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Bild: Screenshot ZDF

Oliver Welke deutet in Talk-Runde sein Aus bei der "Heute-Show" an

Mit seinen provokanten Aussagen in der ZDF-"Heute-Show" eckt Oliver Welke immer mal wieder an – und das nicht nur bei den Parteien, die der Satiriker aufs Korn nimmt. Um Studierenden der Kommunikationswissenschaften und Medienforschung sein Metier näherzubringen, sprach er nun an der LMU München eineinhalb Stunden zum Thema "Was kann Satire?" und ging in den Dialog mit Fans und Kritikern.

Die mit von der "SZ" organisierte Veranstaltung lockte rund 1500 Studenten in drei Hörsäle, Welkes Auftritt wurde per Videostream übertragen, die Zuschauer konnten via Whatsapp Fragen stellen. Dem Publikum erklärte der ZDF-Mann auch, wie seine Gags entstehen und es letztlich in die Show schaffen – oder eben auch nicht.

So entsteht bei der "heute-Show" Satire

"Montag mache ich Home Office, Dienstag sitzen wir alle zusammen in Köln", führte Welke auf. Mindestens drei Journalisten würden Themen recherchieren, ein Dutzend Studenten verschiedenste Nachrichtenclips sichten. Sieben Autoren schreiben an Monolog und Gags, Grafiker erstellen Twitter-taugliche Montagen. Etwa ein Drittel der Themen, die am Montag bei den Redakteuren auf dem Zettel stehen, werden im Lauf der Woche gekillt. Entweder ist der Joke ausgelutscht oder "sie entpuppen sich beim genauen Hinschauen doch als anders als gedacht".

Diskussion um Themen und politische Haltung

In der "Heute-Show"-Redaktion wird viel diskutiert – und manchmal auch gestritten. Denn, sagt Welke: "Auch wenn man es nicht glaubt, wir haben verschiedene politische Haltungen."

Die Haltung, die er dann in der ZDF-Sendung vertritt, wäre seine eigene – oder auch mal die der Gruppe. Denn manchmal würde sich Welke von seinem Team auch überreden lassen: "Es ist keine absolutistische Herrschaft, ich beuge mich der Mehrheit."

Oliver Welkes Auftritt könnt ihr euch hier ansehen

Apropos Mehrheit: Dem "Heute-Show"-Team gelang es, den Fraktionsvorsitzenden der AfD im Thüringer Landtag, Björn Höcke, so lange demonstrativ "Bernd" zu nennen, bis dies versehentlich immer wieder von anderen Medien übernommen wurde. Selbst die AfD schrieb einmal in einem internen Schriftstück von "Bernd Höcke". Ein Fauxpas, den Welke natürlich genüsslich in seiner Sendung ausschlachtete. Sein Kredo: "Satire kann tatsächlich etwas bewirken".

Und dies tut er mit seinem Team seit zehn Jahren. Auf die Frage aus dem Publikum, ob er noch ein Jahrzehnt schafft, antwortet Welke bestimmt: "Sicher nicht".

Und weiter:

"Ein paar Jahre mache ich noch, aber sicher keine zehn mehr."

Zwanzig Staffeln mit 320 Episoden hat die "Heute-Show" mittlerweile auf dem Buckel. Ein Blick auf die Inspiration für die Sendung, die US-"The Daily Show", lässt Fans zumindest hoffen: Das Format läuft seit 1996. Der aktuelle Moderator Trevor Noah sitzt allerdings erst seit vier Jahren auf dem Gastgeberstuhl. Punkt für Oliver Welke.

(ab)

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