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Warum die US-Börsenaufsicht jetzt offenbar Tesla im Visier hat

09.08.2018, 04:0809.08.2018, 06:02

Die US-Börsenaufsicht SEC hat sich laut einem Medienbericht bei Tesla erkundigt, ob die massiv kursbewegende Mitteilung den Tatsachen entspreche und warum sie über den Kurznachrichtendienst Twitter lanciert worden sei. Das schrieb das "Wall Street Journal" am Mittwoch unter Berufung auf Insider.

  • Am Dienstag verkündete Musk in einem überraschenden Tweet, er erwäge Tesla bei einem Aktienkurs von 420 US-Dollar zu privatisieren, also von der Börse zu nehmen.
  • Die Finanzierung dafür sei bereits gesichert.
  • Nun gab es am Markt kein Halten mehr, Transaktionsvolumen und Aktienkurs schossen in die Höhe, bis die Technologie-Börse Nasdaq den Handel zwischenzeitlich stoppte.

Die Behörde wollte auf Nachfrage des "Wall Street Journal" keinen Kommentar abgeben. Auch Tesla war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Normalerweise verbreiten börsennotierte Unternehmen Nachrichten, die das Zeug haben, den Aktienkurs stärker schwanken zu lassen, außerhalb der Handelszeiten als Pflichtmitteilungen. Bislang blieben die Details zu Musks Privatisierung offen - was die Frage aufwirft, ob die nötigen Mittel wirklich zur Verfügung stünden.

Ist das Unternehmen zu teuer, um es von der Börse zu holen?

Um Tesla zu privatisieren, müsste den Aktionären angeboten werden, ihre Anteile zurückzukaufen. Bei Musks Kursziel würde die Firma inklusive Schulden auf 82 Milliarden Dollar taxiert, so ein teures Unternehmen wurde noch nie von der Börse geholt. Entsprechend groß sind die Zweifel an Musks Aussagen.

Rechtlich könnte der Vorfall brisant sein, denn Musks Tweet trieb den Aktienkurs kräftig in die Höhe und bewegte Milliarden an Börsenwert. Sollte er geblufft haben - etwa um Spekulanten eins auszuwischen, die gegen die Aktie wetten -, könnte dies Klagen wegen Marktmanipulation nach sich ziehen.

(aj/dpa)

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