Sag Strohhalmen und Wattestäbchen schon mal Adieu! Die EU hat sie verboten

Du trinkst deinen Cocktail gerne mit Strohhalm und auf dem Festival und beim Picknick isst du gerne aus Plastiktellern? Das gehört bald der Vergangenheit an! Denn: Nach dem Willen des Europaparlaments sollen Pastikteller, dünne Plastiktüten, Strohhalme und andere Kunststoff-Wegwerfprodukte verboten werden. Zum Schutz der Meere wie es heißt. 

Die Abgeordneten stimmten in Straßburg am Mittwoch mit großer Mehrheit für einen entsprechenden Richtlinienentwurf. Darin fordern die Parlamentarier außerdem, dass die Mitgliedstaaten den Verbrauch bestimmter anderer Einweg-Produkte – wie Plastikbecher bis 2025 um ein Viertel senken müssen etwa über Preiserhöhungen oder Werbung für Alternativen.

Die EU-Kommission hatte im Mai einen Vorschlag zur Eindämmung von Plastikmüll vorgelegt. Die EU-Abgeordneten verschärften diese Ideen nun zum Teil – etwa mit den verbindlichen Reduktionszielen und mit einer längeren Liste von verbotenen Plastikprodukten.

Nachdem nun das Parlament eine gemeinsame Linie gefunden hat, muss noch ein Kompromiss mit den Mitgliedstaaten gefunden werden. Wird, wie geplant, eine Einigung im kommenden Jahr erzielt, müssten die Staaten die neuen Regeln bis 2021 umsetzen.

Warum ist Plastik so gefährlich?

Weit mehr als 100 Millionen Tonnen Plastikmüll verseuchen bereits die Weltmeere – und jährlich kommen geschätzt weitere 10 Millionen Tonnen hinzu. Viele Plastikpartikel stammen von Schiffen und aus der Fischerei oder gelangen über kommunale Abwässer ins Meer – wie Mikroplastik aus Kleidung oder Kosmetikprodukten.

Strömung und Wind sorgen für die globale Verteilung. Eines der größten Probleme: Es dauert mehrere Hundert Jahre, bis sich die Kunststoffe zersetzen. Dabei gelangen Gifte in die Meeresumwelt.

Für viele Meeresbewohner wird Plastikmüll zur unmittelbaren Bedrohung: Sie verheddern sich in illegal entsorgten Fischernetzen oder Langleinen und kommen qualvoll ums Leben. Schildkröten verwechseln Plastiktüten mit Quallen, ihrer natürlichen Nahrung, und ersticken.  Seevögel verschlingen Zahnbürsten oder Spielzeug und verhungern mit vollem Magen oder sterben an inneren Verletzungen.

Ist der Müll im Laufe der Zeit in mikroskopisch kleine Partikel zerfallen, drohen weitere Gefahren. Denn sie binden Schadstoffe an ihrer Oberfläche und transportieren sie in die Nahrungskette - letztlich auch mit Folgen für den Menschen, der das Gift durch den Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten aufnimmt. Hinzu kommen wirtschaftliche Folgen, denn für die Beseitigung des Plastikmülls müssen die Küstengemeinden tief in die Tasche greifen

Bilder, wie diese sollen künftig vermieden werden:

Ziel des EU-Vorstoßes ist es, die Plastikmassen in den Meeren einzudämmen. Laut EU-Parlament macht Plastik weltweit drei Viertel des Mülls in den Ozeanen aus. In der EU stellen demnach weggeschmissene Einwegprodukte aus Kunststoff etwa die Hälfte des an den Stränden gefundenen Mülls.

(hd/dpa)

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