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In diesen Ländern ist das digitale Leben am einfachsten – wieso Deutschland enttäuscht

Expats sind meist mehr noch als Einheimische auf ein digitales Leben ausgerichtet. Doch wo ist dies am einfachsten? Und wo soll man nicht hin?

Reto Fehr / watson.ch

In welchen Ländern rund um den Globus ist ein digitales Leben am einfachsten? Und wo sollte man möglichst nicht hin, wenn man sich Ärger ersparen möchte?

Dieser Frage ging das Unternehmen InterNations, das Leben und Arbeiten von Expats beobachtet, nach und erstellte eine Rangliste für die besten und schlechtesten Länder für ein digitales Leben im Ausland.

Die Umfrageteilnehmer mussten dafür folgende Faktoren auf einer Skala von 1 bis 7 bewerten (siehe auch Infobox unten):

Die weltweite Übersicht

68 Länder erfüllten die Vorgaben mit genügend Teilnehmern. So sieht die Weltkarte des besten digitalen Lebens laut den Resultaten der Umfrage aus:

Schauen wir etwas genauer hin. In jeder Kategorie wären 7 Punkte das Maximum.

Die 10 besten Länder

1. Estland: 6.59 Punkte

Estland siegt etwas überraschend. Doch das Land kann mit Behörden mit breitem Online-Angebot punkten. Und auch der unbeschränkte Zugang zu Online-Angeboten ist maximal gewährleistet. Übrigens: Im Gesamtranking der lebenswertesten Orte für Expats liegt Estland auf Platz 21.

2. Finnland: 6.45 Punkte

Glaubt man den Expats, dann ist bargeldloses Bezahlen nirgends so problemlos und verbreitet möglich wie in Finnland. Mühe macht hingegen die Beschaffung einer lokalen Handynummer.

3. Norwegen: 6.38 Punkte

Norwegen schließt ähnlich ab wie Finnland, nur meist einfach überall etwas weniger überzeugend. Und auch hier gilt: Eine Handynummer zu besorgen, kann Nerven kosten.

3. Dänemark: 6.38 Punkte

Dänemark brilliert mit Rang zwei in Sachen bargeldlosem Bezahlen und auch die Behörden haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten vieles online an.

5. Neuseeland: 6.35 Punkte

In Neuseeland ist es ein Leichtes, an eine lokale Handynummer zu kommen. 98 Prozent der Umfrageteilnehmer urteilen so. Nicht so einfach ist es dagegen, zu Hause schnelles Internet zu kriegen.

6. Israel: 6.30 Punkte

Die Behörden sind schuld, dass Israel nicht noch weiter oben steht. Trotzdem steht Israel auch in der Gesamtwertung der lebenswerten Länder für Expats in den Top 10 – auch dank den digitalen Angeboten.

7. Kanada: 6.28 Punkte

In Kanada ist die lokale Handynummer nicht ganz so einfach zu erhalten. Und die Internetkosten für den Privatgebrauch sind eher hoch.

8. Singapur: 6.24 Punkte

Behördendienste sind in Singapur online meist problemlos nutzbar. Allerdings besteht eine ziemlich große Einschränkung bei allgemeinem Zugang zu Online-Angeboten.

9. Niederlande: 6.22 Punkte

Die Niederlande sind das fünfte europäische Land in den Top 10. Die digitale Infrastruktur ist für Expats meist zufriedenstellend.

10. USA: 6.19 Punkte

Das bargeldlose Bezahlen bringt die USA noch in die Top 10. Und auch privat ist das Einrichten von schnellem Internet ziemlich mühelos möglich.

Deutlich abgeschlagen liegt die Schweiz auf Rang 17, Deutschland auf Rang 53 und Italien auf Platz 58. Warum das so ist, liest du unten bei den Punkten 4 und 5.

Die 10 schlechtesten Länder

68. Myanmar: 4.28 Punkte

Myanmar ist das schlechteste Land fürs digitale Leben. Aber: Eine lokale Handynummer kriegst du nirgends auf der Welt so einfach wie hier. Der Gegensatz: Schnelles Internet zu Hause – das braucht Nerven.

67. China: 4.33 Punkte

Die Internetzensur in China ist bekannt, darum landet das Land hier auf dem letzten Rang. Immerhin: Bargeldlos geht es ziemlich gut im Land der Mitte.

66. Ägypten: 4.45 Punkte

Welche Behörden sind online am schlechtesten vertreten? Die Ägyptischen. Nur 2.56 Punkte (von 7 möglichen) vergeben die Expats dafür.

65. Indien: 4.65 Punkte

In Indien ist es für Expats am schwierigsten, an eine lokale Handynummer zu kommen. Immerhin ist der Wert mit 4.33 Punkten nicht ganz so schlecht.

64. Philippinen: 4.71 Punkte

Das fünftschlechteste Land für das digitale Leben sind laut den befragten Expats die Philippinen. Eine anständige Internetverbindung für zu Hause ist besonders schwierig zu bekommen.

63. Saudi Arabien: 4.77 Punkte

In Saudi Arabien sind der Zugang zu Online-Angeboten und die lokale Handynummer das Hauptproblem.

62. Indonesien: 4.81 Punkte

Bali gilt ja für viele als Traumdestination für Digital Nomads. Aber Indonesien ist deutlich mehr als Bali – und das Vorhandensein von Co-Working-Spaces war nicht Teil der Umfrage zum digitalen Leben.

61. Peru: 4.91 Punkte

Das einzige südamerikanische Land in den Flop 10: Peru.

60. Türkei: 4.92 Punkte

Der schlechteste Vertreter Europas ist die Türkei. Das neuntschlechteste Land für Expats ist vor allem beim unbeschränkten Internet-Zugang schwach auf der Brust.

59. Uganda: 4.93 Punkte

Gerade noch in die unschöne Top-Ten-Liste rutscht Uganda. Da kann auch das problemlose Beschaffen einer lokalen Handynummer – welcome to Africa! – nicht helfen.

Darum solltest du Deutschland und Italien meiden

Überraschend schlecht schließt Deutschland ab, das nur auf Rang 53 landet. Nach unten ziehen Deutschland dabei die Probleme beim Beschaffen einer Handynummer und beim bargeldlosen Bezahlen. Ein Studienteilnehmer aus Australien meint: "Es ist etwas irritierend, dass man in Deutschland fast ausschließlich auf Bargeld angewiesen ist."

Deutschland: 5.16 Punkte (Rang 53)

Noch schlechter als Deutschland schließt Italien das Ranking ab. In keiner Kategorie schaffen es die Italiener in die erste Hälfte. Tiefpunkte sind dagegen bargeldloses Bezahlen und High-Speed-Internet zu Hause.

Italien: 5.04 Punkte (Rang 57)

Quelle und Daten

Die Daten stammen von InterNations, das sich selbst mit 3.5 Millionen Mitgliedern als größte soziale Community und Informationsplattform für Expats bezeichnet.

Die Auswertungen basieren auf der jährlichen Expat Insider Studie (erschienen im September 2018). Erstmals wurde dabei die Kategorie "Digitales Leben" geschaffen. Die detaillierten Ergebnisse werden heute publiziert.

Damit ein Land in die Rangliste für das "Digitale Leben im Ausland" aufgenommen wurde, mussten mindestens 75 Teilnehmer eines Landes mitmachen. Insgesamt beteiligten sich 18.135 Expats an der Umfrage.

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