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Bettwanzen: Hab' ich sie? Und wenn ja, wie werde ich sie los?

23.04.18, 13:03 02.05.18, 15:26

elisabeth kochan

Niemand mag Blutsauger – außer vielleicht leidenschaftliche "Twilight"-Fans. Und während uns bei dem Begriff "Blutsauger" zuerst die Wald-und-Wiesen-Mücke einfällt, die uns heimsucht, sobald es draußen einigermaßen lauwarm ist, haben es auch andere Insekten auf uns abgesehen. Und manche von ihnen lauern in unseren Betten: Die Bettwanzen.

Bild: imago

Wenn man sich mit ihnen die Wohnung teilt, bemerkt man sie erst, wenn sie es sich schon gemütlich gemacht haben: Nachts kommen sie aus ihren Verstecken gekrochen und erfreuen sich an menschlicher Wärme (und beißen vor lauter Begeisterung gern mal zu). Aber woran erkenne ich, dass ich wanzige Mitbewohner habe? Wo nisten die sich am liebsten ein? Und wie setze ich sie wieder vor die Tür? Alle Antworten gibt's jetzt.

Was machen die hier?

Bild: Andreas Gora/imago

Vorweg: Eine Mücke wirst du in deiner Wohnung viel eher antreffen als eine Bettwanze, denn tatsächlich galten sie lange Zeit in Deutschland als beinahe ausgestorben. Allerdings sind sie begnadete Anhalter und nutzen Koffer, Taschen und Co. als Mitreisegelegenheit. 

Als blinde Passagiere gelangen sie so aus dem Ausland zu uns, da sie auf den Geruch von Dreckwäsche stehen und sich in einer ganzen Kofferladung davon pudelwohl fühlen (weswegen du in Hotelzimmern am besten keine Wäsche auf dem Boden liegen lassen solltest!). 

Aber nicht nur Reise-Fans bieten Bettwanzen die Chance, unsere heimischen Lande zu besiedeln; auch in alten Kleidungsstücken oder Möbeln vom Flohmarkt siedeln sich Bettwanzen gern an. Aber woran erkenne ich sie denn nun?

Wie sehen die aus?

Bild: imago

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, aber um die Größenverhältnisse klarzustellen: Man muss schon aufmerksam hingucken, um sie zu entdecken, denn hungrige Exemplare sind bescheidene ~4 Millimeter lang, wohingegen es ihre gesättigten Artgenossen auf etwa 8,5 Millimeter bringen. Ihr Hinterteil ist recht voluminös, aber flach. Dazu noch sechs Beine, kurze Borsten und eine rotbraune Färbung, und voilà: Du hast es mit einer Bettwanze zu tun.

Das Wichtigste jedoch: Sie hinterlassen Spuren, sodass man sie auch tagsüber ausfindig machen kann (obwohl sie nachtaktiv sind). Diese Spuren findet man beispielsweise auf dem eigenen Körper, in Form von kleinen Bissen, die als "Wanzenstraße" bekannt sind, da sie in Reihen verlaufen. Der Biss verläuft meist blutig, sodass man eventuell auch im Bett Blutspuren sichten kann.

Das Bett sollte ohnehin gründlich unter die Lupe genommen werden, denn Wanzen sind keine Meister der Diskretion: Sie hinterlassen Kot, wo sie futtern, daher: Augen auf! Kleine schwarze Punkte auf dem Bettlaken deuten auf Wanzen hin. Ein Schnuppern an der Bettwäsche lohnt sich ebenfalls, denn Bettwanzen versprühen ein süßliches "Parfum". (T-Online)

Wo finde ich die?

Bild: Chris Urso/imago

... im Bett? Ja, sicher, aber nicht ausschließlich, denn trotz ihres Namens sind Bettwanzen vielseitig in ihrer Unterschlupf-Vorliebe: Man findet sie fernab des Bettes (und der Matratze) auch in Vorhängen, Sofas, Tapeten – generell dort, wo es dunkel und vorzugsweise eng ist. Da sie sich ausschließlich von Blut ernähren, entdeckt man sie oder ihre Eier am ehesten im Schlafzimmer, wo die Beute nachts nah und verwundbar ist.

Eine Bettwanze kommt selten allein: Findet ein Weibchen einen Kerl, wird prompt eine riesige Familie gegründet (ein bis zwölf Eier pro Tag). Daher sollte man nicht nur halbherzig gegen eine Bettwanzen-Heimsuchung vorgehen. Doch zuerst klären wir eine brennende Frage:

Sind die gefährlich?

Bild: imago

Nein, denn im Gegensatz zu Mücken beispielsweise kann man Bettwanzen (bisher) nicht vorwerfen, Krankheiten zu übertragen. Wie bei jeder Wunde jedoch sollte der Wanzenbiss in Ruhe gelassen werden, damit keine Bakterien oder Schmutzpartikel in die Wunde gelangen und dort für Entzündungen sorgen könnten. Daher: Wenn's juckt, bitte ignorieren! Und damit nicht jeden Tag neue Bisse dazukommen:

Wie werde ich die los?

Bild: Bia Alves/imago

Die traurige Nachricht: Hat man Bettwanzen entdeckt, bedeutet das langen Ärger. Mit ein bisschen Insektenspray ist es nicht getan, und meist muss der Kammerjäger ran – denn Bettwanzen sind hartnäckig und kommen notfalls auch monatelang ohne Nahrung aus. Der Kammerjäger greift über mehrere Einsäze hinweg entweder zur Chemiekeule oder sorgt für heiße Temperaturen, bei denen die Wanzen sterben.

Temperatur ist ein wichtiges Stichwort, denn mit dieser Waffe kann man selbst gegen die Parasiten vorgehen, sofern der Befall noch ganz am Anfang steht: Kleinere Gegenstände (z. B. Kleidung) kann eingefroren werden, denn Kälte oder extreme Hitze können Wanzen ebenfalls nicht ab. Wer gerade aus dem Urlaub kommt, sollte seine Wäsche direkt heiß waschen und den Koffer am besten in der Badewanne auspacken – ein unüberwindbares Hindernis für Bettwanzen. (MDR)

Wer es gar nicht so weit kommen lassen will, kann sogar inzwischen schon am Flughafen feststellen lassen, ob Bettwanzen mitgereist sind: In Frankfurt am Main gibt es speziell ausgebildete Spürhunde, die die Bettwanzen erschnuppern, und ein Kammerjäger setzt ihnen direkt ein jähes Ende. Der Service kostet 106€ für drei Gepäckstücke. 

Ist es doch so weit gekommen, dass die Wanzen daheim eingezogen sind, sollte eine befallene Matratze sofort entsorgt werden; wer eine Brutstätte der Wanzen entdeckt, greift am besten zum Staubsauger und haut den Staubsaugerbeutel danach in den Tiefkühler! (T-Online

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