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An unserem Plastik haben selbst noch unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel "Freude"

14.06.18, 20:00

Pascal Scherrer 

100 bis 142 Millionen Tonnen. So viel Müll soll sich nach Schätzungen bereits in unseren Weltmeeren befinden. Fast drei Viertel davon ist Kunststoff und wird auch noch vorhanden sein, wenn unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel im Meer schwimmen gehen. 

Das größte Problem sind dabei vor allem Plastikflaschen, welche schätzungsweise bis zu 450 Jahre brauchen, um sich zu zersetzen. Mit Sicherheit kann man das nicht sagen, denn die erste Plastikflasche ist noch nicht einmal 80 Jahre alt. Theoretisch könnte diese erste Flasche also noch immer irgendwo im Meer herumtreiben.

Wie lange verschiedene Kunststoffprodukte brauchen, um sich zu zersetzen:

watson

Das Problem ist dabei nicht nur die große Menge an Plastik, welche unsere Weltmeere verschmutzt, sondern auch, dass Kunststoff nicht wirklich vollständig abgebaut werden kann. Vielmehr zerfällt er zu immer kleineren Teilchen, bis hin zu Plastikpartikeln, die für unser Auge nicht mehr sichtbar sind. Durchschnittlich treiben auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche 13'000 Plastikmüllpartikel.

Exemplarischer Zerfall eines Plastikteils:

watson

Tiere, die sich von Plankton und anderen Kleinstlebewesen ernähren, verwechseln kleine Kunststoffteile immer mehr mit ihrer Nahrung und fressen sich daran langsam zu Tode.

Auch in unseren Mägen wird man wohl bald Kunststoff finden. Forscher sind bereits jetzt besorgt darüber, dass Mikroplastik, beispielsweise durch den Konsum von Fisch, in unser Verdauungssystem gelangt. Dabei beschränkt sich die Mikroplastikbelastung nicht nur auf Meere, sondern ist auch in Süßgewässern ein bekanntes Problem.

Saskia ist genervt von eurer Klimaignoranz: 

Video: watson/Saskia Gerhard, Lia Haubner

Seit 1950 wurden 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff erzeugt, von dem gerade einmal etwa 600 Millionen Tonnen rezykliert wurde. 800 Millionen Tonnen wurden nach Schätzungen verbrannt.

Ein Strand in Mumbai  imago

Laut der Umweltorganisation 4Ocean landen jährlich immer noch acht Millionen Tonnen an neuem Plastik in unseren Meeren. Und auch der Verbrauch geht in einem besorgniserregenden Tempo weiter. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Menge an produziertem Plastik wohl auf zwölf Milliarden Tonnen vergrößert haben.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hatethedevil 15.06.2018 07:11
    Highlight Probleme der „Wohlstandsgesellschaften“, der Großteil der Weltbevölkerung hat gar keine Zeit sich damit auseinanderzusetzen...
    und die Menschen der „Wohlstandsgesellschaften“ möchten nicht aus Ihrer „Comfortzone“ raus, es ist hoffnungslos.
    2 0 Melden

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