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CDU-Mann blamiert sich in Interview – und seine Partei? Macht alles noch schlimmer

Axel Voss, Verhandlungsführer des Europaparlaments bei der heftig umstrittenen Urheberrechtsreform, hat mit seinem neusten Interview ein schier unglaubliches Unverständnis ob des Internets gezeigt. Unter anderem sagte er darin: "Bei Google, da gibt's ja noch die Seite, wo man Memes anklicken kann, eine richtige Rubrik".

Natürlich dauerte es nicht lange, bis eine regelrechte Welle an Spott und Kritik über den CDU-Mann auf Social Media hereinbrach. Geschossen hat dabei natürlich auch die Opposition. Etwa der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken.

Er suchte dann mal etwas sarkastisch:

Hätte die Union in der EU gute Berater, sie würde abwarten und den Spott vorrüberziehen lassen. Zu einem günstigen Zeitpunkt würde sie Voss ein neues Interview geben lassen, ihn ordentlich briefen, um dann dessen technische Kredibilität beim Thema Artikel 13 wieder aufzubauen. Hat sie aber offenbar nicht. Was stattdessen heute folgte, wäre witzig, wenn es nicht so traurig wäre, denn... man entschied sich anders. Die Union Europa suchte lieber den direkten Online-Schlagabtausch mit ihren Kritikern.

Um Axel Voss zu verteidigen, twitterte die Union:

Ein ungeschickterer Tweet folgend auf ein sowieso schon so ungeschicktes Interview wäre kaum möglich gewesen. Das Social Media Team von CDU/CSU offenbart genau wie Voss eklatante Lücken beim Umgang mit dem Internet. Wer über ein neues Online-Urheberrecht abstimmen will, der sollte jedenfalls zumindest den Unterschied zwischem einem Such-Keyword und einem Filter bzw. einer Rubrik kennen.

Oder wie es unser Reporter Felix Husemann gerade gut auf den Punkt gebracht hat:

Nach dem absurden Hin und Her um den Abstimmungs-Zeitpunkt werden die peinlichen Aussetzer von heute beim Thema Tech-Wissen wohl kaum dafür sorgen, dass die Leute Vertrauen in die Parlamentarier gewinnen.

Die ersten Reaktionen im Netz jedenfalls sprechen Bände:

All diese Ereignisse werden die europaweiten Proteste noch befeuern, die für Samstag gegen den Artikel 13 angekündigt sind. Allein in Deutschland gehen an 30 Standorten Bürgerinnen und Bürger auf die Straße. Bestimmt alles Bots.

Endlich mal verständlich erklärt: Artikel 13

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Stuttgart offenbart zwei Wahrheiten, die vielen weh tun

Die Randale von Samstagnacht in Stuttgart, die Proteste gegen und der Streit um Rassismus bei der Polizei – es gibt in Deutschland gerade dringende Gründe, über Gewalt und Polizei zu sprechen. Momentan aber ist die Debatte verkorkst – und sie wird nur besser, wenn mehr Menschen sich von einfachen Wahrheiten verabschieden.

Ist es vielleicht doch nicht ganz so dufte, Polizisten in einem Artikel mit Abfall gleichzusetzen?

Hat die SPD-Chefin Saskia Esken eine Mitschuld an den Plünderungen und Prügeleien von Stuttgart, weil sie von "latentem Rassismus" bei der Polizei gesprochen hat?

Das sind zwei Fragen, die in Deutschland gerade ernsthaft diskutiert werden.

Beide Fragen sind bemerkenswert dämlich.

Beide Fragen sind Beispiele dafür, wie man nicht über Polizei und Gewalt diskutieren sollte. Und hinter beiden Fragen …

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