Wirtschaft
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Rupert Stadler wurde am Montag früh festgenommen  Bild: Michael Dalder/reuters

Diesel-Affäre: Audi-Vertriebsleiter soll übernehmen, während der Chef in U-Haft ist

18.06.18, 15:45 18.06.18, 16:07

Der derzeitige Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot soll bei dem Autobauer vorläufig den Chefposten vom verhafteten Rupert Stadler übernehmen. Der Audi-Aufsichtsrat muss der Personalie noch formal zustimmen, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Laut "Handelsblatt-Informationen" ist Stadler beurlaubt. 

Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot soll vorübergehend übernehmen bild: picture alliance / Armin Weigel/dpa

Der Chef des Unternehmens Audi, Rupert Stadler war  Montag früh festgenommen worden. Mit Stadler war zum ersten Mal in der Dieselaffäre ein Unternehmenslenker verhaftet worden. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Stadler wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft genommen.

Die Behörde wirft Stadler unter anderem Betrug beim Verkauf von Dieselfahrzeugen mit manipulierter Abgasreinigung vor.

"Der Beschuldigte wurde der Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat."

Staatsanwaltschaft München II

Erst vor wenigen Tagen durchsuchten Ermittler Stadlers Privatwohnung in Ingolstadt. Der Verdacht: Betrug im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre. Stadler ist seit elf Jahren Audi-Chef.

„Es gab konkrete Hinweise, dass Personen und Mitbeschuldigte beeinflusst werden sollten. Daher haben wir sofort einen Haftbefehl beantragt.“

Staatsanwalt Stephan Necknig zur BILD-Zeitung

Vor einer Woche hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, ein Ermittlungsverfahren gegen ihn sowie ein weiteres Mitglied des Vorstands der VW-Tochter eingeleitet zu haben.

Die BILD-Zeitung berichtet außerdem, die Staatsanwaltschaft werde Stadler wohl nicht auf Kaution freilassen. Wenn er jedoch geständig sei, müsse man darüber nachdenken, den Haftbefehl unter Auflagen (z.B. Kontaktverbot) außer Vollzug zu setzen. Wie das Blatt erfahren haben will, wird Stadler vor allem von Mitarbeiter-Seite belastet. Er soll seit 2012 nicht nur von den Abgas-Manipulationen gewusst, sondern sie sogar mit angeordnet haben.

Neben Stadler sitzt als Beschuldigter auch ein ehemaliger Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand schon länger in Untersuchungshaft. Der Mann war im September 2017 verhaftet worden.

Was hat Audi mit der Diesel-Affäre zutun?

Die Staatsanwaltschaften in München und Braunschweig ermitteln seit zweieinhalb Jahren in der Diesel-Affäre gegen zahlreiche Beschuldigte bei Volkswagen und Audi. Audi soll demnach in den USA und Europa ab 2009 mindestens 210.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft haben. Es wird wegen Betrugs und strafbarer Werbung ermittelt. Seit Ende 2015 hatten sechs Audi-Vorstände ihren Hut nehmen müssen. Gegen Stadler waren immer wieder Rücktrittforderungen laut geworden.

(pb/pbl/dpa/afp)

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