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In der ARD sagt Carolin Kebekus, was Mai Thi Ngyuen-Kim nicht darf. Bild: Screenshot Youtube/ARD

"Vollidioten": Kebekus und Ngyuen-Kim rechnen mit Wissenschaftskritikern ab

Die Corona-Pandemie hat eine Berufsgruppe ins Rampenlicht gezerrt, die normalerweise in Instituten, Bibliotheken und Laboren still ihrer Arbeit nachgeht: Wissenschaftler. Dabei erfahren die Frauen und Männer einerseits viel Anerkennung, werden andererseits aber immer schärfer kritisiert. Wie zuletzt geschehen bei Deutschlands bekanntestem Virologen, Christian Drosten.

Dem warf zunächst die "Bild"-Zeitung vor, bei einer Studie über die von Kindern ausgehende Ansteckungsgefahr fehlerhaft gearbeitet zu haben. Am Donnerstag legte dann Virologe Alexander Kekulé im "Tagesspiegel" mit ähnlichen Vorwürfen nach. Beides ließ Drosten relativ ungerührt an sich abprallen, zumindest mag es nach außen hin den Anschein erweckt haben.

Wissenschaftler als gefühllose, Brille-tragende Bücherwürmer – kein unbekanntes Klischee. Ein Großteil der Komik der vermutlich bekanntesten Karikatur eines Forschers, Sheldon Cooper aus "The Big Bang Theory", entsteht aus genau dieser Annahme. Der trat in der US-Sitcom als unterkühlter, besserwisserischer Obernerd auf.

Kebekus und Nguyen-Kim knöpfen sich Wissenschafts-Kritiker vor

Nun haben sich Comedienne Carolin Kebekus und Wissenschaftsjournalistin sowie promovierte Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim in einem Beitrag für die ARD das Klischee vorgeknöpft. "Haben Wissenschaftler denn gar keine Gefühle?", fragt Nguyen-Kim zu Eingang. Es wirke so, als hielten sie sich an einen Regel-Katalog, "weil sie Wissenschaftler sind". Obwohl sie natürlich auch gerne mal "völlig ausrasten würden".

Das wisse sie, weil sie ja selbst Wissenschaftlerin ist, erklärt sie weiter. "Ich muss immer sachlich bleiben und mich an viele Regeln halten." Zum Glück gebe es Menschen wie Carolin Kebekus. Die müsse nur aufpassen, dass sie nicht mit vollem Mund spreche und wenn sie es doch tue, dann darauf achten, "dass ihr kein Essen aus dem Mund fällt". Was natürlich prompt passiert.

Dann erklärt Nguyen-Kim, was im Clip geschehen wird: "Carolin wird heute die Emotionen für mich ausdrücken, die ich als Wissenschaftlerin nicht zeigen darf."

Und die legt sofort los:

"Ja Mann, damit ihr Hohlbirnen endlich mal rafft, dass Wissenschaftler auch Gefühle haben. Und zwar sehr viele!"

Was dann folgt, ist ein witziges Duett der beiden Frauen, bei der Nguyen-Kim in seriöser Zurückhaltung (und mit Brille, weil "sonst nimmt mich ja wieder niemand ernst") Aussagen formuliert, die Kebekus dann in, sagen wir mal, Straßensprache übersetzt.

Sehenswert: Kebekus sagt, was Ngyuen-Kim nicht darf

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Video: YouTube/Comedy & Satire im Ersten

Aus Nguyen-Kims "Anerkennung dafür, dass Wissenschaft in der Corona-Krise so viel Aufmerksamkeit und Vertrauen genießt", macht Kebekus ein brachiales, mit reichlich Mittelfingern untermaltes:

"Ja Bitches, früher auf dem Schulhof habt ihr uns gemobbt, aber jetzt sind wir die Masters of the Universe."

Dabei greifen die beiden auch den derzeit in den Medien geführten Diskurs um Drosten und seine Kollegen auf. So geht Ngyuen-Kim, ohne seinen Namen zu nennen, auf eine Aussage von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ein.

Der hatte sich Ende April bei "Anne Will" beklagt, die Wissenschaft ändere alle paar Tage ihre Meinung und begründete damit seine angekündigten Lockdown-Lockerungen. Die "Bild"-Zeitung stellte Tags darauf dann die Frage: "Wie sehr kann man sich auf unsere Virologen verlassen?" und befand, dass nun "SCHLUSS" sei damit, den Virologen hörig zu sein.

Ngyuen-Kim formuliert ihre Kritik daran so: Das sei "inakzeptabel", hier würden wissenschaftliche Grundlagen verbogen, um politische Entscheidungen zu rechtfertigen. Dann setzt sie an, den zugrundeliegenden Denkfehler zu erklären: "Wissenschaft bedeutet, fortlaufend neue Erkenntnisse zu generieren."

Kebekus brüllt dass dann so in die Kamera:

"Nur Vollidioten legen sich auf eine Meinung fest, wenn es ständig neue Erkenntnisse gibt."

Wäre dem nicht so, würden wir ja immer noch alle denken, die Erde sei eine Scheibe.

Zum Schluss des etwa fünf Minuten langen Sketches machen Kebekus und Ngyuen-Kim dann noch auf die Folgen einer Verdrehung von Wissenschaft aufmerksam: "Wissenschaft darf nicht für politische Meinungen zurechtgebogen werden. Sonst ist es nicht verwunderlich, dass Menschen das Vertrauen in die Wissenschaft verlieren. Das wäre sehr problematisch", doziert die Wissenschaftlerin, während sich Kebekus mehrfach ein Kissen ins Gesicht schlägt.

Dies dürfe nicht passieren, denn am Ende "werden es Wissenschaft und Forschung sein, die uns aus dieser Krise führen".

Woraufhin Kebekus vor der Kamera ein letztes Mal ausrasten darf und am Ende schluchzend auf dem Boden liegt. Denn eigentlich wollten auch Wissenschaftler am Ende doch nur eines: Liebe.

Die "Carolin Kebekus Show" seht ihr am 28. Mai um 22.45 Uhr in der ARD.

(pcl)

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