Wirtschaft
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Entwicklungsminister will Siegel für nachhaltige Kleidung – Kritik kommt von den Grünen

24.04.18, 15:47

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat für kommendes Jahr ein Siegel für fair und nachhaltig hergestellte Kleidung angekündigt.

Das Siegel:

Der "Grüne Knopf" werde das erste staatliche Siegel dieser Art sein, sagte Müller der "Frankfurter Rundschau" vom Dienstag. Das Thema faire Lieferketten sei weit mehr als Symbolik.

Das Ziel:

Es gehe darum, die Globalisierung gerecht zu gestalten. Die Millionen von Menschen in der Textilproduktion müssten von Hungerlöhnen zu lebenssichernden Löhnen kommen. Das werde mit dem Textilbündnis "tatsächlich" funktionieren, sagte Müller der Zeitung.

Das Bündnis dahinter:

Das Bündnis für nachhaltige Textilien war im Oktober 2014 gegründet worden. Ziel ist, in der gesamten Produktions- und Handelskette soziale und ökologische Mindeststandards einzuführen. "Wir haben mit 34 Mitgliedern, einem Prozent Marktabdeckung und viel Gegenwind angefangen", sagte Müller der "FR".

Heute engagierten sich bereits rund 150 Mitglieder mit 50 Prozent Marktabdeckung für Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen. Sie setzten rund 1500 Maßnahmen pro Jahr in den Bereichen Brandschutz, Gewerkschaftsrechte, Abwässer und nachhaltiger Baumwolle um. Nur wer dem Bündnis angehöre und sich den Regeln unterwerfe, werde das Siegel nutzen dürfen.

Müller setzt auf Freiwilligkeit:

Forderungen nach einer gesetzlichen Regelung statt freiwilliger Verpflichtungen wies Müller erneut zurück. Damit "würden wir heute nicht weiter sein", sagte er der Zeitung. "Fair ist schick", sagte der Minister. 

"Die Hersteller werden es sich gar nicht leisten können, Produkte ohne Grünen Knopf anzubieten."

Gerd Müller

Kritik kommt von den Grünen:

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast kritisierte, Müller habe wiederholt ein staatliches Textilsiegel angekündigt - "passiert ist nichts". Nun müsse der Minister erklären, welche genauen Kriterien das Siegel sichert. "Allein die Teilnahme am Textilbündnis, das ja keine allgemeinverbindlichen Kriterien aufstellt, kann es ja wohl nicht sein."

In Bangladesch jährte sich am Dienstag zum fünften Mal die Fabrikkatastrophe von Rana Plaza: Beim Einsturz des mehrstöckigen Komplexes waren damals mindestens 1138 Menschen getötet worden.

Die ganze Geschichte um die Tragödie von Rana Plaza:

Reporter Yalda Hakim für BBC Video: YouTube/Ronald Ellis

(ts/afp)

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