Live-Übertragung der DFB-Frauen im TV hat überraschende Folgen für das ZDF
Am Freitagabend bewies das ZDF eindrucksvoll, wie stark das Interesse an Frauenfußball gewachsen ist – und auch, wie gezielt sich dieses Interesse in die Nachtstunden mitnehmen lässt.
Das torlose Nations-League-Hinspiel zwischen Deutschland und Spanien zog Millionen vor die Bildschirme. Davon profitierten sogar die weiteren Formate, und das nicht zu knapp. Dabei hatten die mit Fußball gar nichts mehr zu tun.
Topquoten für das ZDF am Freitag
3,92 Millionen Menschen verfolgten laut "DWDL" das Topspiel am Freitag. Damit war die Partie die erfolgreichste Sendung zur Primetime an diesem Tag. Besonders bei den 14- bis 49-Jährigen punktete das ZDF: 540.000 Menschen dieser Altersgruppe sahen zu.
Direkt im Anschluss steigerte sich die "heute-show" noch einmal deutlich. 820.000 junge Menschen vor den Bildschirmen sorgten für einen Marktanteil von 24,5 Prozent. Dies markiert den höchsten Wert der Satiresendung seit März. Insgesamt schalteten 3,14 Millionen Personen ein. Eine starke Performance für ein Format, das regelmäßig vom aktuellen Vorprogramm abhängig ist.
Noch später am Abend übernahm Jan Böhmermann mit dem "ZDF Magazin Royale". Trotz des späten Sendeplatzes und des üblichen Zuschauerverlusts im Vergleich zur "heute-show" konnte das Format mit 1,54 Millionen Menschen insgesamt überzeugen.
Besonders beim jungen Publikum setzte Böhmermann neue Maßstäbe: Mit 570.000 Zuschauer:innen zwischen 14 und 49 Jahren erreichte er 20,9 Prozent Marktanteil – ein Rekordwert für das Magazin auf Basis der vorläufig gewichteten Quoten.
TV-Sender kürzt das "ZDF Magazin Royale"
Die Ironie daran: Ausgerechnet an diesem Tag hatte das ZDF noch einmal bestätigt, dass die Anzahl der Folgen des "ZDF Magazin Royale" 2026 zurückgefahren wird. Erstmals bekannt wurde die geplante Änderung im September 2025.
Insgesamt dominierte das ZDF am Freitag klar. Zwar ist es keineswegs ungewöhnlich, dass nachfolgende Sendungen von großen Quoten-Hits profitieren, aber mit dem neuesten Höhepunkt für Böhmermann war vorab dann doch nicht unbedingt zu rechnen.
Der Welleneffekt der DFB-Frauen schwappte damit über die "heute-show" hinaus.
Das Rückspiel zwischen Deutschland und Spanien in Madrid geht bereits am 2. Dezember über die Bühne. Dann überträgt die ARD und dürfte auf einen ähnlichen Effekt hoffen. Mindestens ein Tor ist dann immerhin garantiert.
