Stars
BERLIN, GERMANY - NOVEMBER 05:  Shirin David attends the GLOW - The Beauty Convention at Station on November 5, 2017 in Berlin, Germany.  (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Bild: Getty Images/instagram/shirindavid/watson-montage

So wehrt sich Shirin David gegen Sexismus-Vorwürfe

Shirin David muss etwas loswerden, das ist offensichtlich. Auf Instagram hat sie ein langes Statement veröffentlicht, in dem sie ausführlich gegen Kritiker austeilt.

Denn: Immer wieder steht die Youtuberin und Sängerin in der Kritik, mit ihren freizügigen Outfits kein Statement für Empowerment zu setzen, sondern die sexistischen Mechanismen im Hip-Hop und in der Musikwelt im Allgemeinen weiter zu bedienen.

Nun erschien am Freitag die neue Single "Brillis" von Shirin David. Auf Instagram präsentierte sie zudem das Cover zu ihrem Debütalbum "Supersize". Darauf ist sie nackt, bietet ihren Kritikern also neues Futter, ...

... aber Shirin David wehrt sich auch.

Sie schreibt:

"Es trifft mich immer wieder unerwartet, wenn ich einen reißerischen Artikel über meinen angeblichen Anti-Feminismus lesen muss. Wir sind zwar im Jahre 2019, aber es scheint, dass viele Menschen immer noch davon schockiert sind, dass eine Frau unter ihren Kleidern nackt ist."

Sie werde dafür verurteilt, weil sie stolz ihren Körper zeige, meint sie. Ob es auch Kritik für sie gebe, würde sie sich mit Edding einen politischen Spruch auf die Brüste schreibe, fragt die Sängerin rhetorisch. "Ich möchte, dass meine Nacktheit genauso gesellschaftlich akzeptiert wird wie die der Männer."

Dann nimmt sie sich auch noch direkt die Medien vor. Sie respektiere jeden Journalisten.

Fügt dann aber hinzu:

"Aber wenn ich einen Artikel lese, in dem Zitate entkontextualisiert, Frauen gegeneinander aufgehetzt und ich als Anti-Emanze dargestellt werde, dann kann ich nur noch sagen, dass euch nicht nur eure Kugelschreiber, sondern auch das Recht jegliche Schreibprogramme verwenden zu dürfen entzogen werden sollte."

Hier der Instagram-Post von Shirin David:

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Der Respekt vor Frauen und ihren Entscheidungen ist so tief in mir verwurzelt, dass er für mich eine Selbstverständlichkeit ist und nicht etwas, das wie eine Werbung mit dem Hashtag #Frauenpower gekennzeichnet werden muss. Es trifft mich immer wieder unerwartet, wenn ich einen reißerischen Artikel über meinen angeblichen Anti-Feminismus lesen muss. Wir sind zwar im Jahre 2019, aber es scheint, dass viele Menschen immer noch davon schockiert sind, dass eine Frau unter ihren Kleidern nackt ist. Ich werde verurteilt, weil ich meinen Körper gerne und stolz präsentiere. Ich möchte mich hier direkt an die Verurteilenden wenden und fragen: Ist das Recht den eigenen Körper so präsentieren zu dürfen wie man es möchte nicht einer der Aspekte, für den zahllose Generationen von Frauen gekämpft haben? Würdet ihr mich immer noch als Sexistin beschimpfen, wenn ich mir mit Edding „Fuck the government“ auf meine nackten Brüste schreiben würde? Wahrscheinlich nicht, denn dann wäre die Message offensichtlich: Ich möchte, dass meine Nacktheit genauso gesellschaftlich akzeptiert wird wie die der Männer. Ich habe nie und werde nie andere Frauen dafür kritisieren wie sie sich kleiden. Vor allem nicht um Aufmerksamkeit zu bekommen und erst recht nicht für Promo-Zwecke. Ich respektiere, wenn Frauen sich, weil sie stolz auf ihre Körper sind, bedeckt kleiden. Ich respektiere, wenn Frauen sich aus völlig anderen Gründen bedeckt kleiden. Aber ebenso respektiere ich, wenn Frauen sich nur im Tanga zeigen, wenn es das ist womit sie sich wohlfühlen. Ich bringe jedem Journalisten, der objektiv einen kritischen Artikel über mich schreibt Respekt entgegen. Aber wenn ich einen Artikel lese, in dem Zitate entkontextualisiert, Frauen gegeneinander aufgehetzt und ich als Anti-Emanze dargestellt werde, dann kann ich nur noch sagen, dass euch nicht nur eure Kugelschreiber, sondern auch das Recht jegliche Schreibprogramme verwenden zu dürfen entzogen werden sollte. Nutzt eure Stimmen für relevante Themen. Kriege. Armut. Naturkatastrophen. Aber ich kann es schon verstehen. Die Stichworte „Shirin David nackt“ werden halt besser als „Der Amazonas brennt- wir werden alle sterben“ geklickt. #SUPERSIZE

Ein Beitrag geteilt von Shirin David (@shirindavid) am

Die Kontroversen um Shirin David

Was genau der Auslöser für dieses Statement war, wissen wir nicht. Im März wurde Shirin David sehr gefeiert für ihre Haltung, die sie im Streit mit Rapper Shindy bewies. Sie habe im Video zu einem gemeinsamen Song nicht das Beiwerk des Rappers sein wollen, sagte sie damals – und ließ den Song sperren.

Doch auch damals schon musste sie sich einige heftige Kommentare anhören lassen. Dass sie ihren Körper zur Schau stelle, um mehr Platten zu verkaufen. (Nachzulesen in dem empfehlenswerten Kommentar von "Backspin" zum Sexismus-Problem im Deutschrap)

Jüngst aber stand Shirin David wegen eines Songs von Fler in der Kritik. Der Name des Tracks: "Shirinbae". Gespickt mit sexistischen und homophoben Lines: "Baby, dein Arsch, er ist nice in den Leggins. Warum chillst du mit den Faggots?" Shirin promotete den Song auf ihrem Instagram-Account und ließ sich für das Cover der Single ablichten.

Das Portal "Noizz" kommentierte: "Shirin, warum gibst du dich für Flers homophoben Steinzeit-Rap her?"

Auf Instagram jedenfalls verteidigt die Sängerin ihre Haltung und ihre Freizügigkeit: "Ich habe nie und werde nie andere Frauen dafür kritisieren wie sie sich kleiden. Vor allem nicht um Aufmerksamkeit zu bekommen und erst recht nicht für Promo-Zwecke."

Was sagt ihr zum Statement von Shirin David?

(ll)

Lena über Ehrlichkeit auf Instagram

Play Icon
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wegen Hitlergruß: Finch Asozial zerlegt Neonazi-Fan bei Konzert

In einer großen Menge nicht auffallen und einfach untergehen? Darauf hatte wohl ein Fan von Rapper Finch Asozial gehofft. Bei einem Konzert in Erfurt hatte ein Mann den Hitler-Gruß gezeigt. Dem Rapper gefiel das gar nicht und ließ seinen Fan aus dem Saal schmeißen – aber nicht still und heimlich.

Unter Applaus des Publikums ging es weiter:

Finch weiter:

(hd)

Artikel lesen
Link zum Artikel