Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

nasa

Ein Schwarzes Loch deiner Mutter erklären? Schaffst du nie!

Astronomen jubeln: Endlich haben sie es geschafft, ein Schwarzes Loch zu fotografieren. Das erinnert mich daran, wie ich einmal herauszufinden versucht habe, was ein Schwarzes Loch eigentlich ist. So viel vorweg: Ich habe irgendwann aufgegeben.

Daniel Huber / watson.ch

Dies ist die überarbeitete und aktualisierte Version eines Artikels, der im Januar 2014 bereits erschienen ist.

55 Millionen Lichtjahre sind eine ziemliche Distanz. Der Mond zum Beispiel ist nur gerade eine gute Lichtsekunde von uns entfernt. Da ist es schon beeindruckend, wenn es den Astronomen gelungen ist, ein Objekt in dieser unvorstellbaren Entfernung zu fotografieren – auch wenn sie streng genommen gar nicht das Schwarze Loch selbst abgelichtet haben, sondern dessen Akkretionsscheibe.

Ein kurzer Blick in die Berichterstattung über diese Sensation zeigt mir allerdings schnell, dass es hier um schwer verdauliche Kost geht: Begriffe wie Ereignishorizont, Quantenfluktuation oder metastabile, gebundene Zustände des Gravitationsfeldes sind mir ungefähr so verständlich wie eine Gebrauchsanweisung auf Koreanisch.

Dabei spricht alle Welt von Schwarzen Löchern, als sei vollkommen klar, was damit gemeint ist. Loch und schwarz sind ja Wörter, die man aus dem Alltag bestens kennt. Doch was ist ein Schwarzes Loch denn wirklich?

Kopfweh-Wörter im Internet

Ich wende mich vertrauensvoll ans Internet, das bekanntlich alles weiss. Google führt mich schnurstracks zum entsprechenden Wikipedia-Eintrag.
"Ein Schwarzes Loch ist ein Objekt, das in seiner unmittelbaren Umgebung, innerhalb des Ereignishorizonts, eine so starke Gravitation erzeugt, dass weder Materie noch Information (etwa Licht- oder Radiosignale) diese Umgebung verlassen kann", lese ich da.

Na, dieser erste Satz ist ja gar nicht so schwierig, finde ich, nur dieser mysteriöse Ereignishorizont lässt mich etwas ratlos zurück. Ich lese hoffnungsvoll weiter. Doch dann kommen wieder diese Kopfweh-Wörter: Raumzeit, Singularität, Schwarzschildradius und schliesslich ein Ungetüm, das mir den Rest gibt: Raumzeitkrümmung.

"Schwarze Löcher haben keine Haare."

John Archibald Wheeler, amerikanischer Physiker

Der Artikel hat kaum angefangen, und ich muss schon passen. Entnervt scrolle ich noch kurz nach unten und treffe dort auf das Keine-Haare-Theorem. Wie? Sollte die Tatsache, dass ich eine Glatze habe, etwas mit einem Schwarzen Loch zu tun haben? Ich klicke die Seite weg.

Der Fall ist klar: Ich benötige professionelle Hilfe. Ein Anruf bei Bruno Binggeli, Professor am Departement Physik der Universität Basel, soll Licht ins Dunkel bringen. Ein Schwarzes Loch, beruhigt mich Binggeli, sei eigentlich ganz einfach zu erklären: "Wenn Sie Materie zusammenpressen, wird die Dichte irgendwann so gross, dass die Fluchtgeschwindigkeit die Lichtgeschwindigkeit erreicht."

Kosmischer Staubsauger?

Eine oft anzutreffende Vorstellung von Schwarzen Löchern hält diese für gefrässige Monster, die wie kosmische Staubsauger allmählich alles aus ihrer Umgebung anziehen und verschlucken. Das, sagt Professor Binggeli, sei falsch. Man müsse einem Schwarzen Loch schon sehr nahe kommen, damit man von ihm eingefangen werde. Ausserhalb dieses engen Bereichs wirke ein Schwarzes Loch wie jeder andere Himmelskörper. "Wenn sich im Zentrum unseres Sonnensystems ein Schwarzes Loch von der Masse der Sonne befände, würde sich für uns schwerkraftmässig nichts ändern. Allerdings hätten wir dann natürlich kein Licht mehr", erklärt Binggeli. (dhr)

Fluchtgeschwindigkeit? "Ja, die Geschwindigkeit, die man zum Beispiel benötigt, um eine Rakete von der Erde wegzuschiessen", erklärt Binggeli. "Nehmen Sie unsere Sonne als Beispiel: Wenn man sie auf eine Kugel mit drei Kilometer Radius zusammendrücken könnte, würde die Fluchtgeschwindigkeit der Lichtgeschwindigkeit entsprechen, und nichts könnte die Sonne mehr verlassen."

Und was passiert dann? Gemäß der Einstein'schen Relativitätstheorie müsste diese komprimierte Sonne dann kollabieren und auf einen Punkt zusammenfallen. "Sie wäre dann gewissermassen nicht mehr da, ein Loch eben. Eine Singularität." Oha, wieder diese Singularität – ich bin überfordert.

Diese verflixte Singularität!

"Eine Singularität", versucht Binggeli mir beizubringen, "ist ein physikalischer Zustand, in dem eine bestimmte Grösse unendlich oder null ist. Damit ist es unmöglich, Aussagen über die physische Beschaffenheit einer solchen Singularität zu machen."

Mir raucht der Kopf. Diese verflixte Singularität! Wieder ist es da, dieses Gefühl, das der österreichische Schriftsteller Robert Musil in seinem Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törless" – es ging dort um Kant – so schön beschrieben hat: "(Ihm war), als drehe eine alte, knöcherne Hand ihm das Gehirn in Schraubenwindungen aus dem Kopfe."

Doch was ist ein Schwarzes Loch denn wirklich?

Das könnte dich auch interessieren:

"In meinen Kühlschrank geschaut": So dreist kontrolliert das Jobcenter Hartz-IV-Empfänger

Link zum Artikel

McDonald's- und Burger-King-Mitarbeiter packen über dreisteste Kunden aus

Link zum Artikel

9 Hochzeitsplaner erzählen, welche "tollen Ideen" sie nicht mehr sehen können

Link zum Artikel

Ein Helene-Fischer-Song war für Florian Silbereisen gedacht – doch es kam ganz anders

Link zum Artikel

Autofahrer weichen aus: Gelbe Teststreifen plötzlich auf der A4 aufgetaucht

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Mit seinem Helene-Fischer-Auftritt hat sich der Engel verraten

Link zum Artikel

iPhone-Userin ruiniert besonderen Moment der Braut – so regt sich eine Fotografin auf

Link zum Artikel

Ein Bobby-Car im Parkverbot – so reagiert die Polizei

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Promi steckt im Kudu-Kostüm!

Link zum Artikel

Gleiches Produkt, dreifacher Preis? Jetzt reagiert Edeka auf die Vorwürfe

Link zum Artikel

"Masked Singer": Faisal Kawusi empört mit üblem Merkel-Witz – ProSieben reagiert patzig

Link zum Artikel

Whatsapp-Panne: Tochter schickt Eltern Urlaubs-Selfie – Wiedersehen dürfte peinlich werden

Link zum Artikel

Das denken Singles, wenn sie diese 5 Sprüche hören

Link zum Artikel

"Wo ist es nur geblieben?": Fans rätseln über angekündigtes Interview mit Helene Fischer

Link zum Artikel

Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

Link zum Artikel

Foodwatch kritisiert Edeka: Zwei Produkte, zwei Preise – trotz gleichen Inhalts

Link zum Artikel

Ein Fehler veranschaulicht, worum es Plasberg beim EU-Streit wirklich ging

Link zum Artikel

Weil sie ihr Auto wuschen: Wut-Brief an Sanitäter – Antwort wird gefeiert

Link zum Artikel

Neymar könnte mit Domino-Effekt für neuen Toptransfer beim FC Bayern sorgen

Link zum Artikel

Whatsapp: Mit diesem Trick kannst du noch Tage später unpassende Nachrichten löschen

Link zum Artikel

Umstrittenes Cover von Helene Fischer: "Vogue"-Chefin spricht über Bedenken

Link zum Artikel

"Stranger Things": Wenn diese Theorie stimmt, ist klar, was aus Hopper wurde

Link zum Artikel

Aldi wird sein Angebot radikal überarbeiten – das wird sich für dich jetzt ändern

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Totale Sonnenfinsternis begeistert Chile – dieser Zeitraffer zeigt, warum

Ein beeindruckendes Himmelsspektakel für das es sich lohnt, einfach mal innezuhalten.

Tausende Menschen haben in Südamerika eine totale Sonnenfinsternis beobachtet. In Chile und Argentinien konnten sie am Dienstagnachmittag (Ortszeit) sehen, wie sich der Mond vor die Sonne schob und die Sonne damit verdunkelte.

Der Schatten des Mondes traf zunächst nahe der Stadt La Serena auf die chilenische Pazifikküste und zog dann in südöstlicher Richtung über Argentinien hinweg.

Am frühen Abend …

Artikel lesen
Link zum Artikel