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Bernd.. äh Björn Höcke war Zielscheibe von Kritik in der "Heute-Show" im ZDF von Moderator Oliver Welke. Bild: Screenshot ZDF

"Heute-Show" knöpft sich nach Thüringen-Wahl AfD vor – und stellt provokante These auf

260.000 Thüringer haben bei den Landtagswahlen am Sonntag die AfD von Björn Höcke gewählt – und damit einen Mann unterstützt, den man laut eines Gerichtsurteils Faschist nennen darf. Für Satiriker Oliver Welke war der Wahlabend und diese Tatsache ein gefundenes Fressen für die neueste "Heute-Show"-Ausgabe.

Zur Erinnerung: Bei einer Demonstration in Eisenach war Höcke als Faschist bezeichnet werden. Das Verwaltungsgericht Meiningen hatte nach einer Beschwerde im Eilverfahren entschieden, dass dies legal sei und sich auf das Grundrecht der Meinungsfreiheit berufen.

"Heute-Show": "Bernd Höcke ist ein staatlich geprüfter Faschist"

In seinem Urteil erklärte das Gericht weiter, dass es eine "überprüfbare Tatsachengrundlage" für die Bezeichnung Faschist gebe und führte mehrere Aussagen in "rassistischer Diktion" sowie ideologische Vorstellungen von Höcke auf – etwa die Bezeichnung "Denkmal der Schande" für das Holocaust-Denkmal in Berlin.

Welkes Reaktion: Er verpasste Björn Höcke (den er seit Jahren konsequent Bernd nennt) in seiner Anmoderation einen Stempel mit der Aufschrift "staatlich geprüfter Faschist". Den Wahlerfolg der AfD bezeichnete der ZDF-Mann als "Das Wunder von Bernd", frotzelte:

"Der Bernd bestellt bei Ikea schon Bilder für den neuen Führerbunker."

Weiter mutmaßte er bei der "Heute-Show", dass der von Höcke geführte, als radikal geltende "Flügel" innerhalb der AfD nun noch mehr Einfluss gewinnen könnte. Zusammen mit seinem Kollegen Christian Ehring wollte Oliver Welke nach den "sogenannten gemäßigten AfDlern" fahnden. "Aber mal ehrlich", fragte Ehring in die Runde, "wann haben Sie das letzte Mal einen von denen gesehen?" Einmal hätten sie Glück gehabt und im Thüringer Wald einen vor die Linse bekommen – Ehring blendete das Foto eines umherstreunenden Affen ein. Böse!

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Screenshot ZDF

Dies veranlasste Welke dazu, eine provokante These aufzustellen:

"Es gibt mittlerweile gar keine gemäßigte AfD mehr – genau so wenig wie einen guten Song von Dieter Bohlen."

Beweise gefällig? Die "Heute-Show" spielte eine Aufnahme von AfD-Chef Jörg Meuthen ein, in der dieser sich kritisch über Höckes Positionierung äußerte und ihn nicht mehr klar in der "Mitte" einordnete.

"Selbst AfD-Chef Jörg Meuthen würde einige Positionen von Bernd Höcke im Links-Rechts-Kontinuum 'nicht als mittig klassifizieren'. So eine Aussage ist ja fast schon Antifaschismus", witzelte Welke. Als Strafe würde man Meuthen bestimmt bald aus offiziellen Fotos retuschieren.

Die Thematik um den fehlenden gemäßigten Teil der AfD schloss Oliver Welke mit einem dankenswerten amüsanten Zufall: "Wo findet der nächste AfD-Parteitag statt? In BRAUNschweig! Es gibt Dinge, die kann man sich nicht ausdenken."

(ab/mit dpa)

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