Wirtschaft
Bild

Bild: dpa/montage:watson

Von wegen "natürlich" –Verbraucherschützer wollen irreführende Etiketten abschaffen

Bilder von Früchten oder die Bezeichnung "traditionell" auf Lebensmitteln können uns in die Irre führen – finden europäische Verbraucherschützer.

Deshalb müssten die Regeln für die Kennzeichnung von Lebensmitteln verschärft werden, forderte der Verbraucherschutzverband Beuc am Donnerstag von den EU-Institutionen. Nach EU-Recht dürften Lebensmittel-Etiketten auch heute schon nicht in die Irre führen, sagte Beuc-Chefin Monique Goyens. 

"Trotzdem nutzen Hersteller rechtliche Grauzonen aus und lassen ihre Produkte hochwertiger erscheinen als sie eigentlich sind."

Verbraucherschützerin Monique Goyens

In vielen Lebensmittelverpackungen ist sowieso ziemlich wenig drin:

Beuc nennt drei Tricks, mit denen Verbraucher getäuscht werden:

Der Verband nennt das Beispiel eines "Rote-Früchte-Joghurt-Drinks", der in Belgien und den Niederlanden verkauft wird, und mehrere rote Früchte auf dem Etikett zeigt. Tatsächlich liege der Saftanteil an dem Getränk jedoch bei nur 2 Prozent, der Großteil davon sei zudem aus Äpfeln. Die auf der Packung abgebildeten Erdbeeren, Kirschen und Himbeeren machten gerade mal 0,01 Prozent des gesamten Drinks aus.

Das fordern die Verbraucherschützer:

Beuc fordert, Begriffe wie "traditionell" oder "natürlich" müssten klar definiert werden. Zudem müsse es für selbst ernannte Vollkorn-Produkte eine Untergrenze für den Vollkorn-Anteil geben. Lebensmittel, auf denen bestimmte Zutaten wie Früchte besonders hervorgehoben werden, müssten ebenfalls einen Mindestanteil dieser Zutat enthalten.

(fh/dpa)

Lebensmittelverpackungen machen noch mehr Probleme. Viel Müll zum Beispiel.

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Mogelpackung des Jahres" geht an die Chipsletten von Lorenz

In einer Online-Umfrage der Verbraucherzentrale Hamburg haben mehr als die Hälfte von fast 40.000 Teilnehmern die Chipsletten von Lorenz zur "Mogelpackung des Jahres" gekürt. Der Hersteller hatte die Füllmenge im vergangenen Jahr von 170 auf 100 Gramm gesenkt – die Chips wurden dadurch unterm Strich bis zu 70 Prozent teurer, wie die Verbraucherschützer monierten.

Nominiert für den Negativpreis waren neben den Chipsletten auch die Smarties von Nestlé, der Mini Babybel von Bel, eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel