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Melissa vergibt schon vorab eine Rose. 

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Wer bekommt von Melissa dieses Mal eine Rose? bild: tvnow

"Bachelorette"-Kandidat mit kurioser Erkenntnis: Melissa, "ich steck nicht in dir!"

marie von den benken

Die dritte Woche "Bachelorette" beginnt direkt im Euphoriemodus. Die Vokabel "Traumfrau" fällt schon nach wenigen Sekunden. Die "Bachelorette"-Bewerber, quasi die Nachfolger von Pietro Lombardi, strahlen über das ganze Gesicht und verlieren nur gute Worte über Melissa. Das Schicksal ihres Liebeslebens, womöglich ihrer Zukunft, ihrer ungeborenen Kinder und Enkelkinder liegt in der Hand der "Love Island"-Absolventin – und dennoch bleibt die testosterongeschwängerte Atmosphäre in einem Haus voller Männer, die in einem wochenlangen Balztanz um dieselbe Frau gefangen sind, noch weitestgehend liebevoll.

Quasi der Gegenpol zu "Sommerhaus der Stars", wo die Jahrhundert-Talente Lou und Lisha aktuell den Weltrekord im Fremdschämen aufstellen. Erfahrungsgemäß wird das – je mehr die Rosenverteilerin ihre Hof-Macher-Kader zum Finale ausdünnt – nicht unbedingt so bleiben. Noch sind es 15 theoretische Gewinner, die am Ende mit der letzten Rose und dem ganzen Herz von Melissa das Sommerhaus der Supermachos verlassen könnten. Die erste Runde der neuen Date-Woche gestaltet die Mann-fürs-Leben-Sucherin als "Kitchen Impossible"-Version für Amateurköche. Vier Männer, vier Rezepte. Tim Mälzer meets "Schlag den Star".

Welcher Kandidat bewährt sich in der Küche?

Ioannis nutze seinen Heimvorteil und entscheidet sich für die Zubereitung eines griechischen Salats. Ob man das Zerkleinern und anschließende Würzen von Gemüse unbedingt als "kochen" bezeichnen kann, sei mal dahingestellt. Jedenfalls ist er der Schnellste am Herd und darf das Dinner mit Melissa beginnen. Viel Zeit, sie davon zu überzeugen, ein griechisches Sprichwort würde "Am Salat eines Mannes erkennt man seinen Johannes" lauten, bleibt ihm jedoch nicht.

Angelo kocht auch recht schnell und löst mit seiner Antipasti-Platte ab. Melissa zeigt sich optisch eindeutig begeisterter von Variante zwei und spendiert ein "das sieht aber gut aus". Natürlich ist das Potpourri von Vorspeisen gemeint, und nicht Angelo – der trägt es jedoch mit Fassung und versucht, neben Parmaschinken, Feigen und Senf auch noch mit Charme zu punkten. Wie es beim Kochen manchmal ist, hätte man das Endprodukt vor der Verkostung mit dem Stargast durchaus zunächst mal probieren können. Der knallscharfe griechische Senf treibt Melissa Tränen der Verzweiflung in die Augen. Den Rest der Minuten, die Angelo mit ihr am romantischen Lunch-Tisch für zwei in der Mittagssonne Kretas bleiben, verbringt Melissa hauptsächlich damit, sich selber panisch Luft zuzufächeln und geschätzte 23 Liter Wasser zu trinken.

Jeder weiß:

"Geschnittene Spaghetti schmecken besser"

Kaum hat sie sich wieder beruhigt, wird er bereits von Saverio vom Tisch verwiesen, dessen Nudel-Kreation al dente ist. Melissa schockiert den italienischen Pasta-Papst aus Baden-Württemberg mit dem Geständnis, sie würde ihre Nudeln schneiden, denn – das weiß jeder – "geschnittene Spaghetti schmecken besser". Für echte italienische Starköche natürlich eine Aussage, als würde man behaupten, "runde Betten brennen besser". Ein Kausalzusammenhang, so logisch wie ein mehrstufiger Hauptsatz von Lothar Matthäus. Saverio bleibt jedoch souverän und wird mit einer sehr langen Lunch-Time belohnt, denn Koch-Küken Leander verzweifelt an seinem Bananenbrot.

Beim Kochen und Zubereiten schaut Melissa den Jungs Leander, Saverio, Ioannis und Angelo genau über die Schulter. 

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Welcher Kandidat erobert Melissas Gaumen? bild: tvnow

Als es nach schier endlosen Spaziergängen von der Freiluftküche zum Herd und zurück endlich so weit ist, erntet Leander zur Strafe direkt ein vergiftetes Lob. Das Bananenbrot, das Leander sicherheitshalber konsequent Bananenkuchen nennt, zerbröselt beim Aufschneiden. Hobby-Komiker Angelo kommentiert das Dessert-Debakel mit einem trockenen: "Sehr gut. Gänsehaut-Moment." Leander, von Haus aus offensichtlich eher selten in der Küche anzutreffen, wertet das als denkbar größtmögliches Kompliment und bedankt sich artig. Endlich darf also auch Leander an den Esstisch. Das eher zu einer Art Bananenbrei zerfallene Bananenbrot trifft jedoch offensichtlich den Genussnerv Melissas, die sich verzückt gibt.

Melissa gesteht: "Ich bin nicht perfekt"

Offensichtlich wirkt Back-Novize Leander so beruhigend und vertrauenswürdig auf sie, dass sie mit einem intimen Geständnis herausrückt: "Ich bin nicht perfekt." Gut, das verwundert nicht, immerhin ist sie ja auch nicht Lisha. Leander nickt derweil beflissentlich und wirft Melissa einen als Dackelblick getarnten Geheimcode zu, der vermutlich sowas wie: "Ey, ich dagegen bin aber perfekt! Hast Du etwa meinen Bananenkuchen nicht probiert?" bedeuten sollte. Von diesem herzerwärmenden Moment transzendentaler Seelenverwandtschaft inspiriert, geht Melissa einen Schritt weiter und eröffnet dem sichtlich überforderten Leander, sie sei "auch manchmal peinlich". Der Kosmetikfirmen-Besitzer aus Aachen denkt ein paar Sekunden darüber nach, strahlt dann sein strahlendstes "ich bin hübscher als Tom Cruise"-Lächeln und sagt: "Ich bin auch manchmal peinlich." Und was wissen wir alle aus der Grundschule? Genau: Gleich zu gleich gesellt sich gern.

Eigentlich könnte man die 2020er Staffel "Bachelorette" an dieser Stelle abbrechen. Team Peinlich hat zueinander gefunden. Aber wie man aus diversen Sex-Dates von Andrej Mangold weiß: Bei Dating-Formaten kann bis zur letzten Rose alles passieren. Leander jedoch scheint mir gute Chancen zu haben. Kennt sich eben aus mit süßen Torten, der Leander. Immerhin heißt er ja auch Sacher mit Nachnamen. Und falls es mit Melissa am Ende doch nicht klappen sollte, kann er immer noch sein neu entdecktes Backtalent nutzen und Kuchenmillionär werden. Als Aachener hat er es da ja nicht so weit zu Deutschlands bekanntestem Backwaren-Produzenten Hermann Bühlbecker.

Stalker-Alarm bei "Bachelorette"?

Bevor er jedoch zum Bananenbrot-König der Melissa-Schürzenjäger avancieren kann, verliert sein Bananenkuchen-Charme auf den letzten Metern dann doch noch gegen den Erfindungsreichtum des langsam recht eifersüchtig auf der Ersatzbank dahinschmollenden Ioannis. Der möchte sich nicht zum Salat-Adjutanten degradieren lassen und kreiert kurzentschlossen aus ein paar Käse-Scheibchen und fünfzehn Weintrauben ein eigentlich nicht auf der Speisekarte vorgesehenes Zusatz-Gericht und unterbricht das vertraute Bananenbrot-Pärchen beim Peinlichkeits-Turteln. Melissa findet das nur so mittelgut. Statt Ioannis zu gestatten, sich an Stelle von Leander zu ihr an den Tisch zu setzen und seine kulinarische Neukreation zu präsentieren, entscheidet sie, das Vierer-Koch-Date zu beenden. Später wird sie zu Protokoll geben, ihr wäre bewusst, dass Ioannis sie oft beobachtet. Oder anders gesagt: Stalker-Alarm bei "Bachelorette".

"Ich muss abwarten, wie das ausgeht, denn das weiß ich nicht – ich steck nicht in dir!"

Beim freundschaftlichen Abschiedstrunk im Stehen verrät Melissa, dass sie einem aus der Vierercombo die Möglichkeit geben wird, sich noch ein wenig länger mit ihr zu unterhalten. Sehr zur Verwunderung von Leander fällt ihre Wahl auf Stalker statt Bäcker. Ioannis bekommt die Overtime. Zielsicher nutzt dieser die Möglichkeit, um Melissa einige Tonnen Honig ums Maul zu schmieren. Nach einigen Floskeln aus der "du bist die erste, für die ich mich wirklich interessiere" zieht er das Fazit: "Langsam kann man bei Melissa den Anker legen."

Melissa und Ioannis stoßen auf die gemeinsame Zeit an.

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Sexistische Sprüche müssen gekonnt sein: Ioannis machts vor. bild: tvnow

Der Leichtmatrose mit Heimspiel auf Kreta bleibt on Fire und übt sich in galanter Geduld: "Ich muss abwarten, wie das ausgeht, denn das weiß ich nicht – ich steck nicht in dir!" Ja, hoho, steck nicht in dir, da muss auch Ioannis selber lachen. Aber, Scheiße, Melissa lacht fast noch mehr. Herrjeh – er steckt nicht in dir, Melissa. Ein Kracher. Ein Spruch wie ein Beingrapscher auf dem "Wetten, dass..?"-Sofa seinerzeit von Thomas Gottschalk. Ioannis wertet das selbstverständlich als weiteren Pluspunkt auf seiner Melissa-Eroberungs-Agenda und resümiert: "Wir haben beide großen Humor." Den Folgesatz "Humor ist aber nicht das einzige, was bei mir groß ist, hehehe" hat RTL wohl sicherheitshalber rausgeschnitten. Von Männern, die aus einem "Bachelor"-Format kommen und es sich mit zwei, drei Sätzen mit der ganzen Nation versauen, haben sie in Köln Deutz wahrscheinlich seit Andrej Mangold einfach genug.

Melissa genießt den Abend, weil sie gerne lacht. Ioannis würde noch gerne rausfinden, ob sie auch gerne knutscht, aber dazu kommt es nicht. In der ganzen Euphorie, dass er nicht in ihr steckt, überreicht sie ihm spontan bereits vor der Nacht der Entscheidung eine Rose. Das Ticket in Woche vier. Ioannis ist überwältigt, auch wenn er weiterhin weniger an Rosen, sondern mehr an Rustikales denkt: "Klar hätte ich sie gerne geküsst, ich war ja schon fast in ihr mit meinen Gedanken."

Die übrigen 14 Jungs haben derweil den Abend damit verbracht, alles Essbare in der Aspiranten-Villa zu verzehren, damit Beinahe-in-Melissa Ioannis am Abend nach seiner Rückkehr hungern muss. Mobbig bei "Bachelorette". Wo ist Diana Herold, wenn man sie mal braucht? Einsam in der Küche, während alle anderen am Pool eine spontane Bro-Party feiern, schlürft Rosenbesitzer Ioannis eine Schüssel Müsli und klärt darüber auf, dass "sowas normal nicht mal eine Ziege zu fressen bekommt". Ziegen-Experte Ioannis ist erbost und muss noch dazu am Folgetag machtlos mit ansehen, wie eine Horde Essens-Wegesser auf einen Sport-Trip mit Melissa aufbrechen darf, während er in seiner vereinsamten Schüssel Müsli in der Villa hocken bleiben muss.

Maurice nimmt die Herausforderung des Parcours an. 

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Maurice und die anderen Kandidaten müssen sich im Hinderniss-Parcour beweisen

Melissa bittet mal wieder zu einer körperlichen Challenge, die von einigen philosophischen Worten Gedanken der Kandidaten begleitet wird. Moritz zum Beispiel hält seine Chancen auf Melissa deswegen für besonders groß "weil mein Name mit M beginnt und ihr Name". Gut, mein Name beginnt auch mit M, aber ich bin weder mit ihm noch mit ihr zusammen. Irgendwie scheint mir da ein wissenschaftlich verifizierter Kausalzusammenhang zu fehlen. So, lieber Maurice, reicht das maximal für die Telegram-Gruppe vom Wendler.

Hinderniss-Parcour, Beule in der Badehose und keine Vorab-Rose

In einer Game-Area schickt Melissa die Bachelorette-Boys in einen Hinderniss-Parcours, bei dem selbst die Kummer gewohnte "Sommerhaus der Stars"-Y-Prominenz und die SEK-Sondereinheit Berlin Neukölln kurz Schnappatmung bekommen hätte. Am Ende geht es aber – wie schon beim Kochalarm am Vortag – darum, dass am Ende einer der Teilnehmer Melissa den ganzen Abend zum Einzeldate begleiten darf. M-Philosoph Moritz ist der Glückliche und gewinnt einen Wellness-Abend mit M-Kollegin Melissa. Aber auch er schafft es in bester Ioannis-Manier, einen amtlich sexistischen Kackwitz zu platzieren. Als beide im Sonnenuntergang und bei Kerzenlicht im Pool liegen, klärt er Melissa ob der Beule in seiner Badehose auf, dass es sich nur um Luft handeln würde. Das findet auch Melissa nicht so lustig wie Christian Lindner und händigt Moritz keine Vorab-Rose aus. Ioannis gefällt das.

Melissa und Moritz genießen ihr Einzeldate.

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Moritz kann sich nicht zurückhalten, Melissa im Pool zu erzählen, was in seiner Badehose los ist. bild: tvnow

Vier Kandidaten müssen gehen

Die Nacht der Rosen ist diese Woche als Candy-Party konzipiert. Die Jungs wollen ja seit Wochen am liebsten mal was von Melissa naschen und heute ist es endlich soweit. Auch wenn es nur Gummibären und anderer Süßkram ist. Neben einem Zuckerschock gibt es aber auch noch Rosen, allerdings nicht für alle. Schon wieder verwandelt Melissa in nur einer Woche satte vier Kandidaten in Ex-Kandidaten. Sehr zum Unmut einiger Mitbewerber okkupiert Ioannis auch am Abend der Rosenvergabe viel von Melissas Zeit für ein Einzelgespräch. Das wirkt bei den meisten nicht sehr kollegial, immerhin hat er als einziger bereits eine Rose für diese Woche erhalten. Andere – so der Tenor im Hofstaat der Anschmachter – hätten da vielleicht eher mal die Chance verdient, ein paar ruhige Worte mit ihr wechseln zu dürfen.

Letztendlich trifft es Tagliatelle-Chefkoch Saverio, Villen-Jesus Alex Gérard, Maurice (den ich letzte Woche noch zum Favoriten erkoren hatte und Manuel ("der Funke fehlt"). Statt Rosen gibt es für das Quartett der Ausgestoßenen Rückflugtickets. Wer in der kommenden Woche auschecken muss, verrate ich dann wieder genau hier an dieser Stelle.

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