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Ein 11-j?hriger Junge erh?lt eine Zeckenschutzimpfung bei einem Kinderarzt. Der Biss einer infizierten Zecke kann zu einer lebensgef?hrlichen Entz?ndung des Gehirns oder der Hirnhaut f?hren (Meningoenzephalitis, FSME). Aachen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, 24.05.2007 | Verwendung weltweit

Bild: JOKER

Warum die HPV-Impfung jetzt auch für Jungen empfohlen wird

Seit Jahren wird Mädchen eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) empfohlen. Dadurch kann Gebärmutterhals verhindert werden. Jetzt sollen auch Jungen von 9 bis 14 Jahren aus Sicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) immunisiert werden um das spätere Auftreten verschiedener Krebsarten im Genitalbereich zu verhindern.

Warum? Und wer trägt die Kosten? 6 Fragen und Antworten.

Warum empfiehlt die Stiko die Impfung für Jungen erst jetzt?

"Obwohl es immer schon plausibel war, die Jungen zu impfen, um eine Übertragung der Viren auf Mädchen zu verhindern, musste man zuvor auch die schützende Wirkung für die Jungen selber nachweisen", sagt der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens. Dazu habe die Kommission die gesamte Literatur ausgewertet. Das habe gezeigt, dass die Impfung auch vor einigen Krebsarten bei Männern im Genitalbereich schützten kann.

Welche Folgen kann eine Infektion mit Humanen Papillomviren haben?

Unter den HPV gibt es verschiedene Typen mit unterschiedlichem Risiko für einzelne Erkrankungen. Infektionen mit Viren des sogenannten Hochrisiko-Typs können zu Krebs führen, bei Frauen ist der Gebärmutterhalskrebs am häufigsten. Bei Männern können sich aus einer Infektion unter anderem Anal- und Peniskrebs sowie andere Krebserkrankungen entwickeln. Laut RKI trifft das rund 6200 Frauen und 1600 Männer jährlich. Es gibt auch HP-Viren, die eher harmlose Genitalwarzen verursachen.

Wie wird HPV übertragen?

Humane Papillomviren werden über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Geschlechtsverkehr ist der Hauptübertragungsweg bei Infektionen im Anal- und Genitalbereich. Nach Angaben des RKI infizieren sich die meisten sexuell aktiven Menschen mindestens einmal im Leben mit HPV. Beim Großteil der Infektionen bekämpft das Immunsystem die Viren erfolgreich. Gelingt das nicht, kann sich aus der Infektion Krebs entwickeln. Die Nutzung von Kondomen kann das Infektionsrisiko zwar teilweise verringern, jedoch nicht verhindern.

Für wen wird die Impfung empfohlen?

Die Stiko empfiehlt Impfungen von Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten so früh wie möglich nachgeholt werden – dies kann bis zum Alter von 17 Jahren erfolgen.

Wer zahlt die Impfung?

Für Mädchen werden die Kosten bereits von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen. Nach Veröffentlichung der Impf-Empfehlung der Stiko hat der Gemeinsame Bundesausschuss drei Monate Zeit, die Aufnahme in die Impfrichtlinie zu prüfen, die die Kostenübernahme durch die Krankenkassen auch für Jungen regelt. Einzelne Kassen übernehmen aber bereits jetzt die Kosten für die Jungenimpfung.

Wie hat sich die Impfung bei Mädchen etabliert?

Bei Mädchen hat sich die HPV-Impfung laut Mertens auch noch nicht ausreichend durchgesetzt: "In Deutschland liegt die Impfquote bei 17-Jährigen je nach Bundesland zwischen 22 und 56 Prozent. Das ist in anderen europäischen Ländern viel besser." Es sei unklar, woran das zu geringe Interesse liege. "Junge Mädchen denken natürlich noch nicht an spätere Karzinome", so der Virologe. Das sei unvernünftig.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) und der Weltgesundheitsorganisation WHO als "sehr sicher" bewertete Impfung wird für Mädchen bereits seit 2007 zur Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs empfohlen.

(czn/dpa)

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