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Alien vs. Predator

Grosser Hirnschädel, zierliche Gestalt: Der klassiche Alien. Bild: WATSONCH 20th Century Fox

Wenn es Aliens gibt, wie sehen sie dann aus?

Daniel Huber

Der klassische Alien, wie wir ihn aus dem klassischen Science-Fiction-Film kennen, hat einen großen Kopf mit einem hypertrophen Gehirnschädel, knopfartige schwarze Augen und lange, dünne Arme. Oder ist er ein blutrünstiges Monster, das scheußlich aussieht, giftigen Schleim absondert und unheimliche Geräusche von sich gibt? 

Alien

Sabberndes Monster: Alien aus dem Film «Alien: Covenant».   Bild: 20th Century Fox

Wie man es dreht und wendet, der Alien ist immer eine Projektion unserer Ängste und Hoffnungen – wenigstens solange er nicht tatsächlich in Person vor uns steht. Das wiederum wird vielleicht gar nie geschehen – denn eigentlich hätten uns die Außerirdischen schon längst finden müssen.

Nach wie vor wissen wir aber nicht, ob es Aliens überhaupt gibt. Wie wollen wir dann wissen, wie sie aussehen? Humanoid wie wir – oder so fremd, dass wir sie nicht einmal als Lebewesen erkennen würden? Mit unter anderem solchen Fragen schlägt sich der Berufszweig der Astrobiologen herum.

Sie beschäftigen sich mit den Bedingungen, die auf fernen Planeten herrschen, und den Lebensformen, die unter solchen Bedingungen möglich wären. 

Naturgesetze gelten überall

Die Wissenschaftler tun dies nicht einfach aus dem hohlen Bauch heraus – sie gehen von bestimmten Gesetzmäßigkeiten aus. Eine ihrer Prämissen ist beispielsweise die Annahme, dass die Naturgesetze auch auf anderen Planeten gültig sind.

Bei ähnlichen Bedingungen dürften sich daher ähnliche Lebensformen entwickeln – wir sehen dies beispielsweise an den Fischen und den Meeressäugern, die beide im Wasser leben und beide unabhängig voneinander eine Art von Flossen entwickelt haben. Solche analogen Organe sind das Ergebnis einer sogenannten konvergenten Evolution.  

Auf erdähnlichen Planeten – falls es dort überhaupt Leben gibt – könnten also beinahe zwangsläufig erdähnliche Wesen entstanden sein. Augen haben sich zum Beispiel auf der Erde gleich mehrmals unabhängig voneinander entwickelt.

Es wäre merkwürdig, wenn das auf einem Planeten mit ähnlichen Lichtverhältnissen, wie sie auf der Erde herrschen, nicht der Fall wäre. Besonders Lebewesen, die Beute jagen, hätten vermutlich solche Instrumente zur optischen Orientierung entwickelt – höchstwahrscheinlich hätten sie auch mehrere davon, die zusammen räumliches Sehen ermöglichen würden. 

Analogie, konvergente Evolution

Bei Pterosauriern (oben), Fledertieren (Mitte) und Vögeln (unten) hat sich die Flugfähigkeit konvergent entwickelt. Die Flügel dieser Wirbeltiergruppen sind analoge Organe.  Bild: Wikimedia

Augenlos unter dem Eispanzer

Sinnlos wären Augen dagegen in einer vollkommen anderen Welt wie beispielsweise dem Saturnmond Enceladus. Auf diesem Eismond bedeckt ein kilometerdicker Eispanzer vermutlich einen Ozean, in dem totale Finsternis herrscht.

Falls sich an einem solchen Ort Leben entwickelt, würde es mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne Sinnesorgane auskommen, die sichtbares Licht wahrnehmen. 

Ob sich Organismen, die an einem solch lebensfeindlichen Ort entstanden wären, zu intelligenten Wesen entwickeln könnten, ist fraglich. Auf jeden Fall dürfte es ihnen schwerer fallen, eine technisch orientierte Zivilisation aufzubauen, denn in ihrer vom Eis eingeschlossenen Wasserwelt gäbe es kein Feuer.

Ohne Feuer ist Metallverarbeitung undenkbar, und ohne Metallverarbeitung gäbe es zahlreiche technische Errungenschaften nicht. 

Große Planeten, flache Gestalten

Auch die Gravitation würde die Entwicklung von Lebensformen entscheidend beeinflussen. Auf Welten mit hoher Gravitation wären kräftig gebaute und allenfalls sogar gepanzerte Organismen im Vorteil.

Sie dürften eher von flacher Gestalt sein und sich auf mehreren Beinen nah am Boden fortbewegen. Auf Himmelskörpern mit weniger Masse als der Erde hingegen wären leichter gebaute, dafür hochgewachsene Organismen wahrscheinlicher. 

Bei der Suche nach ausserirdischem Leben besteht allerdings die Gefahr, dass wir – wie einst die Astronomen, die unseren Heimatplaneten ins Zentrum stellten – zu sehr von uns selber ausgehen. Dass Leben auch an extrem unwirtlichen Orten gedeiht und Formen annimmt, die wir früher für unmöglich hielten, zeigen die sogenannten «extremophilen» Bakterien.

Diese Mikroorganismen, die erst in den letzten 30 Jahren entdeckt wurden, überleben zum Beispiel am Boden der Tiefsee neben kochend heißen Mineralquellen und ernähren sich von Methan oder Schwefel.

Desulforudis audaxviator

Das Bakterium Desulforudis audaxviator lebt in völliger Dunkelheit und ernährt sich von Schwefelverbindungen.  Bild: Wikimedia

Silizium statt Kohlenstoff

Auch diese extremen Lebensformen basieren freilich auf Kohlenstoff – wie alles Leben, das wir kennen. Dies müsste indessen nicht unbedingt so sein; denkbar wäre auch Leben, dessen Gerüst aus Silizium besteht.

Silizium weist ähnliche Eigenschaften wie Kohlenstoff auf, ist aber nicht ganz so bindungsfreudig wie dieser.

Immerhin hat man schon erfolgreich lebendige Zellen dazu gebracht, Kohlenstoff-Silizium-Verbindungen zu bilden – prinzipiell kann Silizium also als Baustein des Lebens dienen. Spätestens seitdem wird die Auffassung, Leben müsse zwangsläufig auf Kohlenstoff basieren, als «Kohlenstoff-Chauvinismus» gegeißelt.

Vielleicht ist aber auch dieser erweiterte Begriff von Leben zu eng gefasst. So glaubt die amerikanische Astrobiologin Susan Schneider, die meisten extraterrestrischen Lebewesen hätten ihre biologische Natur längst zugunsten einer künstlichen Intelligenz aufgegeben. Sollten wir also auf Aliens stossen, wären sie womöglich hochentwickelte Roboter. 

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