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Eine Mitarbeiterin der NASA (unten im Livestream) erklärt, was genau auf dem Mars passieren wird. NASA/screenshot

Geschafft! InSight ist nach Höllenritt auf der Mars-Oberfläche gelandet

Nervenkitzel im All: Monatelang war die Raumsonde InSight unterwegs zum Mars. Am Abend begann die kritische Phase: das Landemanöver. Und die Sonde ist gelandet!

Daniel Huber / watson.ch

Es war ein Höllenritt: In nur gerade sieben Minuten ist die Marssonde InSight gut 120 Kilometer durch die Atmosphäre des Roten Planeten gerast und auf dessen Oberfläche gelandet. Der Lander wurde dabei von knapp 20.000 km/h auf nahezu Schrittgeschwindigkeit abgebremst. 

Das komplizierte Landemanöver war die heikelste Phase der rund 735 Millionen Euro teuren Mission. Gesteuert wird der Lander von einem Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena aus. Allerdings konnten die Techniker die eigentliche Landung nicht mit dem Joystick steuern – sie mussten sich auf die zuvor programmierten Befehle verlassen. Letzte Möglichkeiten zur Kurskorrektur gab es etwa zwei Stunden vor der geplanten Landung, die um 20.53 Uhr (Berliner Zeit) stattfand. 

Der Live-Stream der NASA:

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Video: YouTube/NASA

Kompliziertes Zusammenspiel

Der Grund dafür lag im Zusammenspiel der beteiligten Sonden. InSight schickte während der Landung und danach Daten nach oben, wo sie von den Orbitern Odyssey und Mars Reconnaisance Orbiter (MRO) aufgefangen und an die Erde weitergeleitet werden. Wenn diese während ihres Orbits aus Sicht des Landers hinter dem Mars-Horizont verschwinden, können sie keine Daten mehr von ihm empfangen. Auch die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum auf der Erde ist nur möglich, wenn sich die Orbiter nicht gerade hinter dem Mars befinden.  

Während des Landemanövers flog MRO über die Landestelle und sammelte Daten. Da die Sonde nicht gleichzeitig Daten empfangen und senden kann, wurden sie die Informationen gespeichert und bei der nächsten Gelgenheit zur Erde gefunkt. Voraussichtlich werden diese Daten erst rund drei Stunden nach der Landung in Pasadena ankommen. 

Die Daten, die Odyssey bei seinem späteren Flug über die Landestelle von InSight empfangen wird, kommen noch später auf der Erde an – vermutlich um etwa 2.30 Uhr in der Nacht. 

Werden die CubeSats schneller Infos liefern?

Die NASA hat jedoch noch zwei weitere Pfeile im Köcher: Die sogenannten CubeSats MarCO-A und MarCO-B. Diese beiden aktentaschengrossen Kleinsatelliten, die unabhängig von InSight zum Mars gereist sind, sammelten von ihren Beobachtungspositionen aus Daten zum Landevorgang und sendeten diese mit leichter zeitlicher Verzögerung zur Erde weiter. 

Die gegenwärtige Entfernung des Roten Planeten zur Erde bringt es mit sich, dass die Landung bereits vorüber ist, wenn die ersten Daten zu ihrem Beginn hier ankommen. Das Licht benötigt rund acht Minuten, um die Distanz zu überwinden – während das Landemanöver vom Eintritt der Landesonde in die Mars-Atmosphäre bis zur Landung auf der Oberfläche gerade mal sechseinhalb Minuten beträgt. 

InSight

Der Name der Landesonde steht für «Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport». InSight ist zu grossen Teilen baugleich mit der Phoenix-Landesonde der NASA, die 2008 auf dem Mars landete. Der Lander hob am 5. Mai 2018 an Bord einer Atlas-5-Rakete von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien ab; die Landung auf dem Roten Planeten ist für den 26. November geplant.
Die rund 735 Millionen Franken teure Mission ist auf zwei Jahre angelegt. InSight soll die innere Struktur des Mars erforschen, insbesondere dessen frühe geologische Entwicklung vor 4,5 Milliarden Jahren. Es handelt sich um die erste Forschungssonde der NASA, die ausschliesslich mit europäischen Instrumenten bestückt wurde. Es ist auch die erste Mission von der Westküste der USA aus zu einem anderen Planeten.

Es sind zwar schon einige Sonden erfolgreich auf unserem Nachbarplaneten gelandet. Doch ein Landemanöver in dieser Distanz war dennoch heikel. Eine Warnung war beispielsweise das Schicksal der Mars-Sonde Schiaparelli, die vor rund zwei Jahren nach einer ungeplant harten Landung auf dem Mars zerschellte. 

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Video: watson/team watson

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