Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Erdoğan sieht Wirtschaftskrieg gegen die Türkei

Einen Tag nach der Herabstufung der Türkei durch mehrere Rating-Agenturen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den USA vorgeworfen, sein Land wirtschaftlich in die Knie zwingen zu wollen. 

"Einige Leute versuchen uns mit Hilfe der Wirtschaft zu bedrohen, durch Zinsen, Devisenkurse, Inflation und Anlagen", sagte Erdoğan am Samstag auf einer Veranstaltung seiner regierenden AK-Partei.

Der Präsident sagte:

"Wir durchschauen das Spiel und wir werden uns dagegen wehren."

Die Türkei werde sich nicht denjenigen ergeben, die sich als strategischer Partner gerierten, die Türkei aber in Wirklichkeit zu einem strategischen Ziel machen wollten, sagte Erdoğan mit Blick auf die USA.

Businessmen holding U.S. dollars stand in front of a currency exchange office in response to the call of Turkish President Tayyip Erdogan on Turks to sell their dollar and euro savings to support the lira, in Ankara, Turkey August 14, 2018. REUTERS/Umit Bektas

Geschäftsmänner in Ankara halten US-Dollar vor einer Wechselstube nach dem Aufruf von Erdogan, Bürger sollten ihre Dollar und Euro-Ersparnisse verkaufen, um die Lira zu unterstützen. Bild: dpa

Der Konflikt mit den USA um einen in der Türkei unter Hausarrest stehenden US-Pastor hatte in den vergangenen Wochen zu einem massiven Kursverfall der Landeswährung Lira geführt.

Am Freitag hatten die Rating-Agenturen Moody's und S&P die Kreditwürdigkeit des Landes noch tiefer in die Ramschzone herabgestuft. S&P berief sich auf die extreme Volatilität der türkischen Währung. Für das kommende Jahr sagte die Agentur eine Rezession voraus. Das Rating wurde von "BB-" auf "B+" gesenkt, der Ausblick blieb stabil.

Moody's erklärte zur Begründung, die staatlichen Institutionen der Türkei würden geschwächt, wodurch die Vorhersagbarkeit der türkischen Politik schwieriger werde. Das Rating wurde auf "Ba2" auf "Ba3" herabgesetzt, der Ausblick auf "negativ" geändert.

Die türkische Lira hat seit Jahresbeginn rund 40 Prozent zum Dollar verloren und fiel zuletzt auf ein Rekordtief. Die Krise ausgelöst hatten Sorgen von Investoren über den wachsenden Einfluss von Erdoğan auf die Wirtschaft und die Geldpolitik.

Für zusätzliche Spannungen sorgt ein Streit mit dem Nato-Partner USA. Ein schlechteres Rating zieht üblicherweise steigende Kosten für die Verschuldung nach sich.

(yp/rtr)

Mehr aus der türkischen Politik:

Gegner Ince akzeptiert Erdogans Sieg: 6 Fakten zur Präsidentschaftswahl in der Türkei

Link to Article

Was bitte war da bei den Türkei-Wahlen los, Herr Küpeli?

Link to Article

Wie es ist, aus dem Gefängnis heraus Wahlkampf in der Türkei zu machen

Link to Article

Was bitte ist gerade in der Türkei los, Herr Küpeli?

Link to Article

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Özil legt nach: Er kritisiert die Medien, seine Partner, Sponsoren und Lothar Matthäus

Fußball-Nationalspieler Mesut Özil hat sich erstmals öffentlich zur Erdogan-Affäre geäußert und sich zu dem Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten bekannt. Er hätte unabhängig von Wahlen in der Türkei das Bild "trotzdem gemacht", schrieb Özil am Sonntag in einem Beitrag auf seinen Profilen in den sozialen Netzwerken.

Über seine Zukunft in der DFB-Elf äußerte er sich dabei nicht.

Özil erklärte, er habe sich im Mai zu dem Foto mit Recep Tayyip Erdogan aus Respekt vor dessen Präsidenten-Amt …

Artikel lesen
Link to Article