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Dieses "kopflose Hühnermonster" ist eine seltene Tiefsee-Gurke

Wie ein außeridisches Wesen schwebt die Tiefsee-Seegurke über den Meeresgrund: Mit ungewöhnlicher Technologie ist es Wissenschaftlern gelungen, das seltsame Tier in Bildern festzuhalten.

Mithilfe einer neuen Kameratechnologie haben Forscher eine Tiefsee-Seegurke im Südpolarmeer gefilmt. Das teilte die australische Regierung mit. Demnach ist es das erste Mal, dass die unter dem Namen Enypniastes eximia bekannte Art in diesem Teil der Weltmeere gesichtet wurde.

Auch sonst sind Aufnahmen von Tiefsee-Seegurken rar: Erst 2017 konnten Forscher diesen Tiefsee-Bewohner zum ersten Mal filmen. Die damaligen Aufnahmen stammten aus dem Golf von Mexiko.

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Hinter der neuen Technik, mit der die Aufnahmen im Südpolarmeer gelangen, steckt ein australisches Forschungsteam. Dirk Welsford, Leiter des Forschugnsprogramms, zeigte sich von dem Ergebnis begeistert:

"Einige der Aufnahmen, die wir auf diesem Wege gewinnen konnten, sind atemberaubend – inklusive einiger Aufnahmen von Arten, die in diesem Teil der Erde bislang noch nie gesichtet wurden."

Auf den Bildern schwebt die Seegurke über den Meeresgrund. Mal schillert sie in einem tiefen Rot, dann färbt sie sich lila – und sieht aus, als sei sie nicht von dieser Welt. Die Forscher finden eine weniger schmeichelhaftes Beschreibung für die Seegurke: "kopfloses Hühnermonster".

Hier kannst du es sehen:

Um Filmaufnahmen in entsprechender Tiefe zu erstellen, griffen die Forscher auf Techniken der Tiefseefischerei zurück. Die Kamera befand sich in einem Gehäuse, das sonst zum Einsatz kommt, um Langleinen zu befestigen, mit denen Seehechte gefangen werden. "Wir brauchten etwas, das sich von einem Boot einfach ins Wasser werfen lässt und das auch unter extremen Druck im Stockdunklen für lange Zeit zuverlässig arbeitet", erläutert Forschungsleiter Welsford.

Die Aufnahmen sollen der Organisation dienen, die sich um den Artenbestand in der Antarktis kümmert: der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis. Am Montag beginnt das Jahrestreffen der Kommission im australischen Hobart, wo die Ergebnisse des Forschungsteams vorgestellt werden sollen.

Wesford erklärt:

"Die Kameras liefern uns Informationen darüber, welche Flächen im Meer für die Tiefseefischerei geeignet sind – und auch darüber, welche empfindlichen Gebieten wir meiden sollten."

Dieses Wissen ist besonders für die Antarktis-Kommission von Interesse: Auf dem Treffen in der nächsten Woche will Australien die Einrichtung neuer Meeresschutzzonen durchsetzen.

Dieser Text ist zuerst auf t-online.de erscheinen. 

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Video: watson/Johanna Rummel, Marius Notter

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