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Seuchen begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden. Moses mit zwei Opfern der Pest, einer der biblischen Plagen. Miniatur aus der Toggenburg-Bibel von 1411. bild: wikimedia

13 Seuchen, die in der Welt Angst und Schrecken verbreiteten

Daniel Huber / watson.ch

Wie aus dem Nichts hat sich das neuartige Coronavirus in unseren Alltag und unser Leben gedrängt. Begünstigt durch die Globalisierung mit ihrem Massentourismus und ihrer beispiellosen wirtschaftlichen Verflechtung, hat sich die Pandemie rasend schnell über den Erdball verbreitet.

Doch es ist nicht der erste Seuchenzug, der die Bevölkerung in Schrecken versetzt: Seit dem Altertum kam es immer wieder zu Seuchen, die sich zwar langsamer verbreiteten, aber in den meisten Fällen auf eine völlig ahnungs- und wehrlose Bevölkerung trafen – mit fürchterlichen Folgen.

Längst nicht alle diese Seuchenzüge waren Pandemien im strikten Sinne des Wortes. Aber auch wenn sie nur einen Kontinent oder einzelne Regionen heimsuchten, konnten sie enorme Verheerungen anrichten und zu enormen Bevölkerungsverlusten führen.

Diese Liste von 13 Seuchenzügen enthält deshalb nicht nur Pandemien, sondern auch Epidemien wie Ebola, dessen Schrecken Urängste vor unkontrollierbaren, tödlichen Seuchen weckt. Umgekehrt werden manche Pandemien hier nicht erwähnt, da sie verhältnismäßig wenige Opfer forderten – etwa die SARS-Pandemie oder die Hongkong-Grippe. Auch die HIV-Pandemie fällt hier außer Betracht, da sich dieser Erreger vornehmlich über sexuelle Kontakte ausbreitet.

Attische Seuche

430–426 v. Chr.

Im zweiten Jahr des Peloponnesischen Krieges (431–404 v. Chr.) stand wie schon im Jahr zuvor eine spartanische Armee vor den Mauern Athens. Die Athener hatten die Bevölkerung des Umlandes hinter die Befestigung zurückgezogen, wo sie auf engem Raum zusammengedrängt sicher vor den Spartanern war – aber nicht vor dem Erreger der Attischen Seuche.

Der Geschichtsschreiber Thukydides, Augenzeuge der Geschehnisse, schilderte, wie die Seuche jede Person ohne Unterschied des Alters, Geschlechts oder Standes befiel. Die Menschen begannen, einander zu meiden und ließen die Erkrankten allein sterben. Nur jene, die die Seuche überlebt hatten, konnten sich gefahrlos um die Kranken kümmern.

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Die Attische Seuche (Gemälde von Michiel Sweerts, um 1653). Bild: wikimedia

Die Beschreibung von Thukydides, der selbst an der Seuche erkrankte und wieder gesund wurde, gilt als erster schriftlicher Hinweis darauf, dass eine überstandene Krankheit zu Immunität gegen den Erreger führen kann. Um welchen Erreger es sich bei der Attischen Seuche gehandelt hat, ist umstritten – es gibt unzählige Hypothesen dazu. Sicher ist, dass es sich nicht um die Pest handelte, die Europa erst später erstmals erreichte. Die Symptome reichten von Niesen, Heiserkeit und Husten zu Erbrechen und Durchfall. Die Haut war gerötet und mit Geschwüren bedeckt.

Die Seuche wütete etwa zwei Jahre, flaute dann ab, kehrte aber im Winter 427/426 v. Chr. wieder zurück, als die Spartaner Athen erneut belagerten. Diesmal dauerte sie rund ein Jahr. Geschätzt fiel ihr etwa ein Viertel der athenischen Bevölkerung zum Opfer, darunter auch der bedeutende Staatsmann Perikles. Die Attische Seuche dürfte die Niederlage Athens im Krieg gegen Sparta zumindest befördert haben; sie wird im Rückblick auch als ein wichtiger Faktor für den Niedergang der klassischen Kultur des antiken Griechenlands gesehen.

Antoninische Pest

165–180 n. Chr.

Römische Legionäre, die im Partherfeldzug des Lucius Verus gegen die Perser gekämpft hatten, schleppten die nach Kaiser Mark Aurel (Marcus Aurelius Antoninus) benannte Antoninische Pest aus Mesopotamien ins Römische Reich ein. Dort verbreitete sie sich entlang der Handelswege von Kleinasien bis nach Britannien.

Es handelte sich um die erste Seuche, die sich auf logistischem Weg im gesamten Mittelmeerraum verbreitete; dazu trug der Umstand bei, dass sie aufgrund der langen Inkubationszeit nicht schnell erkannt werden konnte.

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Reiterstatue Mark Aurels in Rom. imago images / imagebroker

Die Behörden waren machtlos – gegen die Seuche gab es kein Heilmittel und gegen ihre Verbreitung keine taugliche Maßnahme. In Rom selbst starben laut dem Historiker Cassius Dio jeden Tag 2000 Menschen; jeder vierte sei gestorben. Auch Mark Aurel selbst dürfte der Seuche zum Opfer gefallen sein.

Große Teile des Imperiums verzeichneten einen Bevölkerungsrückgang; die Mortalitätsrate dürfte 25 bis 30 Prozent betragen haben. Die Epidemie trat in zwei Wellen auf, zuerst von 165 bis 167 und dann ab 177. Nach 180 ebbte sie ab, da mittlerweile ein großer Teil der Bevölkerung immunisiert war. Um 190 kam es zu einem erneuten Ausbruch, es ist aber nicht geklärt, ob es sich um eine Rückkehr der Antoninischen Pest handelte.

Auch der Erreger der Krankheit ist nicht sicher geklärt, jedenfalls war es – trotz des Namens – nicht die Pest. Man nimmt an, dass es höchstwahrscheinlich eine tödliche Pockenepidemie war; allenfalls könnten es auch die Masern gewesen sein. Da die Antoninische Pest unter den Soldaten besonders stark wütete, schwächte sie die militärische Schlagkraft des Imperiums kurzfristig enorm. Auf lange Frist könnte sie zur Destabilisierung und zur Reichskrise des 3. Jahrhunderts beigetragen haben.

Cyprianische Pest

250–271

Der Bischof von Karthago, der Kirchenschriftsteller Cyprian, beschrieb in seinem Traktat "De mortalitate" die Folgen der später nach ihm benannten Seuche drastisch:

"Die Eingeweide, gelöst in ständigem Ausfluss, entleeren sich aller Körperkräfte; ein Feuer, dessen Ursprung im Mark liegt, gärt in den Wunden tief im Rachen; die Innereien werden geschüttelt vom steten Erbrechen; die Augen brennen vom eingeschossenen Blut; manchmal nimmt die Vergiftung durch krankhafte Verwesung Arme und Beine."

Die später nach ihm benannte Seuche soll hochansteckend gewesen sein – sogar Blickkontakt habe für eine Ansteckung genügt. Die Cyprianische Pest war wie die Antoninische Pest oder die Attische Seuche nicht durch den Pest-Erreger verursacht. Wahrscheinlich handelte es sich um die Pocken.

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Der Todesengel klopft an eine Tür: "Die Pest in Rom", Gemälde von Jules-Elie Delaunay, 1869. bild: gemeinfrei

Die Epidemie hatte ihren Ursprung um 250 vermutlich in Äthiopien und breitete sich nilabwärts nach Nordafrika aus, wo die Bevölkerung wegen einer langen Dürreperiode vom Hunger geschwächt war. Von dort aus erfasste sie das gesamte Römische Reich, das sich ohnehin in einer schweren Krise befand und sich kaum der Angriffe der Germanen und Perser zu erwehren vermochte. Nachdem die Cyprianische Pest kurz abgeflaut war, folgten bis 271 mehrere weitere Ausbrüche; einem von ihnen fiel auch der Kaiser Claudius II. zum Opfer.

Justinianische Pest

541–770

Die Seuche kam aus Indien oder aus dem subsaharischen Afrika. 541 n. Chr. erreichte sie den Mittelmeerraum in der ägyptischen Hafenstadt Pelusion, die zum Oströmischen Reich gehörte, und verbreitete sich rasch bis nach Palästina. Die Quellen sprechen von einem großen "Menschensterben". 542 erreichte die Pest Konstantinopel; 543 hatte sie nahezu sämtliche Teile des Oströmischen Reiches erfasst. Mit der Zeit breitete sie sich nach Osten ins persische Sassanidenreich und nach Westen bis nach Britannien und sogar Finnland aus, doch am stärksten betroffen blieb der östliche Mittelmeerraum.

Die nach dem oströmischen Kaiser Justinian I. benannte Pest ebbte nach der ersten großen Welle ab, kehrte dann aber in mehreren Schüben wieder zurück, die in etwa 15- bis 25-jährigem Abstand aufeinander folgten. Bis 770 dauerte dieser verheerende Seuchenzug an, der möglicherweise 20 bis 30 Prozent der oströmischen Bevölkerung dahinraffte. Im gesamten Mittelmeerraum soll ein Viertel der Bevölkerung umgekommen sein. Diese Schätzungen, die vornehmlich auf Angaben von Zeitzeugen beruhen, sind in letzter Zeit bezweifelt worden.

Eine Studie der Hebrew University von Jerusalem bemängelt die zu wenig kritische Übernahme von zeitgenössischen Zahlenangaben und kommt aufgrund der Auswertung von Pollenanalysen und Gräberfeldern zum Schluss, es habe keinen Bevölkerungsrückgang im beschriebenen Ausmaß gegeben. Die Frage ist nach wie vor umstritten.

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Der Heilige Sebastian bittet Jesus, das Leben eines von der Justinianischen Pest befallenen Totengräbers zu verschonen. Gemälde von Josse Lieferinxe, ca. 1497–1499. bild: gemeinfrei

Sicher ist hingegen, dass es sich beim Erreger der Seuche um das Bakterium Yersinia pestis handelt. Die Symptome, die der Geschichtsschreiber Prokop überlieferte, passen zu den Symptomen der Beulenpest: Fieber, darauf beulenartige Geschwüre in der Leistenregion, unter den Achseln und am Hals. In der Tat konnten Studien in den vergangenen Jahren nachweisen, dass es sich bei der Justinianischen Pest wirklich um die Pest handelte. Es war das erste Mal, dass diese Seuche in Europa auftrat.

Auch wenn die Opferzahlen womöglich nicht so verheerend waren, wie es die Berichte schilderten, war die Justinianische Pest doch eine historische Zäsur; sie markiert den Übergang von der Antike zum Mittelalter. Westrom war zwar bereits vorher untergegangen, aber die Seuche trug entscheidend dazu bei, dass Justinians Projekt der Rückeroberung der verlorenen Teile des Imperiums letztlich scheiterte. In der Folge wandelte sich Ostrom allmählich zum stets mehr griechisch geprägten Byzantinischen Reich.

Endgültig beendet wurde die Antike durch die islamische Eroberung der Levante und Nordafrikas, die die Einheit des Mittelmeerraums zerbrach. Die Araber, die aus der von der Pest weitgehend verschonten Arabischen Halbinsel vorstießen und weite Teile Ostroms und das gesamte Sassanidenreich eroberten, trafen auf eine von der Pest, Krieg, Naturkatastrophen und einer "kleinen Eiszeit" geschwächte Zivilisation, die den Eroberern wenig entgegenzusetzen hatte.

Schwarzer Tod

1346–1353

Der Schwarze Tod, der zwischen 1346 und 1353 in Europa wütete, war einer der schlimmsten Seuchenzüge der Geschichte. Er ist – zumindest für die westliche Welt – zum Sinnbild für den Schrecken einer verheerenden Pandemie geworden. Geschätzt fielen dem "großen Sterben" (damals war der Ausdruck "Schwarzer Tod" noch nicht geläufig) 25 Millionen Menschen zum Opfer, ein Drittel der Bevölkerung, die zu dieser Zeit in Europa lebte. Andere Schätzungen gehen bis zur Hälfte der Bevölkerung. Die Seuche traf insbesondere die Städte hart.

Der italienische Schriftsteller Giovanni Boccaccio beschrieb den Pestausbruch in Florenz in seiner berühmten Novellensammlung "Decamerone":

"So konnte, wer – zumal am Morgen – durch die Stadt gegangen wäre, unzählige Leichen liegen sehen. Dann ließen sie Bahren kommen oder legten, wenn es an diesen fehlte, ihre Toten auf ein bloßes Brett. Auch geschah es, dass auf einer Bahre zwei oder drei davongetragen wurden, und nicht einmal, sondern viele Male hätte man zählen können, wo dieselbe Bahre die Leichen des Mannes und der Frau oder zweier und dreier Brüder und des Vaters und seines Kindes trug."

Die Leute versuchten, sich vor der Pest zu schützen, indem sie Tücher vor dem Mund trugen, duftende Kräuter verbrannten oder Rosenwasser versprühten. Ärzte griffen zum Aderlass, um Patienten zu kurieren, schwächten sie aber so noch mehr. Da man den Ursprung der Krankheit im Bakterium Yersinia pestis nicht kannte und auch nicht wusste, dass die Pest über Flöhe – mittelbar auch über Ratten – verbreitet wurde, suchte man nach Schuldigen für die Seuche. Bevorzugte Sündenböcke waren einmal mehr die Juden, die in ganz Europa verfolgt und ermordet wurden. Ganze jüdische Viertel wurden abgebrannt; zahlreiche Gemeinden wurden vernichtet.

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Massaker an vermeintlich Schuldigen: Juden werden 1349 in Flandern verbrannt. bild: gemeinfrei

Die Pest dürfte zwischen 1330 in China oder eher noch in Zentralasien ausgebrochen sein. Von dort gelangte sie über Astrachan ans Schwarze Meer zur genuesischen Hafenstadt Kaffa auf der Krim. Die mongolische Goldene Horde, die die Stadt belagerte, soll der Legende nach die Pesttoten mit Katapulten in die Stadt geschleudert haben. Von Kaffa brachten genuesische Flüchtlinge die Pest über das weitverzweigte Handelsnetz Genuas nach Konstantinopel, Kairo und Sizilien. Von Italien aus breitete sich der Schwarze Tod auf dem Land- und Seeweg schließlich über weite Teile Europas aus, wobei Osteuropa, besonders Polen, vergleichsweise weniger stark betroffen war.

Die Folgen des Schwarzen Tods waren dramatisch: Der während der Blütezeit des Hochmittelalters vorangetriebene Landesausbau, also die Urbarmachung unerschlossener Gebiete, hörte nahezu auf. Die Pest stoppte auch die deutsche Ostsiedlung – die Wanderung deutscher Bauern und Handwerker in die östlichen, überwiegend slawischen Gebiete Mitteleuropas – endgültig. Das große Sterben eröffnete für die Überlebenden allerdings auch neue Möglichkeiten: Die Zünfte ließen nun neue Mitglieder zu, Landarbeiter konnten der Leibeigenschaft entkommen, der Mangel an Arbeitskräften förderte die Mechanisierung.

Englischer Schweiß

1485–1551

Am 7. August 1485 landete Heinrich Tudor, Earl of Richmond, an der Küste von Wales. Mit ihm ging sein Heer, größtenteils französische und schottische Söldner, an Land – und ein Erreger, der bis heute nicht identifiziert ist. Wenige Tage nach Heinrichs Ankunft stellten die Ärzte eine bisher unbekannte Krankheit fest, die bald "Englischer Schweiß" genannt wurde.

Nachdem Heinrich den englischen König Richard III. geschlagen hatte und selbst als Heinrich VII. die Krone Englands erlangte, zog er nach London. Dort brach die Seuche ebenfalls aus und tötete in kurzer Zeit Tausende von Menschen, darunter zwei Bürgermeister und vier Ratsherren.

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Heinrich VII. Tudor, König von England. Gemälde von Michael Sittow. bild: gemeinfrei

Die Krankheit traf seltsamerweise vor allem kräftige Männer im besten Alter und forderte zahlreiche Opfer in der Oberschicht, weshalb sie auch gut dokumentiert wurde. John Kaye, Leibarzt am englischen Hof, beschrieb die Symptome der Seuche, die ihre Opfer oft in wenigen Stunden dahinraffte: Die Krankheit begann mit einem "kalten Stadium", begleitet von Schüttelfrost, Schwindel und Kopfschmerzen. Nur wenige Stunden später folgte ein "heißes Stadium" mit Übelkeit, Delirium, Herzrasen und dem Austritt großer, übelriechender Schweißtropfen am ganzen Körper. Oft trat danach der Tod ein. Wer die Krankheit überlebte, war nicht vor einer neuerlichen Ansteckung gefeit.

Ein englischer Arzt beschrieb die Symptome 1485 so:

"A grete swetying and stynkying with redness of the face and of all the body, and a contynual thurst, with a grete hete and hedache because of the fumes and venoms."

"Ein starkes Schwitzen und Stinken mit Rötung des Gesichts und des ganzen Körpers, und ein andauernder Durst, mit großer Hitze und Kopfschmerzen aufgrund der Dünste und Gifte." thehistoricalnovel.com

Nachdem die erste Welle abgeflaut war, trat die Krankheit erst 1507 wieder auf. Diesmal verlief sie milder, nicht aber der dritte Ausbruch 1517, bei dem in einigen englischen Städten angeblich die Hälfte der Einwohner starb. Auch die vierte Welle im Jahr 1528 begann wie alle anderen in England, griff aber diesmal auf den Kontinent über. Kurz vor Jahresende erreichte die Seuche die Schweiz und zog dann nordwärts über Deutschland und Skandinavien bis nach Russland.

Innerhalb weniger Wochen starben Tausende von Menschen. Meist dauerte die Seuche in den befallenen Orten nur etwa zwei Wochen an, nur im Osten der Schweiz dauerte sie länger. Der fünfte und letzte Ausbruch 1551 fand wiederum nur in England statt. Danach verschwand der Englische Schweiß endgültig.

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Am Englischen Schweiß Erkrankte hüllte man in Decken. Diese Therapie schlug nicht an. bild: gemeinfrei

Bis heute rätselt man, welcher Erreger den Englischen Schweiß verursachte. Seine Symptome unterschieden sich deutlich von jenen der Pest, die bei den ersten vier Wellen ebenfalls ausbrach. Der vierte Ausbruch war zudem von einem auffälligen Vogelsterben begleitet, so dass es sich möglicherweise um eine Zoonose handelte – eine Krankheit, die von Tier zu Mensch oder umgekehrt überspringt. Als mögliche Ursache der Kranheit wurde auch eine Vergiftung mit Mutterkorn in Betracht gezogen, daneben Lungenmilzbrand oder Hanta-Viren. Meist wird jedoch eine durch einen aggressiven Influenza-Virenstamm ausgelöste Grippewelle vermutet.

Cocoliztli

1545–1550 und 1576–1578

Als die spanischen Entdecker und Eroberer ihren Fuß auf die Neue Welt setzten, ereignete sich etwas, was man als "Globalisierung der Erreger" bezeichnen könnte. Nicht nur Nutzpflanzen wie Kartoffeln, Mais oder Tomaten fanden ihren Weg in die Alte Welt, auch die Syphilis reiste mit. Im Gegenzug gelangten Krankheiten wie Pocken oder Masern nach Amerika und trafen dort auf eine Bevölkerung, die keinerlei Immunität dagegen aufwies. Besonders Mittelamerika litt schwer unter den Epidemien, deren Erreger die Konquistadoren mitbrachten.

Als Hernán Cortés 1519 zur Eroberung des Aztekenreiches ansetzte, lebten etwa 25 Millionen Menschen in den Gebieten, die heute Mexiko und Guatemala umfassen. Ein Jahrhundert nach dem Untergang des Reiches war die Zahl der indigenen Einwohner auf eine Million gefallen. Es waren nur zum kleinen Teil die bewaffneten Auseinandersetzungen und die brutale Unterdrückung durch die Eroberer, die diesen enormen Aderlass verursachten. Gleich zu Beginn dezimierten die von den Spaniern eingeschleppten Pocken die Bevölkerung massiv. Doch die schlimmste Seuche – von den Einheimischen "Cocoliztli" (Nahuatl für "Pest", "Krankheit") genannt – schlug von 1545 bis 1550 und dann noch einmal von 1576 bis 1578 zu. Sie raffte nach Schätzungen 15 Millionen Einwohner dahin.

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Indigene Opfer der Cocoliztli-Epidemie. bild: gemeinfrei

Die von der Seuche Befallenen litten unter einem hämorrhagischen Fieber (hohes Fieber, das mit Blutungen einhergeht) und Kopfschmerzen – ähnlich wie bei Ebola. Sie bluteten aus Augen, Mund und Nase; nach drei bis vier Tagen starben sie. Lange galten die Pocken oder Masern als Verursacher dieses Massensterbens. Erst 2018 konnte eine internationale Studie den Erreger anhand von DNA-Proben ausfindig machen: Es handelt sich um ein Bakterium namens Salmonella enterica Paratyphi C.

Der Salmonellenstamm Salmonella Paratyphi C löst Paratyphus aus, eine abgemilderte Form des Typhus, die aber unbehandelt heute noch in 10 bis 15 Prozent der Fälle tödlich verläuft. Die Spanier, die das Bakterium eingeschleppt hatten, erkrankten zwar auch, starben aber weit weniger oft daran als die Einheimischen, die keine Immunabwehr dagegen besaßen.

Große Pest

1708–1714

Von 1700 bis 1721 tobte im Ostseeraum der Große Nordische Krieg, der die schwedische Vorherrschaft beendete und das Russische Zarenreich als neue Großmacht etablierte. Im Laufe dieses Krieges bewegte sich eine große Anzahl von Menschen innerhalb kurzer Zeit über weite Strecken in Nord- und Osteuropa – so stießen beispielsweise schwedische Truppen bis in die Ukraine vor. Diese militärischen Truppenverschiebungen wirkten – neben den engen Handelskontakten der Ostseeanrainer – als wesentlicher Katalysator für die Ausbreitung der Pest.

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Die Pest in Vilnius. Gemälde in der Kirche der Heiligen Apostel Peter und Paul in Vilnius. bild: gemeinfrei

Die Seuche war vermutlich aus Zentralasien nach Konstantinopel im Osmanischen Reich gelangt und breitete sich von dort nach Polen aus. 1702 diagnostizierten Ärzte die Pest in einem schwedischen Lazarett in Südpolen zum ersten Mal. Sie verbreitete sich danach entlang der Marschrouten und Handelswege und weitete sich schließlich zu einer verheerenden Pandemie, der "Großen Pest", die ihren Höhepunkt zwischen 1708 und 1712 erreichte.

Die Pestwelle erfasste nach und nach sämtliche Randgebiete der Ostsee und gelangte auch nach Böhmen, Mähren, Bayern und Österreich. Die Pandemie forderte insgesamt mehr als eine Million Todesopfer. Besonders stark verheerte die Seuche Preußen und Estland; in manchen Gebieten starben bis zu drei Viertel der Einwohner. Die Große Pest war der letzte große Pest-Ausbruch im Ostseeraum; sie dürfte einer der letzten Ausläufer der zweiten großen Pest-Pandemie gewesen sein, zu der auch der Schwarze Tod gehörte.

Russische Grippe

1889–1895

1889 begann in den zentralasiatischen Gebieten Russlands eine Grippewelle, die sich entlang der Transkaspischen Eisenbahn nach Westen verbreitete und im Oktober die russische Hauptstadt St. Petersburg erreichte. Von dort verbreitete sie sich dank des Eisenbahnnetzes schnell nach Westen. Noch vor Ende Jahr gab es Ausbrüche in Berlin, Wien und Paris, Anfang 1890 dann in London.

Innerhalb von nur vier Monaten verbreitete sich die sogenannte Russische Grippe – in Russland hieß sie "chinesischer Schnupfen" – rund um den Globus.

Eine weitere Influenza-Pandemie in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde übrigens ebenfalls "Russische Grippe" genannt. Sie war aber weniger aggressiv und wurde von einem anderen Virenstamm verursacht.

Die Russische Grippe des 19. Jahrhunderts verbreitete sich schneller als jede Pandemie zuvor. Bis 1895 gingen drei weitere Wellen der Influenza-Pandemie um die Welt. Ihr fiel etwa eine Million Menschen zum Opfer. Die Russische Grippe war deshalb die bis dahin schlimmste Influenza-Pandemie; sie wurde erst durch die Spanische Grippe, die von 1918 bis 1925 dauerte, in den Schatten gestellt.

Oft verlief die Krankheit kurz – nur drei Tage lang –, aber heftig. Im deutschen Sprachraum nannte man sie deswegen auch "Blitz-Katarrh", wie später die Spanische Grippe. In manchen Fällen kam es allerdings auch zu Komplikationen, etwa einer Lungenentzündung. Die Russische Grippe war die erste Pandemie, die sich maßgeblich entlang von Eisenbahnlinien ausbreitete. Die Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung – aber auch die Berichterstattung der Medien darüber – erinnert an die Pandemien des 20. und 21. Jahrhunderts. Beide Faktoren, der globale Verkehr und die mediale Berichterstattung, haben sich seither allerdings enorm verstärkt.

Dritte Pest-Pandemie

ca. 1890–1911

Vom Ende des 19. Jahrhunderts an rollte die dritte Pest-Pandemie über den Globus, der letzte der großen Seuchenzüge der Pest nach der Justinianischen Pest und dem Schwarzen Tod. Ihren Höhepunkt hatte die Pandemie von ungefähr 1890 bis 1911, danach verebbte sie allmählich bis zu den letzten Ausläufern Mitte des 20. Jahrhunderts. Während dieser Zeit fielen ihr rund 15 Millionen Menschen zum Opfer. Die meisten Todesopfer gab es in Indien und China, daneben verzeichneten aber auch einige südamerikanische Staaten sowie Regionen in Afrika und Australien größere Ausbrüche.

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Die Pest in Vilnius. Gemälde in der Kirche der Heiligen Apostel Peter und Paul in Vilnius. bild: gemeinfrei

Dagegen blieb Europa weitgehend verschont; auf diesem Kontinent forderte die Seuche weniger als fünfhundert Tote. Zwar kam es immer wieder zu kleineren Ausbrüchen, etwa, wenn infizierte Ratten in Hafenstädte gelangten. Doch scharfe Quarantäne-Maßnahmen sorgten dafür, dass diese Ausbrüche lokal begrenzt blieben. Zudem arbeiteten die europäischen Staaten nun bei der Bekämpfung der Seuche zusammen. Und schließlich war die Medizin bereits weiter fortgeschritten als bei früheren Pestzügen. Der letzte Pest-Tote Europas wurde 1945 in Tarent verzeichnet, danach war die gefürchtete Seuche auf diesem Kontinent ausgerottet.

Ihren Ausgang hatte die Pest in der südwestlichen chinesischen Provinz Yünnan genommen, wo sich Menschen an infizierten Murmeltieren ansteckten. Chinesen aus Hongkong, die ihre Verwandten dort besuchten, brachten die Pest in die britische Kolonie, von wo sie mit Dampfschiffen nach Süd- und Nordamerika, Australien und Indien gelangte. Schwer getroffen wurde die Mandschurei, die zweimal von der Pest heimgesucht wurde; das erste Mal um die Jahrhundertwende, das zweite Mal 1910/1911, als rund 60.000 Menschen starben.

Bei diesem letzten großen Pestzug gelang es übrigens dem schweizerisch-französischen Bakteriologen Alexandre Yersin, den Erreger der Pest zu identifizieren. Yersin konnte das Bakterium 1894 in Hongkong aus befallenen Lymphknoten von Pesttoten isolieren und den Übertragungsweg klären. Die gesamte Bakterien-Gattung wurde ihm zu Ehren Yersinia genannt.

Spanische Grippe

1918–1920

Zu Beginn des Jahres 1918 kursierte in den Kasernen der US-Armee eine Grippe, die von amerikanischen Soldaten an die Westfront des europäischen Kriegsschauplatzes gebracht wurde. Französische Militärärzte nannten die Seuche "Drei-Tage-Fieber", weil die Erkrankung meist nur wenige Tage dauerte. Von den Schützengräben griff die Grippe auf die Zivilbevölkerung über; in kürzester Zeit entwickelte sie sich zur bisher verlustreichsten Pandemie. Da der spanische König Alfons XIII. daran erkrankte und die ersten unzensierten Nachrichten über die Seuche aus Spanien kamen, nannte man sie "Spanische Grippe".

Schätzungsweise eine halbe Milliarde Menschen – etwa ein Drittel der damaligen Weltbevölkerung – steckte sich an, 35 bis 50 Millionen starben daran, möglicherweise waren es sogar bis zu 100 Millionen. Auf jeden Fall forderte die Grippe, die gegen Ende des Ersten Weltkriegs ausbrach, mehr Todesopfer als dieser; vermutlich auch, weil zahllose Menschen durch den Krieg und dessen Folgen geschwächt waren.

Die Letalität der spanischen Grippe war enorm, sie belief sich auf zwei bis vier Prozent, nach anderen Schätzungen sogar auf fünf bis zehn Prozent – höher als bei jeder anderen Influenza-Pandemie. Die Mediziner kannten weder die Ursache der Seuche noch geeignete Mittel zu deren Bekämpfung. Die Krankenhäuser waren so überfüllt, dass Notlazarette eingerichtet werden mussten.

Die Spanische Grippe verlief in drei Wellen. Die erste überrollte Europa im Frühjahr und Frühsommer 1918. Sie galt als harmloser als die Russische Grippe 1889/1890, da sie vergleichsweise mild war und verhältnismäßig wenig Todesopfer forderte. Die zweite Welle, die im Spätsommer und Herbst desselben Jahres begann, dauerte bis zum November. Sie hatte einen ungleich aggressiveren Verlauf und forderte weitaus die meisten Todesopfer. Die dritte Welle, die ab Februar 1919 auftrat, beschränkte sich auf lokale Herde und war wieder relativ mild.

Der Erreger der Spanischen Grippe war ein Influenzavirus des Subtyps A/H1N1, der in einer mutierten und weniger aggressiven Form auch die Russische Grippe 1977/1978 und die sogenannte "Schweinegrippe"-Pandemie 2009/2010 verursachte. Der Spanischen Grippe erlagen vornehmlich 20- bis 40-jährige Menschen, während Influenzaviren sonst gewöhnlich Kleinkinder und alte Menschen besonders gefährden. Der Grund dafür könnte eine Überreaktion des Immunsystems gewesen sein; ein sogenannter Zytokinsturm, der oft einen raschen Erstickungstod auslöst.

Etwa ein Fünftel der Erkrankten bekamen eine Lungenentzündung – primär durch das Virus oder sekundär durch eine folgende bakterielle Superentzündung. Gegen diese Lungenentzündungen gab es zu dieser Zeit kein Gegenmittel. Bei vielen trat auch eine heliotrope Zyanose auf, bei der sich die Haut des Patienten wegen Sauerstoffmangels bläulich-schwarz verfärbt. 95 Prozent dieser Fälle starben innerhalb kurzer Zeit.

Asiatische Grippe

1957–1959

1957 wurde in Nordchina erstmals ein Influenza-Erreger des Subtyps A/H2N2 dokumentiert. Das neuartige Grippevirus war das Ergebnis einer Antigenshift – der Änderung von Virus-Antigenen durch Gen-Austausch zwischen verschiedenen Viruslinien, die gleichzeitig dieselbe Wirtszelle infizieren. Im Falle der Asiatischen Grippe, die von diesem Erreger ausgelöst wurde, handelte es sich um eine Kombination eines menschlichen mit einem Geflügelpestvirus. Das H2N2-Virus trat bis 1968 jedes Jahr auf; danach wurde es vom nah verwandten Subtyp A/H3N2 abgelöst, der die als "Hongkong-Grippe" bezeichnete Pandemie auslöste.

Die Asiatische Grippe war die schlimmste Grippe-Pandemie nach der Spanischen Grippe. Nach Schätzungen erkrankten bis zu 20 Prozent der Weltbevölkerung daran. Zwischen 1957 und 1959 fielen ihr rund zwei Millionen Menschen zum Opfer. Ihre Letalität war mit ca. 0,4 Prozent allerdings bedeutend geringer als jene der Spanischen Grippe. Sie kam in zwei Wellen und befiel zunächst vor allem Kinder, danach aber hauptsächlich alte Menschen.

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Notlazarett in einer Turnhalle in Schweden während der Asiatischen Grippe, 1957. bild: gemeinfrei

Wie andere Influenza-Viren wurde die Asiatische Grippe durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen schnell von Mensch zu Mensch übertragen. Die Seuche breitete sich über Shanghai und Hongkong schnell nach Japan, Südostasien und Australien aus und schließlich über Indien auch nach Europa. Impfstoffe, die sich gegen frühere Grippe-Epidemien bewährt hatten, boten kaum Schutz gegen den neuen Erreger. Die Mediziner empfahlen der Bevölkerung, zur Vorbeugung mit Wasserstoffperoxid zu gurgeln und formalinhaltige Tabletten zu schlucken.

Ebola

2014–2016 und 2018–2020

Der Begriff "Ebola" wird oft verwendet, um sowohl den Erreger wie auch die von ihm verursachte Krankheit, das Ebola-Fieber, zu bezeichnen. Das Ebola-Virus umfasst fünf verschiedene Stämme, die neben dem Menschen auch andere Primaten wie Gorillas oder Schimpansen infizieren.

Benannt ist das Virus nach einem Fluss in der Demokratischen Republik Kongo, wo es 1976 erstmals beim Menschen festgestellt wurde. Sein natürlicher Wirt ist eine fruchtfressende Fledermaus, die vor allem in Afrika vorkommt, als Zwischenwirte treten Antilopen und Affen auf.

Das Virus wird indirekt durch den Verzehr von infizierten Früchten oder direkt durch die Berührung von Fledermäusen oder deren Kot übertragen. Der hauptsächliche Übertragungsweg ist jedoch der Kontakt mit Körperausscheidungen von infizierten – lebenden oder toten – Menschen oder Tieren, hauptsächlich Blut, Erbrochenes oder Exkremente, aber auch Sperma oder Muttermilch. Möglich ist auch die Infektion über die Berührung von infizierten Objekten; es findet aber offenbar keine Übertragung über Tröpfcheninfektionen statt. Gleichwohl sind Angehörige oder Pflegekräfte einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Gefährlich sind auch die Beerdigungsrituale in Afrika, bei denen die Toten gewaschen werden.

Das vom Virus ausgelöste Ebola-Fieber ist eine Zoonose, also eine von Tier zu Mensch oder umgekehrt übertragbare Infektionskrankheit. Die Infektion führt nach einer Inkubationszeit von üblicherweise 2 bis 21 Tagen zu einem hämorrhagischen Fieber – der Erreger verbreitet sich über das Blut und verursacht Blutgerinnsel, die die Gefäße verstopfen.

Dies verursacht starke Blutungen und führt schließlich zum Versagen lebenswichtiger Organe. Obwohl Ebola bisher nur sehr selten aufgetreten ist, löst die Krankheit jeweils Panik aus, da sie in 50 bis 90 Prozent der Fälle tödlich verläuft. Da das Immunsystem die Viren nicht sofort wahrnimmt, ist es oft zu spät, wenn der Organismus auf die Bedrohung reagiert.

Nach der Entdeckung des Virus 1976 wurden bis 2014 etwa 3000 Fälle registriert – von denen mehr als 2000 tödlich verliefen. 2014 kam es in Westafrika zum bisher größten Ausbruch der Seuche, der zwei Jahre andauerte und in den Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia mehr als 11.000 Todesopfer forderte. Ein zweiter großer Ausbruch folgte 2018 in der Demokratischen Republik Kongo, der später auch das Nachbarland Uganda erfasste. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief im Juli 2019 eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus. Insgesamt forderte diese Epidemie mehr als 2200 Tote. Im März 2020 wurde der letzte Patient aus dem Krankenhaus entlassen.

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