Wirtschaft
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Rückruf von 11.000 BMW-Dieselautos angeordnet

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Galt bisher als Dieselskandal-frei: BMW. Bild: dpa

Der Dieselskandal weitet sich aus. Nun ist offenbar auch BMW betroffen.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat einen Rückruf von mehr als 11.000 BMW -Dieselautos angeordnet, damit unzulässige Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung entfernt werden.

Diese Fahrzeugtypen sind betroffen:

Der Bescheid vom 13. März betrifft diese Fahrzeugtypen:

Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" über den Rückruf berichtet.

Die von BMW vorgelegte technische Änderung an den Fahrzeugen werde derzeit vom KBA geprüft, sie solle zeitnah freigegeben werden, erklärte das Ministerium. Ein BMW-Sprecher bestätigte am Freitag, dass es sich um genau die Modelle handelte, für die das Unternehmen bereits vor Wochen einen Rückruf angekündigt hatte.

Falsche Software oder gezielte Manipulation?

BMW hatte im Februar mitgeteilt, dass mehr als 11 000 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet worden seien. BMW gehe davon aus, dass es sich bei dem Vorfall um eine fehlerhafte Software-Zuordnung handelt und nicht um eine gezielte Manipulation der Abgasreinigung, bekräftigte ein BMW-Sprecher am Freitag.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte allerdings die BMW-Zentrale vor knapp zwei Wochen durchsucht und Ermittlungen wegen Betrugsverdachts bei der Abgas-Reinigung eingeleitet.

So erklärt BMW die falsche Abgas-Software in ihren Dieselautos

Laut BMW war das Programm für die SUV-Modelle X5 und X6 mit dem gleichen Motor entwickelt, aber irrtümlich auch auf zwei 5er und 7er-Modelle aus den Baujahren 2012 bis 2017 aufgespielt worden - bei den älteren Wagen erst bei Updates in der Werkstatt. Die Software war aber für diese Wagen nicht geeignet, deshalb funktionierte die Abgasreinigung nicht mehr korrekt. Für die betroffenen Fahrzeuge werde nach Genehmigung durch die zuständigen Behörden eine korrigierte Software bereitgestellt.

Nach dem "Spiegel"-Bericht war ein 7er BMW erstmals im Mai 2017 bei Messungen der Deutschen Umwelthilfe mit drastisch überhöhten Stickoxidemissionen aufgefallen. Als das KBA Anfang des Jahres einen Wagen habe prüfen wollen, sei der Fall ins Rollen gekommen.

Der Händler, bei dem der Wagen besorgt werden sollte, habe wohl eine Meldung an den Konzern gemacht, schreibt das Magazin. Daraufhin hätten die BMW-Ingenieure das Fahrzeug zu einem vermeintlichen Service ins Werk zurück beordern wollen.

BMW weist Vorwürfe zurück

Das Unternehmen weist diesen Vorwurf deutlich zurück: Man habe zu keinem Zeitpunkt versucht, den Wagen vor der Prüfung einem "vermeintlichen Service" zu unterziehen, sagte ein Sprecher.

Die falsche Zuordnung der Software sei bei internen Test festgestellt worden. Der "Spiegel" hatte dazu geschrieben, das Verhalten sei den Beamten verdächtig vorgekommen, sie hätten die BMW-Verantwortlichen zu einer Anhörung einbestellt.

Dabei hätten die Ingenieure erklärt, es sei "irrtümlich" eine falsche Software auf die Wagen aufgespielt worden, die eigentlich für andere Modelle vorgesehen war.

(ts/dpa)

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