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Snow easter bunnies looking at red and green easter egg in snow basket

bild: getty images 

Schnee im März, Frost im Mai und wann ist eigentlich Frühling? 4 Mythen im Check

20.03.18, 19:00 21.03.18, 19:01

leo helfenberger

Heute ist astronomischer Frühlingsbeginn und trotzdem gab es in Deutschland wieder Schnee – für viele eine Zumutung. Denn meteorologisch begann der Frühling sogar schon am 1. März. 

Doch wie selten ist Schnee in Deutschland im März wirklich? Und sind die Eisheiligen im März wirklich so eisig wie ihr Ruf? Wir haben fünf Frühlingsmythen dem Faktencheck unterzogen.

Schnee im März ist eine Ausnahme

Rear view of a beautiful caucasian woman enjoying the snow idyll in the nature

Bild: E+

Falsch. In den Mittelgebirgen und den Alpen gibt es auch im März regelmäßig Schnee - mehr als 100 cm sind im März dort schon häufig gefallen. Im Flachland ist Schnee im März aber auch keine Seltenheit, zumindest alle 5 bis 10 Jahre schneit es auch dort.

Ein paar Beispiele: In Wernigerode im Harz wurden am 22. März 1958 rund 59 Zentimeter der weißen Pracht gemessen. In Piding am Alpenrand waren es am 13. März 1988 75 Zentimeter, in Landsberg am 5. März 2006 78 Zentimeter und in Offenbach mitten im relativ warmen Rhein-Main-Gebiet am 13. März 2013 rund 12 Zentimeter. (dpa)

An den Eisheiligen im Mai wird es stets nochmals eisig

Falsch. Eine alte Bauernregel besagt, dass es nach dem 15. Mai keinen Bodenfrost mehr geben soll. Dies hängt mit der Überlieferung der sogenannten Eisheiligen zusammen. Diese dauern vom 11. bis 15. Mai und sind mythosmäßig mit der Angst vor kaltem Wetter oder eben sogar mit Frost verbunden. Diese Furcht ist unbegründet, wie die Daten zeigen. Allgemein ist in den letzten Jahren der Mai stets wärmer gewesen als im langjährigen Durchschnitt. 

Und falls ihr schon immer mal wissen wolltet, wie die Eisheiligen heißen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofie. Gern geschehen.

So schön ist der Winter in Deutschland

Nach Frühlingsbeginn ist es vorbei mit den finsteren Tagen

Das wechselt. Die dunklen Tage, die im November beginnen, sind meistens im April überwunden. In einigen Fällen wird die Grenze von 150 Sonnenstunden pro Monat (also im Schnitt fünf Stunden Sonne pro Tag) bereits im März überschritten. Die Messung der Sonnenstunden ist allerdings stark astronomisch und auch topografisch bedingt.

Ab April heißt es T-Shirt-Wetter

Nein (bzw. nur für die Harten). Der April macht ja bekanntlich, was er will. Eine schwer zu widerlegende These. Wer aber ab Monatsbeginn auf T-Shirt und Shorts setzt, holt sich wohl eine Erkältung. Denn der durchschnittliche April hat gerade einmal eine Temperatur von 7,4 Grad.

Der April ist so wechselhaft, weil die Landmassen in diesem Monat zum ersten Mal wieder wärmer als die Meere sind - daraus entstehen Wetterextreme, die sich allerdings meist im Laufe des Aprils wieder beruhigen.

Fazit:

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Übergang von Winter zu Frühling immer unsteter wird. In manchen Jahren gibt es im März noch Schnee, in anderen Jahren T-Shirt-Wetter.

Das Fazit ist also, dass man den Frühlingsbeginn weder am Schneefall noch an der Sonneneinstrahlung klar fest machen kann. Allerdings verschiebt er sich durschnittlich immer weiter nach vorne. Das zeigt die Vegetationsentwicklung - Tiere und Pflanzen sind davon betroffen, aber auch der Mensch. Denn durch den verkürzten Winter können zum Beispiel Schädlinge, die eigentlich nicht in unseren Breitengraden heimisch sind, überleben und sich ausbreiten.

So schön ist der Winter in Deutschland:

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