Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Schreib bloß nie "Koks und Nutten" in deine nächste Banküberweisung!

18.07.18, 09:12 18.07.18, 10:28

"Waffenfähiges Plutonium", "Für Koks und Nutten" oder "Danke für die Niere": Viele Bankkunden finden es zu langweilig, bei Überweisungen in das Feld "Verwendungszweck" einfach nur eine Rechnungsnummer, eine Versichertenziffer oder die eigene Anschrift einzutragen.

Beispiele sind dafür auf besonderen Webseiten zuhauf zu finden. Wer nicht ganz ernst gemeinte Zwecke mit einem Augenzwinkern an Freunde oder Bekannte sendet, sollte aber lieber vorsichtig sein. Sonst könnte am Ende sogar die Polizei gegen ihn ermitteln. Banken sind genervt. Denn sie müssen Überweisungen auf den Verdacht von Geldwäsche oder Betrug prüfen.

"Lustig gemeinte Verwendungszwecke können zu erhöhtem Arbeitsaufwand und auch Verzögerungen führen."

Stefan Marotzke, Sprecher des Sparkassen- und Giroverbandes

"Der Schabernack belastet eine Verwaltung", beklagt auch eine Sprecherin des Zollkriminalamtes. Solche Fälle würden schon hin und wieder vorkommen. So bestätigt die Staatsanwaltschaft München, dass vor einiger Zeit "immer wieder Geldwäscheverdachtsanzeigen wegen bemerkenswerter Verwendungszwecke ("Koks Nutten Marihuana und was man sonst so für eine gute Party braucht", "Waffenfähiges Plutonium") kamen". Dies habe mittlerweile aber aufgehört. Zum Ausgang der Anzeigen konnte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen, eine Einstellung des Verfahrens sei aber wahrscheinlich.

Damit deine Überweisungs-Beträge höher werden:

Im Internet gibt es Seiten, die eine Art Hitliste an lustigen Verwendungszwecken zeigen. Immer wieder dabei sind Überweisungszwecke wie "Waffenfähiges Plutonium", "Danke für letzte Nacht", "Geld stinkt nicht", "Suche reife Frauen ab 60" oder "deine Armut kotzt mich an".

Wenn bei echten Drogendeals oder Geldwäscheaktionen so etwas auch tatsächlich in der Betreffzeile stünde, wäre das schon eigenartig. Genauso wenig sagen natürlich "Almosen", "endlich Millionär" oder "haste mal ne Mark?" etwas über den Wohlstand des Kontoinhabers aus. Dennoch:

"Kreditinstitute sind verpflichtet, Ungewöhnlichkeiten in Geschäftsbeziehungen und im Zahlungsverkehr zu erkennen."

Bundesverband deutscher Banken

Laut dem Zollkriminalamt gehen mögliche Geldwäsche-Aktionen zuerst an die "Financial Intelligence Unit" (FIU). Verdachtsfälle würden dann von der Staatsanwaltschaft geprüft und womöglich an die Polizei weitergeleitet werden.

Nach Ansicht von Paul H. Assies, Fachanwalt für Bank und Kapitalmarktrecht handelt es sich bei dem Missbrauch von Verwendungszwecken um "ganz ganz seltene Einzelfälle". Wenn Kunden aber wiederholt lustige Verwendungszwecke angeben, die auch anders verstanden werden können, wäre dies ein berechtigter Kündigungsgrund für Banken. Grundsätzlich könnte man natürlich auch gar keinen Zweck angeben - dazu sind Bankkunden nämlich gar nicht verpflichtet.

In Deutschland werden nach Statistiken der Bundesbank jährlich mehr als sechs Milliarden Überweisungen getätigt. Das sind täglich rund 17 Millionen Transaktionen. Auch wenn Geldhäuser bei Überweisungen nur vereinzelt Stichproben machen, verdeutlichen diese Zahlen schon die Dimensionen des Aufwands. Der Bankenverband erklärt, man kontrolliere anhand von Listen mit auffälligen Begriffen. Diese Kriterien seien aber geheim und unterschieden sich je nach Geschäftsfeld der Geldinstitute und Kunden.

Wer Ärger vermeiden will, sollte also unverfängliche Witze wählen. Ein paar Vorschläge aus dem Netz: "Kauf dir ein Snickers", "Geld stinkt nicht", "Hier du Kapitalist" oder "Wer das liest, ist doof".

(pbl/dpa)

Mehr Themen aus der Wirtschaft:

Kein Hartz IV für Unter-50-Jährige? Das sagt ein Wirtschaftsprofessor dazu

Nach dem WM-Aus drohen Gastronomen und Werbern Millionenverluste 

Du könntest bald Geld für ein Haus bekommen – der watson-Guide zum Baukindergeld

Harley-Davidson ist nur der Anfang: Wie Trump sich im Handelskrieg verfahren hat

Dieser "Airbag" soll dein Handy vor teuren Display-Schäden schützen 

4 Fakten zum Kükenschreddern und warum es bald ein Ende haben könnte 

Den watson-Kryptos geht's besser – die Branche bleibt leider unseriös (Pornos sind Schuld)

11 Dinge, die du dich nicht mehr traust, zu Bitcoin zu fragen

Zocke ich meinen Bäcker ab, wenn ich mit Karte zahle?

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Was die SPD vorschlägt, ist kein Grundeinkommen – sagt einer, der es wissen muss

Was sind die Alternativen zu Hartz IV? Die Debatte darum wird größer. Zwei Umfragen lassen in diesen Tagen aufhorchen: 

Jens Spahn hatte die Debatte mit seinen Äußerungen über Hartz IV ausgelöst. 

Der Bürgermeister von Berlin Michael forderte daraufhin Hartz IV abzuschaffen und durch ein „solidarisches Grundeinkommen“ zu ersetzen.

Jetzt wird in ganz Deutschland über das Grundeinkommen diskutiert.

Es feiert gerade so etwas wie eine Renaissance. Je nach Modell hat es Anhänger in …

Artikel lesen