Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Bild: montage

Die europäische Wirtschaft erleidet einen Schwächeanfall – zieht euch warm an

Die europäische Wirtschaft erleidet einen Schwächeanfall. Die Europäische Zentralbank macht eine Kehrtwende in ihrer Geldpolitik. Zieht euch warm an. Es ist Draghis letzte Chance.

Philipp Löpfe / watson.ch

Der Spruch ist so bekannt, dass ihn selbst meine Katze kennt: "Whatever it takes." Er werde alles unternehmen, um die europäische Wirtschaft nicht absaufen zu lassen, versprach Mario Draghi vor rund sieben Jahren. Und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hielt Wort: Mit quantitativem Easing und Negativzinsen hielt er das schaukelnde Euro-Boot über Wasser.

Vor zwei Monaten konnte Draghi gar stolz verkünden, die Kur habe angeschlagen. Die Wirtschaft in der Eurozone habe endlich an Fahrt aufgenommen, und der Patient könne aus der Reha entlassen werden.

Seit gestern geht er wieder an Krücken. Die Leitzinsen würden – wenn überhaupt – frühestens 2020 erhöht, erklärte Draghi. Zudem werde das Programm, das Banken erlaubt, günstige Kredite zu erteilen – ein Monster mit der Abkürzung TLTRO – wieder aufgenommen. Schließlich werde die EZB ihr quantitatives Easing fortführen.

Gleichzeitig haben die EZB-Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone drastisch reduziert. Höchstens 1,1 Prozent sollen es heuer werden, statt die zuvor in Aussicht gestellten 1,7 Prozent.

"Sollten wir in eine Rezession abgleiten, dann wird es wirklich gefährlich."

Adam Posen

Drohender Brexit und Handelskrieg mit China werden als Gründe für die Kehrtwende genannt. Dazu kommt, dass sich die Weltwirtschaft nach Ansicht der Mehrheit der Ökonomen dem Ende eines Zyklus nähert. Eine Abschwächung liegt damit gewissermaßen in der Natur der Sache.

Die Eurozone und die EZB sind schlecht darauf vorbereitet, denn die Leitzinsen befinden sich bereits auf einem Rekordtief. Für Zinssenkungen besteht daher kein Spielraum. "Furchterregend ist die Tatsache, dass die EZB keine Munition mehr hat", sagt der bekannte Ökonom und Geldpolitik-Spezialist Adam Posen. "Sollten wir in eine Rezession abgleiten, dann wird es wirklich gefährlich."

Noch vor zwei Jahren feuerte die Weltwirtschaft aus allen Rohren. Die Ökonomen schwärmten von einem "synchronen Aufschwung", an den Börsen kannten die Aktienkurse nur eine Richtung: nach oben. Inzwischen hat sich die Stimmung eingetrübt. Obwohl die Weltwirtschaft im laufenden Jahr noch um etwa drei Prozent zulegen dürfte, mehren sich die pessimistischen Stimmen. Das Wachstum sei einseitig auf die USA verteilt, jammern die Wirtschafts-Gurus.

Tatsächlich wurden in Nordamerika in den letzten Monaten immer noch regelmäßig rund 240.000 neue Jobs geschaffen. Es wird damit gerechnet, dass das Bruttoinlandprodukt mehr als zwei Prozent zulegen wird.

Bild

Bild: imago stock&people

Doch erste Wolken zeigen sich auch hier: Weil der Effekt der Steuerreform verpufft ist, werden die Unternehmensgewinne die Rekordwerte des letzten Jahres nicht mehr erreichen. Stattdessen nimmt das Staatsdefizit rasant zu. Trumps protektionistische Handelspolitik schließlich ist ein Desaster: Das Leistungsbilanzdefizit befindet sich auf Rekordniveau.

In den vergangenen Jahren waren die Schwellenländer für mehr als die Hälfte des Wirtschaftswachstums verantwortlich. Derzeit leiden viele von ihnen unter einem starken Dollar. China – der wichtigste Player – schiebt derweil eine hausgemachte Krise.

In Europa sind die Gewichte ebenfalls ungleich verteilt. Der sogenannte Club Med – Spanien, Italien, etc. – ist angeschlagen, die italienische Wirtschaft befindet sich bereits in einer Rezession.

Selbst Klassenprimus Deutschland befindet sich in Nöten. Der Dieselskandal hat der Autowirtschaft zugesetzt, der trockene Sommer der Schifffahrt auf dem Rhein. Dazu kommt, dass die beiden grössten Banken – die Deutsche Bank und die Commerzbank – ins Trudeln geraten sind. Die Gerüchte über eine bevorstehende Fusion wollen nicht verstummen.

Eine Rezession würde die Diskussionen um die EZB neu entfachen. Deutsche Ordoliberale kritisieren seit Jahren Draghis lockere Geldpolitik. Um die harten EZB-Auflagen zu umgehen, liebäugelt die populistische Regierung Italiens mit einer Parallelwährung. In Ökonomenkreisen geht das Gespenst einer neuen These namens MMT um.

Mario Draghis Amtszeit läuft im Oktober aus. Bis dahin hat er Zeit, zu retten, was zu retten ist. Von Sprüchen wie "whatever it takes" ist er weit entfernt. Bei der Bekanntgabe seiner Kehrtwendung am Donnerstag bekannte er kleinmütig: "Wir befinden uns in einem dunklen Raum. Da rennt man nicht, da macht man kleinste Schritte."

Das könnte dich auch interessieren:

"Grenze überschritten": GNTM-Vanessa wehrt sich gegen ProSieben – verklagt sie den Sender?

Link zum Artikel

Diese 13 Memes über Bran in "Game of Thrones" bringen dich trotz allem zum Lachen

Link zum Artikel

Das "GoT"-Finale war meine allererste Folge der Show – das habe ich über die Serie gelernt

Link zum Artikel

ESC: Peinlich! Sisters geben zu, wo sie bei der Punktevergabe waren

Link zum Artikel

Herzzerreißende "GoT"-Szene mit Daenerys und Jon – Fans sind erschüttert

Link zum Artikel

Oops, they did it again: Fans entdecken peinlichen Fehler im "GoT"-Finale

Link zum Artikel

So emotional nehmen die "GoT"-Stars nach dem Finale Abschied von der Serie

Link zum Artikel

"GoT": 8 Fehler, die dir genauso entgangen sind wie der Kaffeebecher

Link zum Artikel

Achtung, Spoiler! Die besten Reaktionen zum "Game of Thrones"–Finale

Link zum Artikel

"Game of Thrones"-Autor gibt Hinweis, wie es nach dem Ende der Serie weitergeht

Link zum Artikel

Vanessa rechnet nach "GNTM"-Aus mit ProSieben ab – jetzt antwortet der Sender

Link zum Artikel

Das sagt Lena Meyer-Landrut den S!sters vor dem ESC– ein großer Fan ist sie wohl nicht

Link zum Artikel

So sehen BTS als alte Männer aus – und wir haben Fragen

Link zum Artikel

Darum ist das neue Album nur zu 80 Prozent Rammstein – eine (kleine) Enttäuschung

Link zum Artikel

ESC 2019: Dieter Bohlen über Luca Hänni: "Ich hätte den Mut dazu nie gehabt"

Link zum Artikel

Der neue Song von Shirin David ist eine Abrechnung mit ihrem Vater

Link zum Artikel

Samra und Capital Bra: Neuer Song Wieder Lila ist schon jetzt ein Hit

Link zum Artikel

16 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Strache-Skandal in Österreich – Kanzler Kurz soll Neuwahlen wollen

Link zum Artikel

"Zweifel, Ängste, schlaflose Nächte" – Das sagen "die Lochis" zu ihrem Aus

Link zum Artikel

Lena Meyer-Landrut macht Fan mit Post bei Instagram glücklich

Link zum Artikel

Falscher Professor? Vorwürfe gegen einen AfD-Europakandidaten

Link zum Artikel

Pressekonferenz in Sonnenbrille: Loredana streitet Betrug ab und wird laut

Link zum Artikel

Warum sind wir manchmal traurig nach dem Sex?

Link zum Artikel

Ed Sheeran und Justin Bieber: "I Don't Care" kann der Song des Sommers werden

Link zum Artikel

16 peinlichen Instagram-Werbungen, die nach hinten losgegangen sind

Link zum Artikel

180 Staaten bekämpfen jetzt den Plastikmüll – mit einem globalen Pakt

Link zum Artikel

Dieser seltsame Vogel ist ausgestorben ... kommt aber immer wieder zurück von den Toten

Link zum Artikel

Ariana Grande und BTS: Insider verrät, dass gemeinsamer Song "nur eine Frage der Zeit" ist

Link zum Artikel

Sie soll ein Paar um 614.000 Euro betrogen haben – Rapperin Loredana festgenommen

Link zum Artikel

Helene Fischer lief weg und schrie: Luxus-Makler plaudert über den Hauskauf mit Flori

Link zum Artikel

Aus 7 wird 1: So brach die AfD im EU-Parlament auseinander

Link zum Artikel

"In dieser Liga ist die Relegation etwas Gutes" – die besten Witze zum HSV-Gau

Link zum Artikel

Das Schlimmste am Wochenende: Menschen auf dem Markt

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

DHL – Bei 3 von 10 Paketen im Test wurde gar nicht erst versucht, sie zuzustellen

Der Online-Handel boomt. Das mit dem Bestellen klappt auch super, nur in einem Punkt klemmt's. Und zwar bei der Lieferung. Für den Paketzusteller DHL kommt es jetzt knüppeldick.

3 von 10 Paketen kommen nicht an, obwohl die Empfänger zu Hause waren! Ein Verdacht vieler Online-Besteller scheint sich zu bewahrheiten: Es wird in manchen Fällen gar nicht versucht, das Paket tatsächlich in die Wohnung zu liefern.

Das zeigt eine Stichprobe der ZDF-Sendung "Wiso". "Wiso" hatte die Pakete für den Test mit …

Artikel lesen
Link zum Artikel