem Ende bis zum anderen von der Kamera gaaaanz langsam abgefilmt wurde.

Bild

Bild: Screenshot ZDF

"Nicht falsch verstehen", entschuldigte sich Welke daraufhin. "Es gibt natürlich auch mehr: Wälder, Wälder und...Wälder." Thüringen sei eben ein Land mit 2,1 Millionen Einwohnern und viel Wald. "Braucht es da eine Regierung – oder reichen nicht zwei bis drei Förster?", frotzelte der Satiriker weiter.

"Heute-Show"-Moderator Oliver Welke wird ernst

Doch dann stimmte Welke ernstere Töne an: "Wir stellen uns alle die bange Frage: Wie gut schneidet Bernd Höcke ab?" Die "Heute-Show" nennt Björn Höcke übrigens seit Jahren konsequent Bernd Höcke – ein Running Gag.

Mit einem hohen Wahlergebnis dürfte Höcke, Kopf des rechtsnationalen AfD-"Flügels", parteiintern seine Macht weiter ausbauen. Für die Forderung des umstrittenen Politikers, wieder mehr Schreibschrift an Schulen zu unterrichten, hat das "Heute-Show"-Team gleich einen Vorschlag parat:

Weiter ließ Welke einen Original-Wahlspot der AfD zur Thüringenwahl einspielen, in der Höcke zu bedrohlicher Musik unter anderem erklärte: "Wir sind in Sorge um den Zerfall der Inneren Sicherheit. Wir sind vor allem in Sorge um unsere Töchter und Frauen [...] Wir sind in Sorge, zur Minderheit im eigenen Land zu werden." Den Spot versah das ZDF-Team mit dem Disclaimer "Achtung, Propaganda!"

Oliver Welke veräppelt AfD-Spot von Höckes in "Heute-Show"

Ich fasse noch einmal kurz für Sie zusammen: "Er ist in Sorge", so Welke nach dem Spot. "Aber diese Dramatik, das will ich auch". Welke zeigte daraufhin seine Persiflage auf die AfD-Kreation, plärrte unter anderem in die Kamera:

"Ich bin in Sorge, dass deutsche Männer ohne Hilfe Treppen hochlaufen müssen, während Ausländer in goldenen Sänften durch die Gegend getragen werden"

Lacher von den Gästen im ZDF-Studio. Am Ende zeigte die "Heute-Show" einen Banner: "Null Böcke auf Höcke! Am 27. Oktober keine Stimme für die AfD".

Bild

Bild: Screenshot ZDF

Tosender Applaus aus dem Publikum – auch auf Twitter wurden Welke und sein Team für ihre "klare Kante" gefeiert, User forderten Screenshots des AfD-Kontras zum Teilen in den sozialen Netzwerken.

#nullböckeaufhöcke soll Trending Topic werden

Noch während der laufenden Sendung twitterten "Heute-Show"-Zuschauer unter #nullböckeaufhöcke. Die Idee: Den Hashtag zum Trending Topic zu machen.

Die AfD oder Höcke selbst äußerten sich bis dato nicht zur Aktion. Die Thüringen-Fraktion postete lediglich noch einmal den Wahlwerbespot in voller Länge zum Nachschauen – oder Abschalten.

(ab/mit AFP)

Wenn Deutsche Englisch sprechen – 6 Arten

2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2

Hayali mit Appell an Corona-Demonstranten: "Hören Sie auf, sich rauszureden!"

Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali hat nach den Corona-Demonstrationen am Wochenende in Berlin einen längeren Facebook-Post dazu veröffentlicht – der seither von tausenden Menschen verbreitet wird. An alle "Anständigen" gerichtet, die gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen sind, richtet sie einen eindringlichen Appell: Es sei wichtig, die eigene Meinung zu äußern – aber man dürfe dadurch nicht Feinde der Demokratie bestärken, indem man an ihrer Seite marschiert.

Wer sich jetzt noch …

Artikel lesen
Link zum Artikel