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ARCHIV - 14.05.2020, Berlin: Karl Lauterbach (SPD), steht f

SPD-Politiker Karl Lauterbach gehört in der Coronakrise zu den mahnenden Stimmen. Bild: dpa / Kay Nietfeld

"Das ist hochgefährlich": Virologe kritisiert SPD-Politiker Lauterbach

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach schlägt in der Coronakrise gerne mahnende Töne an und tritt bei Lockerungen auf die Bremse: nicht zu schnell, nicht zu viel und immer die mögliche zweite Viruswelle im Blick.

Während sich Lauterbach damit auf derselben Linie bewegt wie etwa Charité-Virologe Christian Drosten, bekommt er von einem anderen Virus-Experten jetzt richtig Feuer.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit greift den Politiker in einem Interview mit dem Hamburger "Abendblatt" frontal an und wirft Lauterbach "dysfunktionale Dramatisierung" vor. Lauterbachs Äußerungen würden zu einer "Dauer-Aufgeregtheit" führen, was wiederum bei der Bevölkerung eine "Corona-Müdigkeit" erzeugen könne.

"Das ist hochgefährlich."

Konkret stößt sich Schmidt-Chanasit offenbar an einer Warnung des SPD-Gesundheitsexperten, Infizierte könnten in Geschäften Waren mit dem Coronavirus kontaminieren. "Das ist vollkommen falsch", sagte der Virologe der "Abendblatt". Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung sehe das so.

Tatsächlich heißt es auf der Website des Instituts: "Für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege."

Maskenpflicht situationsabhängig

In puncto Maskenpflicht scheinen Schmidt-Chanasit und Lauterbach aber weniger weit voneinander entfernt zu sein. Die Forderung des SPD-Politikers nach Beibehaltung der Pflicht hält der Virologe für gerechtfertigt – in bestimmten Situationen, etwa in engen Geschäften:

"Masken machen dort Sinn, wo ich auf engem Raum mit Leuten eine längere Zeit zusammen bin. Dann kann der Mund-Nasen-Schutz die anderen Menschen schützen, wenn ich huste oder niese."

Wenig hält er hingegen von einer allgemeinen Pflicht zur Maske: "Es ist nur dort sinnvoll, Masken zu verwenden, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann." Wenn jemand alleine an einem Bahnsteig sitze, mache es hingegen "überhaupt keinen Sinn", eine Maske zu tragen. "Weil dort überhaupt kein Risiko besteht", so der Experte.

(pcl)

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