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bild: noaa

Plastik am tiefsten Punkt der Erde: Mehr Mikroplastik im Marianengraben nachgewiesen

Die Verschmutzung der Ozeane nimmt zu: Eine neue Studie zeigt, dass selbst in den abgelegensten Orten Mikroplastik zu finden ist. Und das in weitaus größerem Ausmaß, als bisher angenommen.

Er gilt als tiefster Ort der Erde: der Marianengraben mitten im Pazifischen Ozean. Ein chinesisches Forscherteam hat nun die Plastikkonzentration in der Region untersucht. Die Wissenschaftler sammelte in einer Tiefe zwischen 2500 und 11.000 Metern Stichproben. 

Das Resultat: alarmierend. Die Mikroplastik-Konzentration ist in der Tiefsee bedeutend höher als in flacheren Gefilden. Für die Studie untersuchte das Forscherteam nicht nur die Plastikkonzentration im Wasser, sondern auch im Sediment.

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Grafik 1: Am südwestlichen Ende des Marianengraben wurden die Stichproben gesammelt. table: peng et al.

Im offenen Wasser in der Hadal-Zone (mehr als 6000 Meter unter dem Meeresspiegel) fanden die Wissenschafter eine Konzentration von 2,06 bis 13,51 Plastikteilchen pro Liter.

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Die Grafik zeigt die Stichproben aus dem offenen Wasser. Die Strecke A nach B entspricht derjenigen auf der vorangegangenen Grafik. Der Wert in der Klammer zeigt die gefundenen Plastikteile pro Liter. table: peng et al.

Im Sediment der Hadal-Zone wuchs die Konzentration nochmals an. Hier fanden sie durchschnittlich 200 bis 2200 Plastikteile pro Liter.

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Diese Grafik zeigt die Stichproben des Sediments. Der Wert in der Klammer zeigt die gefundenen Plastikteile pro Liter. table: peng et al.

Im Vergleich zum Oberflächenwasser ist der Wert beträchtlich höher, wie folgende Tabelle zeigt:

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table: peng et al.

Die Forscher schließen daraus, dass die Verschmutzung des Meeres beträchtlich höher ist, als man bisher annahm. Die Mikroplastik-Teilchen sind selbst in den abgelegensten Orten zu finden. Die Abfälle kommen laut Forscherteam wahrscheinlich von den industrialisierten Staaten in Ostasien, insbesondere China und Japan.

Eine mögliche Erklärung für die Ansammlung im Marianengraben sei dessen schmale und V-förmige Abgrund, schlussfolgern die Forscher. Dies fange die Teilchen ein, zudem trügen die vielen Erdbeben in der Region dazu bei, dass die Sedimente in tiefere Regionen absinken.

Bei den meisten Plastikteilchen handle es sich laut der Studie um wenige Millimeter große Fasern von Bekleidung, Verpackungen und Plastikflaschen. Der meistgefundene Plastik im Sediment sei Polyester gewesen.

Wie groß ist der Schaden?

Die Hadal-Zone sei wahrscheinlich eine der grössten Senkgruben der Erde für Mikroplastik, schreibt das Forscherteam um Peng. Die Auswirkungen auf das fragile Ökosystem seien nicht abschätzbar. Wie groß der Schaden sei, müsse in zukünftigen Forschungsarbeiten untersucht werden.

Die Forscher des Tiefsee-Instituts in Hainan publizierten die Analyse im Journal "Geochemical Perspectives Letters". Hier kannst du die gesamte Studien anschauen.

Japaner fanden auch Plastik in Tiefsee

Mit seinem Befund ist das chinesische Forscherteam nicht alleine: Bereits im letzten Jahr fand die japanische Agentur für Meeresforschung Mikroplastik im Marianengraben. Doch damit nicht genug: Auch ein ganzer Einwegplastiksack wurde in einer Tiefe von exakt 10.989 Metern gefunden. 

(jaw)

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