Wirtschaft
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Es gibt immer mehr Top-Managerinnen in Deutschland – und dennoch...

Es sind Zahlen, die Mut machen: Binnen eines Jahres stieg die Zahl der weiblichen Vorstandsmitglieder in börsennotierten Unternehmen von 50 auf 61, wie die Unternehmensberatung EY am Dienstag mitteilte. Allerdings wuchs auch die Zahl der Vorstände in den 160 untersuchten Unternehmen insgesamt. 

EY-Expertin Ulrike Hasbargen:

"Frauen sind in deutschen Vorständen immer noch eine Seltenheit."

Das männliche Übergewicht in den deutschen Chefetagen birgt ihrer Ansicht nach Probleme: "Es mag zunächst etwas anstrengender sein, in gemischten Teams zu arbeiten - aber die Reibung, die hier entsteht, die Diskussionen und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Sichtweisen führen eben auch oft zu neuen Lösungen und zu mehr Innovationskraft", erklärte sie.

Spitzenreiter bei der Beschäftigung von Frauen in hohen Führungspositionen sind die Dax-Unternehmen.

Von den 30 größten deutschen Firmen haben 23 mindestens ein weibliches Vorstandsmitglied. Der Schritt ganz nach oben zur Vorstandschefin ist ihnen bislang allerdings verwehrt geblieben. Anders im SDax der 70 kleineren Unternehmen: Dort haben mittlerweile vier Unternehmen eine weibliche Vorstandsvorsitzende: DIC Asset, Hamburger Hafen und Logistik, MediGene und GrenkeLeasing.

Besonders häufig sind Frauen in den Chefetagen von Telekommunikationsunternehmen anzutreffen, wo ihr Anteil bei 16 Prozent liegt. An zweiter und dritter Stelle folgen die Finanzbranche (13 Prozent) und Logistikunternehmen (zwölf Prozent). Im Handel, wo besonders viele Frauen arbeiten, liegt der Frauenanteil in der Führungsetage hingegen gerade einmal bei drei Prozent.

Wenn es darum gehe, Frauen auf allen Ebenen in Führungspositionen zu bringen, werde einmal mehr deutlich, dass "nur verbindliche Vorgaben wirken", erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack. Wo die gesetzlich vorgeschriebene Quote gelte, greife sie auch. 

"Aber leider zeigt sich mit Blick auf die männerdominierten Vorstände erneut, dass freiwillige Zielvereinbarungen von den Verantwortlichen nicht ernst genommen werden", kritisierte Hannack. Nötig seien Sanktionen dort, wo Regeln nicht eingehalten würden. Das müsse von den Koalitionspartnern umgesetzt werden.

(pb/afp)

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